Penzberger Krankenhaus soll "sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung" werden

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08.10.2026

Wie geht es mit dem Krankenhaus Penzberg weiter? Die Starnberger Kliniken wollen den Standort ab Januar 2027 als sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung weiterführen. Der entsprechende Antrag an den Freistaat wurde gestellt. Der Aufsichtsrat der Starnberger Kliniken entscheidet heute über das Vorhaben. Bis zur geplanten Umstellung bleibt die Versorgung in Penzberg unverändert. Voraussetzung für den neuen Versorgungsauftrag ist die Zustimmung des Freistaats.

 

Antworten auf die wichtigsten Fragen

Warum sich das Haus neu aufstellt

Die Krankenhausreform ordnet die Versorgung in Deutschland neu. Welche Leistungen ein Krankenhaus erbringen darf und bezahlt bekommt, hängt künftig an sogenannten Leistungsgruppen, für die feste Anforderungen an Personal, Ausstattung und Erfahrung gelten. Für ein Haus in der Größe Penzbergs heißt das: Notaufnahme rund um die Uhr, Intensivstation, OP-Betrieb und ärztliche Präsenz in allen Fächern Tag und Nacht lassen sich wirtschaftlich nicht dauerhaft tragen. Neu ist die Überlegung nicht: Die Möglichkeit einer sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung war bereits im Juli Thema einer Informationsveranstaltung für die Mitarbeitenden.

Dass der Antrag jetzt gestellt wird, hat einen konkreten Grund. Im August haben sich Krankenkassen und Krankenhäuser auf Bundesebene geeinigt, wie sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen finanziert werden, mit festen Pauschalen für die ersten drei Jahre. Damit gibt es erstmals eine verlässliche Grundlage, auf der sich planen lässt. Soll das Haus im Januar 2027 in der neuen Form starten, muss der Antrag bis zum 30. September beim Bayerischen Gesundheitsministerium eingehen.

„Wir haben abgewartet, bis klar war, wie die neue Form finanziert wird. Jetzt ist es klar. Und jetzt können wir einen Weg gehen, der die Versorgung vor Ort sichert und den wir als Träger auch wirtschaftlich dauerhaft verantworten können“, sagt der Starnberger Landrat Stefan Frey, zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats der Starnberger Kliniken.

 

Was sich bei Notfällen ändert

Eine große Sorge vieler Penzbergerinnen und Penzberger gilt der Notaufnahme. Zur Einordnung: 2025 kamen zwischen 20 und 8 Uhr im Schnitt rund fünf Patientinnen und Patienten pro Nacht. Als hochdringlich eingestuft wurde weniger als einer. Gerade bei diesen seltenen Fällen entscheidet vor allem, wohin der Weg führt: Ein Schlaganfall braucht eine Stroke Unit, ein Herzinfarkt ein Herzkatheterlabor, eine schwere Verletzung ein Traumazentrum – wie sie das Klinikum Starnberg im selben Verbund vorhält. Und: Die Behandlung beginnt mit dem Eintreffen des Rettungsdienstes. „Im Notfall zählt jede Minute. Wer direkt dorthin kommt, wo alles bereitsteht, verliert keine Zeit mit einer Weiterverlegung“, sagt Ertl. „Für alles andere bleibt Penzberg tagsüber die Adresse vor der Haustür.“

Bei akuten Beschwerden und leichten Verletzungen hilft künftig die Ambulanz, auch am Wochenende. Häufige internistische Erkrankungen, die weder eine Intensivbehandlung noch einen Eingriff erfordern, werden weiterhin stationär in Penzberg behandelt. Ab 20 Uhr und bei schweren Notfällen übernehmen die umliegenden Notaufnahmen. Am Penzberger Notarztdienst will sich das Haus weiter beteiligen.

 

Was sich für die Mitarbeitenden ändert

Für rund 100 der etwa 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Penzberg würde sich damit der Arbeitsplatz verändern. Wer nicht im neuen Angebot vor Ort weiterarbeitet, erhält ein Angebot an einem anderen Standort der Starnberger Kliniken. Betriebsbedingte Kündigungen sind nach heutigem Stand nicht geplant. „Die Arbeit wandert mit“, sagt Ertl. „Die Chirurgie aus Penzberg zieht nach Starnberg und Seefeld, und dort brauchen wir genau die Erfahrung, die unsere Kolleginnen und Kollegen mitbringen. Für viele ist ein neuer Arbeitsort trotzdem ein Einschnitt, und das nehmen wir ernst.“

Wie es weitergeht

Weil der Antrag für einen Start im Januar 2027 bis zum 30. September eingehen muss, geht er noch vor der Sitzung des Aufsichtsrats an das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, das in Bayern über die Krankenhausplanung entscheidet. Grundlage sind frühere Beschlüsse des Aufsichtsrats zur Zukunft des Standorts. Am 8. Oktober befasst sich das Gremium erneut mit dem Vorhaben und trifft seine Entscheidung.

Das Krankenhaus liegt im Landkreis Weilheim-Schongau, gehört aber zu den Starnberger Kliniken und damit zum Landkreis Starnberg. Für Frey ist das eine Verantwortung über die Kreisgrenze hinweg: „Ein Krankenhaus gehört zu seiner Stadt. Den Weg in die neue Form wollen wir deshalb gemeinsam mit Penzberg gehen.“

Bis zur Umstellung bleibt die Versorgung in Penzberg unverändert. Mit dem Rettungsdienst werden die Abläufe in den kommenden Wochen im Detail abgestimmt. Für Ertl setzt der neue Auftrag vor allem einen Maßstab: „Ein gutes Krankenhaus muss nicht alles können. Es muss halten, was es verspricht. Daran wollen wir uns in Penzberg messen lassen.“

Quelle: Starnberger Kliniken 

 

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