Streit um Schonzeit: Warum es Kritik am Abschuss von Rotwild in Weilheim-Schongau gibt

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24.03.2026

Im Landkreis Weilheim-Schongau gibt es Streit um die Rotwildjagd. Auf Teilen eines privaten Jagdreviers wurde die derzeit geltende Schonzeit für Rothirsche aufgehoben, um junge Bäume zu schützen. Die Ausnahmegenehmigung des Landratsamtes sorgt bei Naturschützern für Kritik. Dr. Christine Miller, 2. Vorsitzende des Vereins „Wildes Bayern“.

„Diese Freigabe heißt nichts anderes, dass auch hochträchtige Hirschkühe, die in wenigen Wochen setzen, jetzt geschossen werden dürfen. Das ist einfach ein Tierschutzvergehen, dass man so nicht durchgehen lassen darf“.

Dass auch schwangere Tiere unter die Ausnahmeregelung fallen, findet Jäger Florian Pfütze aus Weilheim ein Skandal.

„Ich wehre mich dagegen und finde es eine große Sauerei, wenn sowas Einzug hält. Unsere Weidgerechtigkeit, für die wir weltbekannt sind, verschwindet dadurch. Dazu stehe ich nicht und ich bin vehement dagegen, dass man das hochhält“.

Inzwischen hat das Landratsamt die Auflagen konkretisiert: Die Jagd ist jetzt auf Schmaltiere und Schmalspießer beschränkt. Aber auch diese könnten bereits gedeckt sein, so Pfütze.

„Ich finde es furchtbar, dass Schwangere erlegt werden dürfen in der eigentlichen Schonzeit. Denn die Kälber, die in der Fruchtblase sind, ertrinken jämmerlich. Wer auch immer das genehmigt hat, da schießt man über das Ziel hinaus“.

Die Ausnahmegenehmigung gilt weiterhin nur für diesen Einzelfall, heißt es beim Landratsamt. Dennoch: der Verein „Wildes Bayern“ hat Klage eingereicht. Dr. Christine Miller, 2. Vorsitzende.

„Wir möchten ein hier grundsätzliches Urteil haben. Auch wenn wir nicht alle Tiere können, möchten wir das grundsätzlich geklärt haben, dass nicht einfach jeder eine solche Ausnahmegenehmigung wünschen darf“.

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Weilheim i. OB Schongau
Themen
LK Weilheim-Schongau Landratsamt
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