Nach Wolfsriss in Egling: Behörden prüfen weitere Schritte – so schätzt ein Jäger die Situation ein
Ein Wolf hat Ende Juni im Eglinger Moor im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zwei Schafe gerissen. Das Landesamt für Umwelt hat den Wolfsriss jetzt per DNA-Analyse bestätigt. Es ist der erste bestätigte Wolfsriss im Landkreis seit fast zehn Jahren.
Der Vorfall beschäftigt auch die Jäger vor Ort. Heinz Repert, 1. Vorsitzender der Jagdkreisgruppe Wolfratshausen, ordnet die Situation so ein:
„Sorge und Angst? Mit Sicherheit nicht. Die sind halt jetzt umherziehende Wölfe. Ich denke nicht, dass dieser Wolf im Gebiet sesshaft ist. Das ist ja auch noch nicht bestätigt, dass wir einen sesshaften Wolf haben, mit Sicherheit ein durchziehender, und der hat halt Hunger gehabt und hat sich dann an dem Schaf vergriffen.“
Auch das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen hält es für wahrscheinlich, dass das Tier auf der Durchreise war. Trotzdem nimmt die Behörde den Vorfall ernst. Sprecherin Marlis Peischer erklärt:
„Es ist davon auszugehen, dass der Wolf längst weitergezogen ist. Allerdings kann man nicht ausschließen, dass auch künftig ein Wolf den Landkreis durchstreifen wird. Die Jagdbehörde nimmt deshalb den Riss der Schafe sehr ernst und prüft derzeit, welche Maßnahmen ergriffen werden können.“
Die Untere Jagdbehörde prüft derzeit unter anderem, welche Möglichkeiten für einen möglichen Abschuss bestehen. Gleichzeitig wollen die Jäger in der Region genauer hinschauen. Jäger Heinz Repert:
„Wir Jäger werden jetzt verstärkt Beobachtungen machen und alle Spuren, Fotos von den Wildkameras, Abdruckgefährten, Losung, schauen, dass wir das bestätigen können und dann an das Landesamt weitergeben, wenn sich da irgendwas tut in der Richtung.“
Auch die Frage, wie mit Wölfen umgegangen werden soll, falls sie dauerhaft in der Region bleiben, spielt dabei eine Rolle. Dazu sagt Repert:
„Sollte sich aber bestätigen, dass die Wölfe sesshaft werden bei uns, dann muss die Jagd einschreiten und das so gestalten, dass es für Landwirtschaft und für Bevölkerung tragbar ist.“