Heute vor 20 Jahren: "Problembär Bruno" betritt das Oberland
Vor 20 Jahren hat Braunbär Bruno das Oberland wochenlang in Atem gehalten. Aus Euphorie wurde schnell ein Politikum. Heute steht „JJ1“ ausgestopft im Museum.
Am 20. Mai 2006 betrat Bruno den Landkreis Garmisch-Partenkirchen — als erster Braunbär, der nach 170 Jahren die Tatzen auf bayerischen Boden setzte. Er kam aus dem italienischen Trentino. Der Bär sei willkommen, sagte der damalige Umweltminister Schnappauf. Doch Bruno benahm sich nicht entsprechend: Er riss Schafe, plünderte Bienenstöcke und näherte sich immer wieder Siedlungen. Die Politik schwenkte um und erklärte Bruno zum Problembären. Unter Protesten wurde er zum Abschuss freigegeben und nach wochenlanger Jagd Ende Juni im Rotwandgebiet getötet. Seither steht Bruno im Museum „Mensch und Natur“ in München. Bis heute steht sein Fall für die Frage, wie Bayern mit großen Wildtieren umgehen will.