Trockenheit setzt der Landwirtschaft im Oberland zu – so sind die Ernteaussichten
Die Getreideernte im Oberland hat begonnen. Die ersten Mähdrescher sind bereits auf den Feldern unterwegs. Doch die anhaltende Trockenheit und die jüngste Hitzewelle haben deutliche Spuren hinterlassen. Viele Landwirte rechnen mit geringeren Erträgen. Markus Drexler vom Bayerischen Bauernverband:
„Grundsätzlich ist die Lage im Oberland schon dramatisch. Dabei muss man festhalten: Das Oberland ist normalerweise von vielen Niederschlägen geprägt. Deshalb merkt man besonders deutlich, wie viel Regen ausgeblieben ist. Die Wiesen sind ausgebrannt“.
Der Bauernverband geht insgesamt von einer durchschnittlichen Getreideernte aus. Allerdings gibt es laut Drexler große regionale Unterschiede. Einige Betriebe melden gute Ergebnisse, andere deutlich geringere Erträge.
„Die Gerste ist teilweise schon gedroschen. Viele Mähdrescher waren noch vor den aktuellen Regenschauern unterwegs. Wir haben sehr unterschiedliche Rückmeldungen: Es gibt gute Erträge, aber auch desaströs niedrige Erträge, wo die Trockenheit voll durchgeschlagen hat.“
Besonders beim Weizen sind keine Spitzenerträge mehr zu erwarten. Durch Hitze und Trockenheit sei er teilweise zu schnell gereift. Hoffnung macht der Regen der vergangenen Tage vor allem bei Hackfrüchten wie Mais, Kartoffeln und Rüben. Bis zu deren Ernte im September bleibt noch etwas Zeit. Dort könne der Niederschlag noch helfen.
Probleme bereitet die Trockenheit auch den Waldbauern. Die jüngsten Niederschläge reichen nach Einschätzung des Bauernverbands nicht aus, um die Wasserspeicher im Boden wieder aufzufüllen.
„Im Wald wird der aktuelle Regen die tieferen Schichten wohl nicht erreichen, weil die oberen Bodenschichten bereits derartig trocken sind. Die Wasserspeicher können deshalb kurzfristig nicht aufgefüllt werden. Dazu kommt, dass bereits die vergangenen Jahre vergleichsweise trocken waren und man deshalb mit einem Defizit ins Jahr startet.“
Damit sich der Waldboden erholen kann, bräuchte es laut Drexler ein bis zwei Wochen ergiebigen Regen. Das sei derzeit nicht zu erwarten.
Zusätzlich belasten stark gestiegene Kosten die landwirtschaftlichen Betriebe. Gleichzeitig bleiben die Erzeugerpreise niedrig – mit Ausnahme von Raps.