München: Stadtrat bringt Neuerungen fürs Oktoberfest auf den Weg
Schampus-Duschen verboten und Blasmusik schon eine Stunde früher. Vier Monate vor dem Anstich am 19. September ist die Debatte um das größte Volksfest der Welt in seiner Heimatstadt München voll im Gange. Die Stadt schärft bei den Sicherheitsmaßnahmen für das Oktoberfest nach – und stellt ein paar weitere Regeln auf. Nachdem die Entscheidungen zuletzt vertagt worden waren, brachte der Stadtrat gestern mehrere Neuerungen auf den Weg.
Champagner auf dem Bierfest
Die Wiesn, so sagt auch Krause, ist ein Fest des Münchner Bieres. Vielleicht ist das ein Grund dafür, dort keinen Champagner zu trinken, sondern den Korken knallen zu lassen und den Schampus in einer Fontäne über andere Gäste zu gießen - wie immer wieder in sozialen Medien zu sehen war. Schluss mit lustig heißt es nun für diejenigen, die auf diese Weise gern derart feuchtfröhlich feierten. Künftig sollen diese sogenannten Champagner-Duschen in den Zelten verboten sein.
Man wolle nicht, dass die Wiesn «zum Ballermann» verkomme, hatte die «Süddeutsche Zeitung» aus Rathauskreisen zitiert. Die Champagner-Duschen waren den Stadträten schon länger ein Dorn im Auge. Diese Praxis sei nicht nur Lebensmittelverschwendung, sondern passe auch nicht zum Charakter des Volksfestes.
Blasmusik für Sicherheit
Bei dem Ziel, das Münchner Oktoberfest sicherer zu machen, soll in diesem Jahr auch Blasmusik eine Rolle spielen. Um den Besuch der Wiesn auch unter der Woche für internationale Gäste attraktiver zu machen, soll die Musik in den Zelten eine Stunde früher beginnen dürfen. Ziel ist «die Verlagerung der Besuchszeiten der internationalen Gäste auf die Wochentage», heißt es in einer Änderung der Betriebsvorschriften für die Wiesn 2026. Damit soll verhindert werden, dass es vor allem an Wochenenden wieder zu Überfüllungen kommt.
Im vergangenen Jahr war das Fest womöglich knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Am zweiten Wiesn-Samstag, dem sogenannten Italiener-Samstag mit vielen Gästen aus dem Ausland, wurde es vor den Festzelten so voll, dass es für Tausende Besucher weder vor- noch zurückging. Durchsagen, das Festgelände werde aus Sicherheitsgründen geschlossen, nannten zunächst keinen Grund - was zusätzlich Angst unter den Festgästen schürte.
Dieses Jahr soll es unter anderem auch ein neues Koordinierungs- und Beobachtungszentrum in den Räumen des bisherigen Fundbüros geben sowie Videoüberwachung zur «Früherkennung von neuralgischen Punkten innerhalb von Teilbereichen auf dem Festgelände».
Wunderkerzen zum Kehraus
Erlaubt bleiben soll trotz Sorgen nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana das Abbrennen von Wunderkerzen am letzten Wiesnabend. Vor dem Hintergrund von Crans-Montana habe sich der Interfraktionelle Arbeitskreis mit dem Thema befasst und auf die zusätzlichen Gefahren auch beim Oktoberfest hingewiesen – sei dann aber zu dem Ergebnis gekommen, dass eine entsprechende Ausnahmegenehmigung für den letzten Abend auch dieses Jahr beim Kreisverwaltungsreferat beantragt werden soll.
Heizstrahler im Biergarten
Das Verbot von Heizstrahlern, das die München-Liste mit Blick auf den Klimawandel, aber auch angesichts der Energiekrise im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg beantragt hatte, fiel im Stadtrat durch. Sie bleiben nach Angaben des Wirtschaftsreferates erlaubt.