Sommersonnenwende im Oberland: Das steckt hinter dem längsten Tag des Jahres

Lesedauer 2 Minuten
19.06.2026

Am Wochenende ist Sommersonnenwende: Die Sonne erreicht ihren höchsten Stand, es ist der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Im Oberland wird es erst spät richtig dunkel – und auch danach nur kurz. Warum der früheste Sonnenaufgang trotzdem schon ein paar Tage früher war, weshalb die heißesten Tage erst noch kommen und was sich nach Sonnenuntergang am Himmel beobachten lässt, erfahrt ihr im Interview mit Stefan Schmid von der Sternwarte Berg.

Am Wochenende ist Sommersonnenwende – welche Besonderheiten können wir rund um den Tag wahrnehmen?

Stefan Schmid, 1. Vorstand Sternwarte Berg:

„Am 21. Juni erreicht die Sonne auf der Nordhalbkugel der Erde den höchsten Punkt über dem Horizont. Das bedeutet, dass wir den längsten Tag und entsprechend die kürzeste Nacht des Jahres erleben. In Süddeutschland geht die Sonne an diesem Tag kurz nach 21 Uhr unter, aber richtig dunkel wird es erst nach Mitternacht – und dann auch nur für etwa eine Stunde“.

Es ist also der längste Tag – aber der früheste Sonnenaufgang ist schon ein paar Tage früher. Wie passt das zusammen?

Stefan Schmid, 1. Vorstand Sternwarte Berg:

„Das liegt an der Umlaufbahn der Erde um die Sonne. Sie ist nicht perfekt kreisförmig, sondern beschreibt eine Ellipse. Das führt dazu, dass sich der jeweilige Sonnenstand nicht gleichmäßig mit unserer Uhrzeit ändert. Dadurch kommt es zu der zeitlichen Verschiebung“.

Die Tage werden wieder kürzer – warum merken wir das erst nach einigen Wochen?

Stefan Schmid, 1. Vorstand Sternwarte Berg:

„Unmittelbar vor und nach der Sommersonnenwende ist die tägliche Änderung der Tageslänge minimal. Wir sprechen von wenigen Sekunden pro Tag. Den gleichen Effekt beobachtet man auch um den 21. Dezember herum, zur Wintersonnenwende mit dem kürzesten Tag im Jahr. Man kann sich das veranschaulichen, wenn man den Verlauf der Tageslänge während eines Jahres in einem Diagramm betrachtet. Die Linie beschreibt eine Sinuskurve, die beim Maximum und Minimum am flachsten ist, sich also am wenigsten ändert. Genau zwischen den Sonnenwenden, also im März und September, sind die täglichen Änderungen der Tageslänge mit etwa 4 Minuten am größten“.

Die heißesten Tage kommen erst nach der Sommersonnenwende. Was ist die Erklärung dafür?

Stefan Schmid, 1. Vorstand Sternwarte Berg:

„Während der Sommer fortschreitet, speichern Luft, Wasser und Boden immer mehr Wärmeenergie. Der Höhepunkt dieser Wärmespeicherung wird erst etwa vier bis sechs Wochen nach der Sonnenwende erreicht. Daher erleben wir die größte Hitze typischerweise im Juli und August“.

Was können wir rund um den 21. Juni am Himmel besonders gut beobachten?

Stefan Schmid, 1. Vorstand Sternwarte Berg:

„Dieses Jahr kann man nach Sonnenuntergang tief über dem Westhorizont zwei helle Punkte am Himmel erkennen. Es handelt sich dabei um den Planeten Venus und etwas unterhalb rechts davon um den Gasplaneten Jupiter. Es lohnt sich also definitiv, bei einer der zahlreichen Sonnenwendfeiern auch einen Blick in den Himmel zu werfen“. 

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Themen
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