Pöcking: DLRG warnt zum Start der Badesaison vor unterschätzten Gefahren

Lesedauer 3 Minuten
21.05.2026

Sommerwetter zum Start der Pfingstferien: Viele Menschen zieht es jetzt wieder an die Seen im Oberland. Doch zum Beginn der Badesaison lauern dort Gefahren, die schnell unterschätzt werden — vom kalten Wasser über SUP-Unfälle bis hin zu riskantem Verhalten. Worauf Badegäste jetzt achten sollten, welchen Risiken Stand-up-Paddler ausgesetzt sind und wie sicheres Verhalten am See aussieht, darüber sprechen wir mit Jürgen Römmler von der DLRG Pöcking-Starnberg.

Was sind aus Sicht der DLRG die größten Gefahren, wenn die Badesaison an den Seen beginnt?

Jürgen Römmler, 2. stellv. Vorsitzender DLRG Pöcking-Starnberg:

„Die Außentemperaturen liegen teilweise schon bei 25 Grad und darüber, während die Wassertemperaturen noch sehr kalt sind, so zwischen 10 und 15 Grad. Wenn man dann ins Wasser geht, kann das zu Kreislaufversagen führen und letztendlich besteht auch die Gefahr des Ertrinkens“.

Worauf sollten Badegäste also achten?

Jürgen Römmler, 2. stellv. Vorsitzender DLRG Pöcking-Starnberg:

„Immer langsam erst mal ins Wasser reingehen, den Körper an die Wassertemperatur gewöhnen, weil das für den Körper natürlich sehr belastend ist, wenn da so ein großer Temperaturunterschied ist. Also nicht einfach irgendwo vom Steg ins Wasser springen, weil das im schlimmsten Fall tödlich enden kann“.

Wie gefährdet sind beispielsweise SUP-Fahrer, wenn das Wasser noch kalt ist?

Jürgen Römmler, 2. stellv. Vorsitzender DLRG Pöcking-Starnberg:

„So ein SUP-Board ist natürlich sehr wackelig. Man ist dann auch leicht bekleidet, teilweise weil es die Außentemperatur tatsächlich hergibt. Aber wenn man ins eiskalte Wasser fällt, hilft es auch nichts, wenn man ein sehr guter Schwimmer ist. Wenn der Kreislauf dann einfach nicht mitspielt, kommt es zu Problemen“.

Im letzten Jahr sind auffallend viele junge Menschen und Kinder bei Badeunfällen verunglückt. Woran liegt das?

Jürgen Römmler, 2. stellv. Vorsitzender DLRG Pöcking-Starnberg:

„Dass natürlich auch speziell das jüngere Klientel von Ertrinkungsunfällen betroffen ist, liegt einfach daran, dass junge Leute eher mal risikofreudiger sind. Dann möchten natürlich auch mal Alkohol oder Drogen eine Rolle spielen, wo man sich dann mehr zutraut vielleicht. Bei Kindern ist es nochmal anders. Da kann es einfach sein, dass tatsächlich in den letzten Jahren die Kinder das Schwimmen nicht mehr richtig gelernt haben.Das stellen wir tatsächlich auch fest. Immer mehr Bäder schließen. Die Schulen haben es nicht mehr als Regelunterricht, weil die Kinder früher einfach automatisch das Schwimmen schon gelernt haben und die Grundlagen, wie man sich am Wasser verhält. Das wirkt sich natürlich auch aus“.

Das Eibsee-Drama vom vergangenen Jahr ist vielen noch präsent. Wäre eine Schwimmwestenpflicht, etwa beim Tretbootfahren, sinnvoll?

Jürgen Römmler, 2. stellv. Vorsitzender DLRG Pöcking-Starnberg:

„Da appellieren wir tatsächlich eher an den gesunden Menschenverstand. Speziell jetzt auf dem SUP oder grundsätzlich wäre es nicht schlecht, eine Schwimmweste zu tragen, speziell bei Kindern natürlich. Was wir allerdings sehr unterstützen würden, wäre, wenn an Leihbooten zumindest Rettungsmittel vorhanden wären“.

Was rät die DLRG allen Badegästen zum Saisonstart?

Jürgen Römmler, 2. stellv. Vorsitzender DLRG Pöcking-Starnberg:

„Am besten ist natürlich, wenn man nicht alleine irgendwo ins Wasser geht, besonders wenn man weitere Strecken schwimmt. Es ist auch hilfreich, Schwimmhilfen dabei zu haben, falls man wirklich einen Krampf bekommt. Zudem sollte man eine Schwimmboje mitführen, da sie die Sichtbarkeit wesentlich erhöht und man nicht in Gefahr läuft, von einem Boot überfahren zu werden“.

Orte
Garmisch-Partenkirchen Starnberg Pöcking Landsberg am Lech Weilheim i. OB Bad Tölz
Themen
Freizeit Natur Starnberger See
Teilen
Weitere Artikel
Kommende Veranstaltungen