IG Metall: US-Zolldrohungen bringen keine neuen Jobrisiken für Autozulieferer im Oberland
Die jüngsten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump könnten Europas Autoindustrie erheblich belasten. Die USA wollen die Zölle auf Autos und Lastwagen aus der EU von 15 auf 25 Prozent erhöhen. Für die Autozulieferer bei uns im Oberland dürfte das aber zunächst keine Auswirkungen haben, glaubt Karl Musiol von der IG Metall Oberland.
„Die Zölle treffen in erster Linie die Autohersteller in Wolfsburg, Stuttgart, Ingolstadt und München. Und die erhöhen dann den Preisdruck auf unsere Zulieferer im Oberland. Aber ich will beruhigen: Erstens, die Verträge haben lange Laufzeiten, und zweitens, die Preise sind schon jetzt so weit unten, dass da kaum mehr was zu drücken ist“.
Auch die Beschäftigten müssten sich laut Musiol wegen der höheren Zölle keine Sorgen machen.
„Nein, im Oberland sind keine weiteren Jobs in Gefahr. Die Zulieferer haben sich bereits verschlankt. Im Gegenteil, ich rechne derzeit mit Neueinstellungen bei Zulieferern, gerade im Raum Schongau“.
Entscheidend sie für die Zulieferer jetzt etwas anderes: sie müssen sich für die Zukunft aufstellen.
„Die Zulieferer im Oberland sind in keiner akuten Krise, Zölle hin oder her. Sie profitieren derzeit davon, dass weiterhin viele Verbrennungsautos gebaut werden. Jetzt müssen sich die Zulieferer der Region für die Zukunft rüsten; weiter auf Verbrenner zu setzen, wird mittelfristig gerade erst in die Krise führen“.
Die EU ist derweil zuversichtlich, dass es mit den USA schnell einen Kompromiss bei den Autozöllen geben wird.