IG Metall protestiert in Penzberg gegen Sparkurs der Autoindustrie

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21.09.2026

Beschäftigte aus der Auto- und Zulieferindustrie gehen heute auch im Oberland auf die Straße. Die IG Metall hat bundesweit zu Protesten aufgerufen. In Penzberg wollen sich am Nachmittag rund 150 Beschäftigte beteiligen.

Im Mittelpunkt stehen die Standorte von Linamar, Winning BLW und Hörbiger. Die Gewerkschaft will damit auf die Lage in der deutschen Autoindustrie und bei den Zulieferern aufmerksam machen. Karl Musiol von der IG Metall Oberland erklärt, wie der Protest in der Region ablaufen soll:

„Alle Metaller im Oberland protestieren. Schwerpunkt ist Penzberg. Linamar und Winning BLW gehen gegen 14 Uhr raus und stecken Fahnen an ihre Autos. Kollegen von Hoerbiger Penzberg schließen sich an und kommen vorbei.“

Sorge um die Zukunft der Zulieferer

Viele Autohersteller sparen derzeit und bauen Stellen ab. Das bekommen auch Zulieferer zu spüren. Im Oberland ist die Lage aktuell zwar teilweise noch besser, die IG Metall blickt aber mit Sorge auf die kommenden Jahre. Musiol sagt:

„Zulieferer im Oberland haben bereits abgebaut. Derzeit ist die Auslastung sogar gut. Hoerbiger stellt ein, das bleibt nicht mehr lange so. Wir kämpfen jetzt für Aufträge in der Zukunft oder, noch besser, für neue Technologien hier im Oberland.“

Die Gewerkschaft fordert deshalb mehr Investitionen in die heimischen Standorte. Außerdem will sie die 35-Stunden-Woche erhalten.

Forderungen an die Politik

Aus Sicht der IG Metall reicht es nicht, nur bei den Unternehmen anzusetzen. Auch die Politik müsse bessere Bedingungen für die Industrie schaffen. Musiol nennt mehrere Punkte:

„Unsere Forderung an die Politik? Mehr Handelsschutz. Wer hier verkauft, muss hier produzieren. Stromkosten runter, Bürokratie abbauen. Wir wollen Finanzhilfen für Zulieferer wie Hoerbiger, Hirschvogel, Webasto und Linamar. Und die Blockaltersteilzeit muss unbedingt bleiben.“

Kritik vom Verband der Automobilindustrie

Der Verband der Automobilindustrie sieht die Proteste kritisch und wirft der Gewerkschaft vor, notwendige Veränderungen zu blockieren. Für Musiol kommt diese Kritik zu einem erwartbaren Zeitpunkt:

„Wir sind bald in Tarifverhandlungen. Natürlich schimpfen die Verbände gerade jetzt. Klar ist: Zurückhaltung beim Gehalt rettet keinen Arbeitsplatz, keinen einzigen, schon gar nicht bei uns im Oberland, wo gerade eingestellt wird.“

Die Kundgebung in Penzberg ist Teil eines bundesweiten Aktionstags der IG Metall. Mit den Protesten will die Gewerkschaft vor allem Druck für Investitionen, sichere Arbeitsplätze und eine Zukunft der Autoindustrie an deutschen Standorten machen.

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Themen
Demonstration Verkehr Auto Wirtschaft IG Metall
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