Neue Hilfe für die Bergwacht: Lastendrohne besteht Härtetest und steht vor dem ersten Einsatz

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10.04.2026

Wintersportler aus verschneiten Bergen retten oder im Sommer verunglückte Wanderer bergen: Die Bergwacht im Oberland ist das ganze Jahr über gefordert. Künftig bekommen die Retter Unterstützung aus der Luft: Eine Lastendrohne soll Ausrüstung und medizinisches Material in die Berge fliegen. Zuletzt wurde sie im Gebirge auf Herz und Nieren getestet. Unter anderem mit Flügen im Höllental. Wir haben mit Matthias Gallinger von der Bergwacht Penzberg über die Erfahrungen mit „Carry“ gesprochen. Hier findet ihr das komplette Interview: 

Wie lautet ihr Fazit für „Carry“ nach der Zeit in Penzberg?

Unser Fazit zur Drohne fällt sehr positiv aus. Carry ist ein recht robustes Arbeitstier und wir gehen stark davon aus, dass wir es als unterstützendes Einsatzmittel in der Bergrettung gewinnbringend einsetzen können und unseren Kameraden und Kameradinnen hier also auch wirklich eine deutliche Entlastung bei langlaufenden Einsätzen bieten können.

Welche Erfahrungen konnten bei den Tests in Penzberg gesammelt werden

Die wichtigste Erfahrung ist, dass alle unsere theoretischen Vorüberlegungen eingetroffen sind. Wir hatten also wirklich keine großen Überraschungen bei den Erprobungen. Wir kennen jetzt die Grenzen des Flugsystems, sowohl was die Flugzeiten betrifft als auch was das Akkumanagement betrifft. Wir hatten verschiedene Wetterbedingungen, von Nebel im Höllental bis zu Regen in Penzberg und Schnee in Hausham war also wirklich alles dabei. Wir sind bei Tag und bei Nacht geflogen und ich denke schon, dass wir Carry jetzt von allen Seiten sehr intensiv kennengelernt haben.

Was sind die nächsten Schritte und wann kann die Bergwacht die Lastendrohne tatsächlich bei ersten Einsätzen nutzen?

Aktuell sind wir noch in der Beschaffung für die letzten Zubehörteile, wie zum Beispiel ein großes Aggregat, um auch eine unabhängige Ladeinfrastruktur zu haben. Wir arbeiten noch an der Beleuchtung, um sicher an den Einsatzstellen Last abholen zu können oder absetzen zu können. Genauso auch wie den Transponder, um die Sichtbarkeit für die zivile Luftfahrt zu erhöhen. Wir fliegen immerhin mit knapp 100 Kilo.

Das heißt, wir kommen schon in den Bereich eines kleinen Ultraleitflugzeuges und da wäre es natürlich auch gut, wenn man es sieht.

Die letzte große Herausforderung, die wir noch haben, ist, dass unsere Piloten ja aus zwei unterschiedlichen Leitstellenbereichen kommen, aus Rosenheim und Oberland, während die Drohne ja der Bergwacht Bayern in Tölz zugeordnet ist. Hier arbeiten wir gerade an der digitalen Alarmierung und sobald das abgeschlossen ist und wir alle Piloten auf einen Schlag alarmieren können, denke ich, wird „Carry“ so im Bereich Frühling, Richtung Q2, das erste alarmierbare Einsatzmittel „Lastendrohne“ dann in Bayern sein.

Bild © Bergwacht Bayern
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