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Nach Überflutung auf B23 bei Saulgrub: Toter Mann aus Kleinlastwagen geborgen

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06.05.2022

In der Nacht ist bei Saulgrub eine Unterführung der B23 überflutet worden. Jetzt ist klar: Einem Mann haben die Wassermassen das Leben gekostet. Das hat die Polizei jetzt bestätigt. Innerhalb kürzester Zeit stand das Wasser bis zu acht Meter hoch.

Eine Autofahrerin wurde im letzten Moment noch gerettet – sie war auf das Dach ihres Autos geklettert, wo ein Feuerwehrmann sie retten konnte. Für den Fahrer eines Kleinlastwagens wiederum kam jede Hilfe zu spät. Der Mann ertrank in seinem Führerhaus.

Offenbar bat er noch per Handy um Hilfe: Die Polizei in Polen erhielt einen Notruf eines Mannes, der schilderte, er habe nach starkem Regen Probleme. Die Beamten gehen davon aus, dass dieser Notruf von dem Mann aus dem Kleinlaster stammt. Seine Leiche wurde am Freitagnachmittag von Mitgliedern der Wasserwacht mithilfe eines Schlauchbootes geborgen. Es ist vermutlich der erste Unwetter-Tote in diesem Jahr in Bayern.

Das Unwetter hätte fast auch noch einen Feuerwehrmann das Leben gekostet: Der Retter war auf dem Weg zum Gerätehaus, um von dort aus zum Einsatz auf der B23 zu fahren. Während der Fahrt stürzten zwei Bäume auf das Privatauto des Mannes, wie der Polizeisprecher schilderte. Obwohl der Wagen ein Totalschaden ist, blieb der Mann zum Glück unverletzt.

Am Donnerstagabend waren starke Regenfälle in und um die Gemeinden Saulgrub, Bad Kohlgrub und Bad Bayersoien niedergegangen. Nach Angaben des Sprechers der Integrierten Leitstelle Oberland wurden Feuerwehren allein bis zum Vormittag zu mehr als 50 Einsätzen alarmiert - vor allem wegen vollgelaufener Keller, Garagen und wegen überfluteter Straßen.

 

+++ 17:30 Uhr: Update der Polizei Murnau +++

Am späten Donnerstagabend, gegen 22:45 Uhr, teilte eine Kontaktstelle in Brandenburg mit, dass ein polnischer Staatsangehöriger die Polizei in Polen verständigt habe. Demnach habe er mit seinem polnischen Kleintransporter die B 23 befahren und sei im Wasser stecken geblieben. Daraufhin wurde die B 23 abgesucht. Die eingesetzte Feuerwehr konnte lediglich zwei Pkw finden, die sich im Hochwasser befanden. Von dem polnischen Klein-Laster fehlte jede Spur.

Um das Hochwasser abzusuchen, wurden Taucher der Wasserwacht eingesetzt. Die Suche musste jedoch wieder eingestellt werden, da die Taucher im Wasser nichts sehen konnten und eine starke Strömung bestand, die lebensgefährlich sein kann.

Das Wasser wurde stundenlang abgepumpt. Im Laufe des Freitagmorgens wurde dann das Dach eines Klein-Lkw sichtbar. Er befand sich genau an der tiefsten Stelle unter der Eisenbahnbrücke. Hier war das Wasser ca. 8 Meter tief.

Von der Wasserwacht wurde ein Boot eingesetzt. Die Einsatzkräfte schlugen ein Fenster des Fahrzeugs ein und entdeckten die tote Person. Aufgrund der Ladungspapiere konnte das Kennzeichen des Fahrzeugs erkannt werden. Dann stand fest: Es handelt sich um den vermissten polnischen Klein-Lkw.

Nach ersten Befragungen hätte der Mann gar nicht in die Unterführung einfahren dürfen. Denn die Ampeln waren zu diesem Zeitpunkt auf Rot gestellt.

 

+++ 18:15 Uhr: Update des Staatlichen Bauamts Weilheim +++

Die Bundesstraße bleibt in diesem Bereich bis voraussichtlich Mitte nächster Woche gesperrt. Grund sind Aufräum- und Reinigungsarbeiten. Auch das zwischenzeitlich überflutete Technikgebäude muss überprüft werden. Der Verkehr Richtung Süden wird über Murnau - Oberau umgeleitet. Der Verkehr Richtung Norden wiederum durch den Ort Saulgrub.

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