Ampelanlage soll Unfallschwerpunkt auf der B2 bei Ohlstadt entschärfen
Ein Unfallschwerpunkt auf der B2 soll entschärft werden. Am Abzweig nach Ohlstadt starten am Montag die Arbeiten für eine neue Ampelanlage auf der Bundesstraße. Ziel der Maßnahme: die Unfälle in diesem Bereich künftig reduzieren. Ohlstadts Bürgermeister Christian Scheuerer hat daran aber seine Zweifel.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Ganze zielführend ist. Ich habe eher die Sorge, dass mehr Unfälle bzw. andere Unfälle entstehen. Ich kann es nicht so ganz nachvollziehen, wie der Verkehrsfluss sichergestellt wird. Aber mei, wir müssen uns dann überraschen lassen.“
Scheuerer hätte sich lieber einen Kreisverkehr gewünscht. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Ende Juni. Während der Wochenenden, Feiertage und Brückentage wird die Ausfahrt aus Ohlstadt auf die B2 geöffnet.
Das Staatliche Bauamt Weilheim hat die Entscheidung auf Radio Oberlandnachfrage begründet und nennt als Argumente:
„Eine Ampelanlage kann baulich wesentlich schneller umgesetzt werden. Beim Bau eines Kreisverkehrs würden wesentlich längere Sperr- und Umleitungszeiten für die Verkehrsteilnehmer entstehen.
Der Bau eines Kreisverkehrs würde zusätzlich Flächen erfordern. Ein Kreisverkehr wäre aufgrund erheblicher Eingriffe im FFH- Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) naturschutzfachlich nur genehmigungsfähig, wenn keine Alternative Variante zur Reduzierung der Unfälle vorläge. Diese ist aber mit der Ampel gegeben.
Die Gründung eines Kreisverkehrs im torfigen Untergrund des Murnauer Mooses müsste mit unverhältnismäßig hohem bautechnischem Aufwand erstellt werden. Selbst bei aufwändiger Gründung wären Setzungen und damit Schäden mittel- und langfristig nicht ausgeschlossen.
Die Baukosten für einen Kreisverkehr betragen etwa das Vierfache von denen einer Lichtsignalanlage.“