Ehec-Ausbruch in Mecklenburg-Vorpommern - wie ist die Lage im Oberland?
Ehec Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern haben die Behörden alarmiert– in Baden-Württemberg erkrankt fast jeden Tag ein Mensch daran. Aber wie ist die Lage im Oberland? Zwar gibt es jährliche Erkrankungen, von einer auffälligen Häufung oder einem aktuellen Ausbruchsgeschehen in der Region ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings keine Rede. Das bestätigen die Landratsämter der Oberland-Landkreise auf Nachfrage. Bei Ehec handelt es sich um Bakterien, die unter anderem schweren Durchfall verursachen können.
Wie steckt man sich an?
Das Bakterium findet sich vor allem im Kot von Wiederkäuern wie Ziegen, Rindern, Schafen oder Rehen. Direkter Kontakt mit den Tieren ist ein Übertragungsweg. Aber auch der Verzehr von Obst und Gemüse kann zu Infektionen führen, weil Anbauflächen mit Gülle gedüngt werden. Möglich ist auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch. Die Bakterien werden mit dem Stuhl ausgeschieden und haften bei schlechter Hygiene zum Beispiel an Händen. Da EHEC relativ unempfindlich sind, können sie in der Umwelt wochenlang überleben.
Was ist die goldene Regel zum Schutz vor den EHEC-Erregern?
Die wichtigste Regel: Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen – vor dem Kochen, nach dem Kontakt mit rohem Fleisch oder nach dem Streicheln von Tieren. Am besten 20 bis 30 Sekunden lang - und nicht nur die Handinnenflächen, sondern auch die Handrücken, erläutert die BZgA in Köln auf einem Merkblatt.
Vorsicht beim Kochen
Beim Kochen das Fleisch immer gut durchgaren – besonders Hackfleisch (Kerntemperatur mindestens 70 Grad Celsius) und Geflügel. Rohmilch wird nur empfohlen, wenn sie pasteurisiert ist. Und rohes Gemüse und Salat muss gründlich gewaschen werden, das gilt auch für auch Kräuter und Sprossen. Empfohlen wird auch, Schneidebretter und Messer gründlich zu reinigen, wenn sie Kontakt hatten mit rohem Fleisch.
Und Vorsicht bei Tieren
Viele Tiere lassen sich gerne streicheln. Wer danach die Hände wäscht, schützt sich vor einer Ansteckung – vor allem im Streichelzoo oder nach Kontakt mit Rindern, Schafen oder Ziegen. Kinder sollten das unbedingt lernen, da sie besonders empfindlich sind.
Wie schnell merkt man, dass man infiziert ist?
Zwischen dem Verzehr verunreinigter Lebensmittel und den ersten Beschwerden liegen meist drei bis vier Tage, so das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).
Wie erkenne ich, ob ich infiziert bin?
Eine EHEC-Infektion zieht wässrigen, teils auch blutigen Durchfall nach sich. Den Betroffenen ist häufig übel, sie haben Bauchschmerzen und übergeben sich. Bei 10 bis 20 Prozent der Erkrankten entwickelt sich als schwere Verlaufsform eine blutige Darmentzündung mit krampfhaften Bauschmerzen, blutigem Stuhl und teilweise Fieber. Eine Infektion kann aber auch ohne Beschwerden verlaufen und unerkannt bleiben.
Was ist die schlimmste Folge?
Der schwerste Verlauf einer EHEC-Infektion ist das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS). Die EHEC-Gifte können dabei zu Blutarmut, Gefäß- und schweren Nierenschäden und sogar zum Tod führen.
Was muss ich tun, wenn ich Beschwerden habe?
Wer Durchfall hat, verliert viel Salz und Flüssigkeit. Um den Verlust auszugleichen, sollen Erkrankte viel trinken. Wer starke Beschwerden hat, sollte sofort zum Arzt gehen. Das gilt vor allem für Säuglinge und ältere Menschen. Antibiotika helfen bei dieser EHEC-Infektion meist nicht, sie können die Krankheit sogar verschlimmern.