Brenner-Sperre - was ihr dazu wissen müsst

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29.05.2026

Die Fahrt nach Italien über den Brenner ist oft eine Geduldsprobe – an diesem Wochenende wird’s jetzt noch beschwerlicher. Wegen einer Demo am Samstag droht ein massives Verkehrschaos. Auf österreichischer Seite ist von 11.00 Uhr bis 19.00 Uhr für Autos und Motorräder kein Durchkommen, auf italienischer Seite gilt die Sperre von 10.30 Uhr bis 20 Uhr. Nicht nur die Autobahn, sondern auch die Bundesstraße und Nebenstrecken sind in dieser Zeit für den Transitverkehr zu. Initiiert hat den Protest der Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger. Alles was ihr dazu wissen müsst:

Was ist der Grund der Demonstration?

Die Verkehrsflut am Brenner. Die 15.000 Bewohner des Wipptales, von denen viele in unmittelbarer Nähe von Autobahn und Bundesstraße leben, leiden unter Lärm, Feinstaub und vielen Beeinträchtigungen im täglichen Leben durch häufige Staus auf allen Strecken. Fast elf Millionen Autos und nahezu 2,5 Millionen Lastwagen haben 2025 laut Autobahnbetreiber Asfinag die mautpflichtige Autobahn benutzt. Bei den Lkw beträgt der Zuwachs seit 2010 rund 40 Prozent. Seit Inbetriebnahme der Brennerautobahn in den 1960er Jahren hat sich das Verkehrsaufkommen laut Asfinag fast versiebenfacht.

Warum lässt die Justiz die Demonstration zu?

Während bisherige Demonstrations-Versuche wegen eines drohenden Verkehrskollapses nicht genehmigt wurden, weicht das Landesverwaltungsgericht Tirol in seinem Urteil ab. «Eine Untersagung der Demonstration gegen eine hohe Verkehrsbelastung mit einer hohen Verkehrsbelastung zu begründen, führt im Grunde die Versammlungsfreiheit ad absurdum», heißt es in dem Richterspruch. Es sei Sinn der Versammlungs- und Meinungsfreiheit aufzurütteln und zu provozieren, was auch für die Allgemeinheit unangenehm sein könne.

Mit welchen Behinderungen ist zu rechnen?

In dem Zeitraum passieren normalerweise Zehntausende Fahrzeuge den Brenner. Die Blockade fällt mitten in die Pfingstferien von Bayern und Baden-Württemberg sowie ans Ferienende in Sachsen-Anhalt. Die Polizei rechnet mit einer sehr schwierigen Situation auf den Straßen. Die Behörden in Tirol, aber auch in Deutschland bereiten sich auf eine außergewöhnliche Verkehrslage vor. Sie empfehlen dringend auf nicht notwendige Reisen zu verzichten.

Bereits an den Landesgrenzen – also weit vor dem Brenner – werden Fahrzeuge kontrolliert und Fahrer informiert. Sollte es zu einem Verkehrskollaps kommen, droht eine Dosierung des Verkehrs. Auch vor und nach der Sperre dürfte es zu erheblichen Staus kommen.

Kommt wirklich niemand durch?

In der betroffenen Region ist jeglicher Transitverkehr in dem Zeitraum verboten. Erlaubt ist Ziel- und Quellverkehr. Wer also in einem Ort, zum Beispiel im Stubaital, ein Hotel gebucht hat und das nachweisen kann, darf die Sperre passieren. Radfahrer dürfen die Landstraße zum Brenner benutzen. 

Welche Alternativen gibt es?

Für den 30. Mai und auch sonst gibt es auf der Fahrt nach Südtirol und anderen Zielen in Italien zumindest auf dem Papier Alternativen zum Brenner. Dazu zählen der Reschenpass, das Timmelsjoch in Österreich, der Gotthardtunnel und der San-Bernadino-Tunnel in der Schweiz. Der Nachteil: Fast alle diese Routen sind deutlich mühsamer und zeitaufwendiger.

Eine elegante Alternative könnte der Zug sein. Der braucht von Innsbruck bis nach Franzensfeste auf der italienischen Seite heute 80 Minuten.

Mit Informationen von dpa

 

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