Alarmstufe Rot: Hohe Pollenbelastung im Oberland – Expertin ordnet die Lage ein und gibt Tipps
Der Frühling zeigt sich mild und sonnig – und für viele Allergiker von seiner anstrengendsten Seite. Vor allem die Pollenbelastung durch Birke und Esche ist im Oberland derzeit extrem hoch. Laut dem Deutschen Wetterdienst gilt heute die höchste Warnstufe. Für viele Allergiker bedeutet das nicht nur juckende Augen und eine laufende Nase, sondern oft auch Müdigkeit. Warum das so ist, wo sich Betroffene informieren können und warum wir uns in Zukunft auf noch stärkere Pollenjahre einstellen müssen, erfahrt ihr im Gespräch mit Claudia Traidl-Hoffmann, Umweltmedizinerin am Uniklinikum Augsburg.
In Bayern gibt es rund 1,4 Millionen Allergiker – Tendenz steigend. Woran liegt das?
Claudia Traidl-Hoffmann von der Uniklinik Augsburg:
„Die Umwelt wird allergener, das heißt, die Pollen werden aggressiver, es sind mehr Pollen da und gleichzeitig werden wir Menschen empfindlicher für die Entwicklung von Allergien. Und das hängt auch mit der Umwelt zusammen, mit Schadstoffen, die unsere Schleimhäute undicht machen“.
Warum klagen Allergiker oft über Müdigkeit und Erschöpfung?
Claudia Traidl-Hoffmann von der Uniklinik Augsburg:
„Diese Reaktion, diese Entzündungsreaktion, die dauert natürlich auch nachts an und lässt viele nicht richtig schlafen. Deswegen ist es zum Beispiel auch so wichtig, dass, wenn man jetzt rausgeht bei Pollenflug, man sich dann die Haare wäscht, damit man eben nicht auf dem Bett liegt und dann noch mit den Pollen in Kontakt kommt und dann eben diese starke Reaktion hat“.
Was können Betroffene aktuell tun?
Claudia Traidl-Hoffmann von der Uniklinik Augsburg:
„Ich informiere mich im Internet, wie viele Pollen fliegen denn gerade, welche Pollen fliegen, gerade und zu welcher Zeit fliegen die Pollen, denn einige Pollen fliegen gerade nachts. Deswegen ist es dann sinnvoller, dass ich nicht gerade nachts das Fenster aufhabe, sondern vielleicht morgens. Das heißt also, dieses Informieren, das ist ganz, ganz wichtig“.
Müssen wir uns künftig auf noch extremere Pollenjahre einstellen?
Claudia Traidl-Hoffmann von der Uniklinik Augsburg:
„Das ist schon dramatisch, wie stark sich der Pollenflug verstärkt hat, welche neuen Pollen wir auch haben und wie viele neue Allergikerinnen wir haben. Insofern ist das etwas, was wir einfach mit in unsere Gleichung mit reinnehmen müssen, und deswegen ist die Prävention so wichtig“.
Weitere Infos zum Thema und dazu, welche Pollen aktuell fliegen, findet ihr hier.