Sanierung der Hörnlebahn in Bad Kohlgrub steht kurz vor dem Abschluss - so ist der aktuelle Stand

Lesedauer 3 Minuten
20.05.2026

Die Hörnlebahn in Bad Kohlgrub steht kurz vor der Wiedereröffnung. Seit Monaten wird die traditionsreiche Bahn mit ihren blauen Schwenksesseln generalsaniert. Rund 2,5 Millionen Euro fließen in neue Technik, neue Gebäude und die Sicherheit der Anlage. Der besondere Nostalgie-Charakter soll trotzdem erhalten bleiben. Über den aktuellen Stand, die größten Herausforderungen und den geplanten Neustart haben wir mit Geschäftsführer Frank Peters gesprochen.

Wie weit ist die Sanierung aktuell und was sind die letzten Schritte, die noch anstehen?

Frank Peters, Geschäftsführer der Hörnle-Bahn:

„Wir sind derzeit an der Talstation soweit betriebsbereit. Die Steuerung ist installiert, die neue Technik, Elektrotechnik, Motor und Getriebe sind in Betrieb und die Seilprüfung wurde auch schon durchgeführt. Das heißt, wir beginnen jetzt mit dem Einhängen der Sessel. Das größere Projekt, das jetzt noch läuft, ist der Neubau der Bergstation. Dort sind wir am Ende der Stahlbetonarbeiten für die Fundamente und Stützmauern, und danach beginnen wir mit dem Holzbau, sodass die Bergstation dann zeitnah auch aufgestellt ist“.

Was waren die größten Herausforderungen beim Projekt?

Frank Peters, Geschäftsführer der Hörnle-Bahn:

„Sicherlich einmal der Abriss der alten Bergstation. Dann hatten wir eine sehr spannende Aufgabe: das Getriebe und die Seilscheibe an der Talstation mit einem Schwerlastkran auszubauen und den Transport des Getriebes zum Hersteller in die Schweiz zu organisieren. Dann ging es ganz viel um Statik und Konstruktionsweisen. Und letztendlich hatten wir natürlich aufgrund der Bergbaustelle Herausforderungen, was den Winter angeht. Wir hatten einen späten Wintereinbruch, der zu extremen Verschiebungen führte. Und was auch noch erwähnenswert ist: Bei der Bergstation mussten wir eine Hangsicherung durchführen, weil das Gelände einfach nicht stabil gewesen ist. Das hat uns auch noch mal eine Woche zusätzlich gekostet“.

Was ist alles neu gemacht worden und wie konnte der Nostalgie-Charkter der Bahn beigehalten werden?

Frank Peters, Geschäftsführer der Hörnle-Bahn:

„Wir haben an der Talstation ein neues Betriebsgebäude gebaut für Büro, Werkstatt, Müllraum und Zwischenlager von der Hörnle-Hütte. An der Talstation wurden Veränderungen durchgeführt im Bodenaufbau in der Seilbahnhalle. Die gesamte Elektrotechnik, Steuerung ist neu, der Motor ist neu und das Getriebe wurde überholt, genauso wie die Bremseinheiten, die Sicherheitsbremse und die Betriebsbremse und natürlich die neue Bergstation. Da freuen wir uns schon ganz besonders drauf und ich denke, dass auch unsere Kunden und Fahrgäste sich darauf freuen können, dass die Hörnle-Schwebebahn vom Charakter der Bahn eigentlich erhalten bleibt, wie sie vorher gewesen ist. Die Sessel wurden vollständig revidiert und eins zu eins ersetzt bzw. nachgebaut und insofern bleibt also dieser Nostalgie-Charakter erhalten. Die Hörnle-Schwebebahn ist damit die einzige Bahn weltweit, die mit dieser Schwenksessel-Technologie noch in Betrieb ist“.

Was wird für Sie der emotionalste Moment bei der Wiedereröffnung?

Frank Peters, Geschäftsführer der Hörnle-Bahn:

„Wenn wir quasi den Knopf drücken und die Bahn dann starten mit komplett 80 Sesseln wieder drin, mit den ganzen eingeladenen Gästen dazu, das ist für alle Beteiligten schon ein emotionaler Moment, weil viele doch sehr an dieser Bahn hängen und das auch ein Aushängeschild für Bad Kohlgrub und natürlich das Hörnle ist“.

Gibt es schon einen konkreten Termin für die Wiedereröffnung?

Frank Peters, Geschäftsführer der Hörnle-Bahn:

„Zum Termin für die Wiedereröffnung werden wir natürlich jetzt immer häufiger gefragt, weil die Leute interessiert sind: Wann geht es denn wieder los? Wann fährt die Bahn wieder? Wir können leider noch keinen konkreten Termin nennen, weil da viel zu viele Arbeiten noch dranhängen, bei denen wir nicht wissen, wann die Fertigstellung erfolgt. Aktuell gehe ich davon aus, dass wir gegen Ende der zweiten Juni-Woche die Bahn in Betrieb nehmen können. Vorher wird das sicherlich nichts werden, weil wir durch den Wintereinbruch und die Hangsicherungsarbeiten an der Bergstation ein bisschen im Verzug gewesen sind und das noch nicht aufholen konnten“.
 

Bild © Hoernlebahn/Frank Peters
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