Tourismus-Chaos am Eibsee: Mit diesen Problemen kämpft Natur-Rangerin Michaela Wölfle

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22.05.2026

Schönes Wetter heißt am Eibsee oft Ausnahmezustand: volle Parkplätze, viele Besucher und jede Menge Druck auf die Natur. Der See ist längst nicht mehr nur Ausflugsziel, sondern auch Social-Media-Kulisse – mit Folgen für das sensible Landschaftsschutzgebiet. Natur-Rangerin Michaela Wölfle ist regelmäßig vor Ort unterwegs, spricht mit Besuchern, ahndet Verstöße und versucht, für mehr Rücksicht zu sorgen. Im Interview erzählt sie, was sie am Eibsee erlebt, was sie besonders ärgert – und welchen Appell sie an alle richtet, die dort unterwegs sind.

Mit welchen Problemen haben Sie an hochfrequentieren Tagen am Eibsee zu kämpfen?

Michaela Wölfle, Rangerin am Eibsee:

„Wir müssen viel Müll aufsammeln: zwischen den Steinen, neben dem Weg, am Strand, im Wald. Da haben wir schon Schlafsäcke gefunden. Und an hochfrequentierten Tagen im Sommer ist natürlich die Grillgeschichte hochaktuell. Also jeder denkt, man kann am Eibsee oben grillen. Dem ist aber nicht so“.

Wie reagieren die Leute auf Ihre Anwesenheit und Ihr Eingreifen?

Michaela Wölfle, Rangerin am Eibsee:

„Viele laufen tatsächlich an den Schildern vorbei und wissen nicht, dass man im Landschaftsschutzgebiet ist. Und wir versuchen, sie aufzuklären und zu sensibilisieren und auch mal zu erklären, warum man mit der Drohne da jetzt nicht fliegen darf. In der Regel sind sie sehr einsichtig und verstehen das auch“.

Welche Aufgaben fallen für Sie als Rangerin an, auch in Bezug auf Parkverstöße?

Michaela Wölfle, Rangerin am Eibsee:

„Ja, wir schreiten ein, wenn wir Parkverstöße im Landschaftsschutzgebiet vorfinden. Die schreiben wir dann auf, weil es ja nicht sein kann, dass jeder parkt, wie es ihm gerade passt. Wenn der Parkplatz am Eibsee voll ist, dann ist er voll, und dann muss man halt umdrehen und darf nicht einfach irgendwo sein Auto abstellen“.

Welche Entwicklungen beobachten Sie beim Tourismusaufkommen und beim Verhalten der Besucherinnen und Besucher?

Michaela Wölfle, Rangerin am Eibsee:

„Viele Influencer betreiben schon einen wahnsinnigen Aufwand, um das beste Foto oder das beste Video zu bekommen und dann natürlich auch die meisten Likes. Da ist oft ein Fotoshooting nach dem anderen mit viel Materialaufwand“.

Welche besondere Geschichte bleibt Ihnen in Erinnerung?

Michaela Wölfle, Rangerin am Eibsee:

„Im letzten Sommer haben wir im Wald drei Zelte gefunden, ich sag jetzt mal Einweg-Zelte, einmal gekauft, eine Nacht drin geschlafen und dann alles zurückgelassen. Wir haben die Zelte aufgemacht, da waren noch frisch verpackte Lebensmittel drin. Das ärgert mich dann einfach, diese Ignoranz, die manche Menschen an den Tag legen“.

Welchen Appell haben Sie an alle, die am Eibsee unterwegs sind?

Michaela Wölfle, Rangerin am Eibsee:

„Der Eibsee ist keine Party-Area mit lauter Musik und auch keine Grill-Location, sondern ein Landschaftsschutzgebiet. Wenn jeder seinen Müll am Eibsee mitnehmen und sich an die Schutzgebietsregeln halten würde, dann wäre nämlich wahnsinnig viel gewonnen, sowohl für die Menschen als auch für die Natur“.

 

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