Tierrettungen im Oberland wegen Hitze im Dauereinsatz – wie wir helfen können

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13.08.2026

Die anhaltende Hitze sorgt bei den Tierrettungen im Oberland für immer mehr Arbeit. Sowohl der Tiernotfall-Rettungsdienst Oberland in Schongau als auch die Tierhilfe Tutzing melden deutlich mehr Einsätze als sonst. Die Lage sei zunehmend kritisch und teilweise dramatisch, sagt Franziska Böttger von den Tierrettern in Schongau. Wie stark die Belastung inzwischen gestiegen ist, zeigt der Blick auf die Zahlen des Tiernotfall-Rettungsdienstes.

„Die Einsatzzahlen sind ums Dreifache gestiegen. Es werden immer mehr Wildtiereinsätze, Wildvögeleinsätze komplett. 2025 sind wir 1020 Einsätze, fanden das komplette Jahr und wir grenzen jetzt schon fast an die 1000 Einsätze.“

Auch bei der Tierhilfe Tutzing ist die Entwicklung deutlich: Im vergangenen Jahr gab es rund 700 Einsätze, in diesem Jahr sind es bereits gut 600.

Besonders auffällig ist die Lage bei Wildvögeln. Welche Tiere derzeit häufig Hilfe brauchen, erklärt Franziska Böttger:

„Auf jeden Fall Mauersegler, Schwalben und Störche momentan sehr extrem. Die größten Probleme sind bei Mauersegler und Schwalben zum Beispiel, dass sie unter den Dachplatten nisten und aufgrund der Temperatur suchen die Jungvögel einen kühleren Ort und fallen dann aus dem Nest raus.“

Die Tierhilfe Tutzing meldet inzwischen teilweise zehn Vogel-Notfälle am Tag – früher waren es etwa zehn pro Woche. Wichtig: Nicht jeder Jungvogel am Boden braucht automatisch Hilfe. Im Zweifel sollte eine Tierrettung oder Wildtierhilfe kontaktiert werden.

Nicht nur Wildtiere brauchen bei hohen Temperaturen besondere Aufmerksamkeit. Auch für Hunde und Katzen kann das Sommerwetter schnell belastend werden. Was Halter jetzt beachten sollten:

„Bei den Hunden vor allem natürlich nur ganz in der Früh oder spät abends Gassi gehen, Wasser mitnehmen zum Gassi gehen und den Hunden auch anbieten. Nicht auf heißem Asphalt laufen und natürlich auch Schattenplätze anbieten. Das gilt natürlich für Katzen auch.“

So könnt ihr Tieren bei Hitze helfen

  • Wasserschalen aufstellen: Für Vögel, Igel, Eichhörnchen und Insekten. Das Wasser täglich wechseln und die Gefäße sauber halten. Steine in der Schale helfen Insekten beim sicheren Trinken.
  • Schatten schaffen: Hecken und Büsche möglichst stehen lassen und natürliche Rückzugsorte erhalten.
  • Hunde schützen: Spaziergänge auf den frühen Morgen oder späten Abend legen, Wasser mitnehmen und heißen Asphalt meiden.
  • Jungvögel nicht vorschnell mitnehmen: Viele Ästlinge werden auch am Boden noch von ihren Eltern versorgt. Im Zweifel Experten fragen.
  • Tiere niemals im Auto lassen: Auch nicht für wenige Minuten.
  • Bei verletzten oder hilflosen Tieren Hilfe holen: Tierrettung, Wildtierhilfe oder Tierschutzverein kontaktieren.
Bild © Tiernotfall-Rettungsdienst Oberland
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