Sonnenfinsternis im Oberland: Alles, was ihr zum seltenen Himmelsereignis wissen müsst
Sonnenfinsternis, Perseiden und Ende August auch noch eine Mondfinsternis: Es sind echte Highlight-Tage für Fans außergewöhnlicher Himmelsschauspiele im Oberland. Los geht es heute Abend mit der partiellen Sonnenfinsternis. Wann der Höhepunkt erreicht ist, wo ihr den besten Blick habt und wie ihr eure Augen richtig schützt, erklärt Stefan Schmid, 1. Vorstand der Sternwarte Berg. Außerdem verrät er, wann die Chancen auf Sternschnuppen besonders gut stehen und was uns bei der Mondfinsternis Ende August erwartet.
Wann startet die Sonnenfinsternis bei uns im Oberland und wann ist der Höhepunkt?
Stefan Schmid, 1. Vorstand Sternwarte Berg:
„Die partielle Sonnenfinsternis am 12. August beginnt im Oberland um etwa 19:23 Uhr, wenn der Mond den äußeren rechten Rand der Sonnenscheibe berührt. Zur maximalen Bedeckung von knapp 89 Prozent kommt es gegen 20:16 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt ist nur noch eine schmale Sonnensichel erkennbar. Die noch teilweise verdeckte Sonne geht dann bereits einige Minuten später um 20:33 Uhr am Westhorizont unter. Man darf sich also auf einen besonders stimmungsvollen Sonnenuntergang gefasst machen“.
Welcher Standort eignet sich besonders gut, um das Spektakel zu verfolgen?
Stefan Schmid, 1. Vorstand Sternwarte Berg:
„Um die diesjährige Sonnenfinsternis zu beobachten, empfiehlt sich ein offener, hochgelegener Standort mit möglichst freier Sicht zum Westhorizont. Besonders reizvoll könnte auch ein Platz am Ostufer eines Sees sein, wie beispielsweise am Ammersee oder Starnberger See, von dem aus man ungestört Richtung Westen blicken kann“.
Wie kann ich die Sonnenfinsternis gefahrlos beobachten?
Stefan Schmid, 1. Vorstand Sternwarte Berg:
„Wer die Sonnenfinsternis selbst beobachten möchte, muss einige Sicherheitsregeln beachten. Andernfalls drohen schwere Schädigungen der Augen. So darf man beispielsweise nie ungeschützt in die Sonne schauen. Die einfachste Methode ist die Verwendung von zertifizierten Sonnenfinsternisbrillen, die auch als Sofi-Brillen bezeichnet werden und im Fachhandel erhältlich sind. Beim Beobachten mit Ferngläsern und Teleskopen sind spezielle Filter oder lichtschwächende Zusatzoptiken zwingend erforderlich. Hier reichen Sofi-Brillen nicht mehr aus“.
Nach der So-Fi gibt’s am Himmel gleich das nächste Highlight – der Höhepunkt der Perseiden. Wann ist der beste Zeitpunkt, um die meisten Sternschnuppen zu sehen?
Stefan Schmid, 1. Vorstand Sternwarte Berg:
„Zum Maximum des diesjährigen Perseiden-Sternschnuppenschauers kommt es nur wenige Stunden nach der Sonnenfinsternis, nämlich in der Nacht vom 12. auf den 13. August, kurz nach Mitternacht bis zum frühen Morgen. Mit etwas Glück sind bereits ab etwa 22 Uhr die ersten Perseiden zu sehen. Da der Mond zu diesem Zeitpunkt ja bereits mit der Sonne untergegangen ist, bietet sich uns dieses Jahr ein perfekt dunkler Himmel für die Sternschnuppenjagd“.
Brauche ich einen anderen Standort, um die Sternschnuppe zu sehen oder kann ich am gleichen Ort bleiben wie bei der So-Fi?
Stefan Schmid, 1. Vorstand Sternwarte Berg:
„Für die Beobachtung von Sternschnuppen wird ein dunkler, freier Beobachtungsplatz mit ungestörter Rundumsicht benötigt, der idealerweise etwas entfernt von Straßenlaternen und beleuchteten Gebäuden liegt. Wenn man das bereits bei der Standortwahl für die Sonnenfinsternis berücksichtigt, ist man hier auf der sicheren Seite“.
Am 28. August gibt es auch noch eine Mondfinsternis. Wie spektakulär wird die?
Stefan Schmid, 1. Vorstand Sternwarte Berg:
„Die Mondfinsternis am 28. August ist ein besonderes Schmankerl für Frühaufsteher. In Starnberg tritt der Mond um 4:34 Uhr morgens in den Kernschatten der Erde ein. Zum Finsternis-Höhepunkt kommt es um 6:13 Uhr. Dabei wird der Mond jedoch nicht vollständig in den Erdschatten eintreten, sondern nur zu etwa 93 Prozent. Es handelt sich also um eine partielle Mondfinsternis. Da der Mond an diesem Tag bereits um 6:33 Uhr im Westen untergeht, kann nicht die gesamte Finsternis verfolgt werden. Außerdem sollte man berücksichtigen, dass in den Morgenstunden kurz vor Sonnenaufgang der Himmel bereits merklich aufgehellt ist, was die Beobachtung erschweren wird“.