Mittenwald: Skigebiet Kranzberg vor ungewisser Zukunft - Ganzjahreskonzept als Rettung?

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02.07.2026

Während viele im Oberland in den nächsten Tagen wieder ans Baden denken, geht es in Mittenwald schon um die nächste Wintersaison – und um die Zukunft des Skigebiets Kranzberg. Die ist weiter ungewiss. Milde Winter, wenig Schnee und Verluste machen dem Betreiber zu schaffen. In finanziellen Schwierigkeiten ist er nach eigenen Angaben aktuell zwar nicht. Klar ist aber auch: Allein mit der immer kürzeren Wintersaison lässt sich der Betrieb auf Dauer nicht sichern.

Deshalb will sich das Kranzberg-Skigebiet künftig breiter aufstellen. Statt nur auf Skibetrieb im Winter zu setzen, soll ein Ganzjahresangebot entstehen. Dafür wären laut Betreiber unter anderem Investitionen in die Infrastruktur nötig. Die Familienparadies-Kranzberg-GmbH hofft dabei auf Unterstützung durch die Marktgemeinde Mittenwald und bietet ihr eine Mehrheit an der GmbH an. Sollte sich kein neuer Gesellschafter finden, könnte der Betrieb eingestellt werden.

Bürgermeister Enrico Corongiu zeigt sich grundsätzlich offen für Gespräche, will aber keinen politischen Schnellschuss. Zunächst müssten die Unterlagen sorgfältig geprüft werden.

„Also das gehört halt sorgfältig geprüft. Da haben wir uns jetzt mal vereinbart, dass wir uns gemeinsam die Zahlen anschauen: Wie schaut es betriebswirtschaftlich aus über die letzten Jahre und vor allem, was ist auch an der Infrastruktur zu machen? Also jetzt halt einfach blind irgendwo zu sagen, wir steigen da irgendwo ein, das geht nicht und das dürfen wir auch kommunalrechtlich nicht“, sagt Corongiu.

Nach der Prüfung der Unterlagen soll sich auch der Gemeinderat mit dem Thema befassen. Dabei geht es nicht nur um die finanzielle Lage, sondern auch um die Frage, welche Rolle das Skigebiet künftig für den Tourismus in Mittenwald spielen kann.

Dass klassische Wintersportangebote zunehmend unter Druck geraten, ist laut Corongiu deutlich spürbar. Immer weniger Menschen würden flächendeckend Ski fahren – auch, weil es klimabedingt nicht mehr überall zuverlässig möglich sei. Von einem größeren Skigebietsbetreiber habe er gehört, dass inzwischen schon jeder zweite Gast ohne Ski komme.

Trotzdem sei ein touristisches Angebot am Kranzberg für den Ort wichtig, betont der Bürgermeister. Gerade für Familien und Kinder spiele ein wohnortnahes Angebot eine Rolle.

„Natürlich ist es wichtig, heute für den Tourismusort, dass man da irgendwo auch Angebote hat. Auch ich habe da oben das Skifahren gelernt. Je weiter die Strecken sind, desto schwieriger wird das Thema, um Skifahren zu lernen, genauso wie beim Schwimmen. Nichtsdestotrotz muss man natürlich auch schauen, ob es wirtschaftlich zu bewerkstelligen ist“, so Corongiu.

Wie es mit dem Kranzberg-Skigebiet weitergeht, bleibt damit offen. In einem ersten Schritt will der Markt Mittenwald nun die Zahlen und Unterlagen der GmbH prüfen. Erst danach dürfte klarer werden, ob und in welcher Form sich die Gemeinde an der Zukunft des Skigebiets beteiligen könnte. 

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