Falsche Klinikmitarbeiter: Polizei und Krankenhausgesellschaft warnen vor Schockanrufen

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22.10.2026

Mit erfundenen Notfällen versuchen Betrüger auch im Oberland immer wieder, Menschen um ihr Erspartes zu bringen. Aktuell warnen die Bayerische Krankenhausgesellschaft und das Landeskriminalamt vor einer besonders hinterhältigen Betrugsmasche. Dabei geben sich die Täter als Ärzte, Klinikmitarbeiter oder Angehörige aus und nutzen gezielt die Angst um Familienmitglieder.

Wie die Betrüger dabei vorgehen, erklärt Ludwig Waldinger vom Bayerischen Landeskriminalamt:

„Eine davon ist, dass man sich als naher Angehöriger ausgibt, der einen schweren Unfall hat oder wegen einer Erkrankung im Krankenhaus ist. Zur Behandlung wird sofort dringend Geld benötigt. Mit diesem Druck aufbauen, mit diesem emotionalen zeitlichen Druck, wird das Opfer dazu gebracht, Geld oder auch Wertgegenstände sofort auszuhändigen.“

Obwohl die Polizei regelmäßig vor Schockanrufen warnt, haben die Täter weiterhin Erfolg. Dabei sind längst nicht nur ältere Menschen betroffen. Ludwig Waldinger erklärt, warum die Betrugsmasche so gut funktioniert:

„Der Moment, wo das Telefon läutet, wo dieser extreme Zeitdruck, wo die Emotionen angesprochen werden, dann sind viele Leute einfach nicht mehr dazu in der Lage, rationelle Entscheidungen zu treffen. Diese Opfer findet man dann auch in allen Alters- und Gesellschaftsschichten.“

Wie groß das Problem inzwischen ist, zeigen die Zahlen des Landeskriminalamtes. Ludwig Waldinger zieht Bilanz:

„Allgemein Schockanrufe. Da hatten wir letztes Jahr mehr als 10.000 Fälle angezeigt. Eine mittlere dreistellige Zahl war leider auch erfolgreich und dabei entstanden einen Schaden von mehr als 24 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr dieses Jahres sind bereits mehr als 6.000 Fälle angezeigt worden und der Schaden sind 15 Millionen Euro.“

Die Bayerische Krankenhausgesellschaft stellt klar: Krankenhäuser verlangen niemals telefonisch Geld von Angehörigen, damit Patienten behandelt oder operiert werden. Wer einen solchen Anruf erhält, sollte deshalb besonders misstrauisch werden.

Ludwig Waldinger erklärt, wie Betroffene am besten reagieren:

„Sobald man am Telefon Geldforderungen oder irgendwas bekommt, einfach auflegen. Und wenn man dann misstrauisch wird, dann sollte man unter bekannten Telefonnummern die Angehörigen anrufen und wir feststellen, dass es der Tochter gut geht. Das wäre ganz wichtig und man soll auch dann einfach die Polizei anrufen, wenn man seinen Anruf hatte. Das ist für uns natürlich sehr wichtig, dass wir wissen, dass diese Anrufe unterwegs sind.“

Ein zusätzlicher Schutz kann ein gemeinsam vereinbartes Familienpasswort sein. Damit lässt sich bei verdächtigen Anrufen überprüfen, ob tatsächlich ein Angehöriger am Telefon ist. Das wird zunehmend wichtiger, weil Betrüger mithilfe künstlicher Intelligenz inzwischen sogar Stimmen täuschend echt nachahmen können.

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Themen
Polizei Delikt Betrug
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