Vandalismus und Vermüllung auf Berghütten im Oberland - DAV ist sprachlos und appelliert

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04.11.2026

Kaum ist die Hüttensaison vorbei, gibt es im Zugspitzgebiet schon wieder Ärger. Unbekannte haben im Winterraum der Knorrhütte randaliert und Schäden angerichtet. An der Höllentalangerhütte wurden zudem ein Zelt, Schlafsäcke und jede Menge Müll zurückgelassen. Für den Deutschen Alpenverein sind solche Vorfälle ein großes Problem. Denn Winterräume sollen Bergsteigern in Notlagen Schutz bieten. Doch warum kommt es immer wieder zu solchen Vorfällen? Welche Rolle spielt Social Media und wie will der Alpenverein künftig dagegen vorgehen? Darüber sprechen wir mit Carolin Kalkbrenner, Ressortleiterin Hütten und Wege bei der DAV-Sektion München.

Müll an der Höllentalangerhütte, Vandalismus auf der Knorrhütte. Wie sprachlos machen Sie diese Bilder?

Carolin Kalkbrenner, DAV Sektion München:

„Da fehlen einem wirklich die Worte, wie respektlos manche Menschen auch der Natur gegenüber sind und ihren Müll da einfach liegen lassen. Mindestens genauso schlimm ist, dass Sachen mutwillig kaputtgemacht und zerstört werden. Warum macht man das? Das ist für mich nicht nachvollziehbar“.

Hat der Missbrauch von Notunterkünften in Ihren Augen neue Ausmaße angenommen?

Carolin Kalkbrenner, DAV Sektion München:

„Also, ob der Missbrauch von Notunterkünften neue Ausmaße angenommen hat, kann ich nicht wirklich beurteilen. Ich weiß nicht, wie es bei den anderen Sektionen und Hütten ist. Bei uns hat es auf jeden Fall in den letzten zwei Jahren zweimal die Knorrhütte erwischt. Aus der Vergangenheit weiß ich nicht, dass es bei uns schon einmal in so kurzer Zeit so viele Schäden gegeben hat. Aber Statistiken habe ich natürlich nicht“.

Wie erklären Sie sich diese Vorfälle? Trägt auch Social Media seinen Teil dazu bei?

Carolin Kalkbrenner, DAV Sektion München:

„Eine wirkliche Erklärung habe ich nicht, sonst könnte man dem ja entgegenwirken. Aber die sozialen Medien tragen sicherlich einen Teil dazu bei, weil sie dazu führen, dass sehr unerfahrene Menschen auf Wegen unterwegs sind, auf denen sie aufgrund ihres Kenntnisstands nichts zu suchen haben. Sie informieren sich einfach auch nicht entsprechend über das Wetter, die Schwierigkeit des Weges und die Ausrüstung, die sie brauchen, sondern meinen nur aufgrund eines Posts von irgendwem anders, sie könnten das auch. Und das ist, glaube ich, das Fatale an der ganzen Sache“.

Was bedeuten die jüngsten Fälle für die neue Wintersaison? Werden neue Maßnahmen ergriffen?

Carolin Kalkbrenner, DAV Sektion München:

„Ja, wie wir aktuell damit umgehen, müssen wir uns erst noch überlegen: Welche Maßnahmen können wir da ergreifen? Ja, schwierig. Also, noch mehr Kontrollen? Dafür muss ja auch irgendjemand Zeit haben. Das kostet alles Geld. Also müssen wir auf den natürlichen Menschenverstand hoffen und darauf, dass die Leute sich so verhalten, wie wir uns das wünschen: respektvoll gegenüber der Natur und den Menschen, die sich um alles kümmern“.

Die meisten Bergsteiger verhalten sich korrekt am Berg. Was ist daher Ihr Appell?

Carolin Kalkbrenner, DAV Sektion München:

„Ja, das stimmt. Die meisten BergsteigerInnen verhalten sich ja wirklich korrekt am Berg, aber die wenigen, die sich nicht an die Regeln halten, sind halt immer das große Ärgernis. Und deswegen unser Appell an die Menschen: Hinterlasst die schöne Bergwelt so, wie ihr sie auch vorfinden wollt, damit wir sie alle weiterhin in vollen Zügen genießen können. Und das Gleiche gilt natürlich auch für die Hütten und die Winterräume“.

Bild © DAV Sektion München Oberland
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