Weitere Felsstürze an der Zugspitze: So schätzt ein Geologe die Lage ein

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24.09.2026

An der Zugspitze brechen weiter Felsen ab. Nach einem größeren Felssturz am Dienstag sind auch am Mittwochabend auf Tiroler Seite erneut Gesteinsbrocken abgestürzt. Videos in den sozialen Medien zeigen, wie Teile der Felswand abbrechen und eine große Staubwolke entsteht.

Am Dienstag hatten sich rund 20 bis 30 Kubikmeter Kalkstein gelöst. Die Erschütterungen waren sogar messbar: Auf der Erdbebenseite der LMU München hinterließ der Felssturz deutliche Ausschläge.

Felsstürze kommen immer wieder vor

Dass sich an der Zugspitze Gestein löst, ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Der Felssturz vom Dienstag war allerdings auffällig groß. Geologe Michael Krautblatter von der TU München ordnet das Ereignis im ZDF so ein:

„An der Zugspitznordwand gibt es immer Felsstürze und es kommen einige hundert Kubikmeter pro Jahr runter. Das ist aber schon einer der größeren, deshalb fällt er auf.“

Auch Daniel Wilhelm, Betriebsleiter der Tiroler Zugspitzbahn, beobachtet regelmäßig Felsstürze. Dieses Ereignis sei allerdings besonders gut sichtbar gewesen:

„Natürlich durch die Trockenheit weil es nicht mehr geregnet hat, war die Staubwolke sehr groß. Wir haben oft Felsstürze, aber das war jetzt einer, der durch die Staubwolke sehr offensichtlich war.“

Experten rechnen mit weiteren Felsstürzen

Eine Rolle könnte der Permafrost spielen. Er stabilisiert das Gestein in großen Höhen, taut durch hohe Temperaturen aber zunehmend auf. Nach dem sehr warmen Sommer könnte sich die Wärme jetzt zeitversetzt bis tief in die Felswand auswirken. Michael Krautblatter rechnet deshalb damit, dass in nächster Zeit weitere Felsen abbrechen könnten:

„Wir hatten einen extrem warmen Sommer. Das dauert dann zwei bis drei Monate, bis das dann in den Felsen durchgeht. Und da kommt jetzt in den nächsten zwei, drei Wochen der warme Impuls erst so richtig in die Felswand hinein.“

Für Wanderer besteht nach Angaben der Bergwacht Grainau aktuell keine Gefahr. Der betroffene Bereich liegt abseits der Wanderwege. 

Bild © Dominik Bartl/MedienPics.de
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