Wenn aus Hilfe Herz wird  

Wenn aus Hilfe Herz wird
 

 

Anett und Michaela vom Freiwilligenzentrum „Auf geht’s!“ im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

"Die Dankbarkeit, dass man hilft – das ist einfach ein richtig gutes Gefühl"

Anett und Michaela vom Freiwilligenzentrum „Auf geht’s!“ leben Ehrenamt. Das merkt man von der ersten Sekunde an. Wenn Michaela von ihrem Ehrenamt spricht, spürt man sofort, wie tief dieses Engagement geht. Seit fast zwei Jahrzehnten begleitet sie Menschen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, die auf besondere Unterstützung angewiesen sind – Blinde, Sehbehinderte, ältere Damen mit Vorsorgevollmacht. Was als spontane Idee während der Elternzeit begann, ist längst ein fester Bestandteil ihres Lebens geworden.

Wie alles begann – eine Einladung mit Folgen

„Damals, als ich Mama geworden bin, also meinen kleinen Sohn hatte, war ich der Meinung, ich müsste jetzt irgendwie ehrenamtlich was machen“, erzählt Michaela. Über eine Engagementberatung lernte sie Anett kennen – Leiterin des Freiwilligenzentrums „Auf geht’s!“ – und bekam einen Einblick in die vielen Möglichkeiten, sich freiwillig zu engagieren.

„Da wird dann abgecheckt, was möchte ich machen oder mit welchen Themen möchte ich mich beschäftigen“, erklärt Michaela das Beratungskonzept. Im zweiten Schritt finden Ehrenamtler und die entsprechenden Institutionen zusammen. 

Ein Konzept, das funktioniert und Herzen verbindet.

Ein Platz, der passt – Engagement mit und für Menschen

Weil damals gerade Bedarf im Umgang mit Blinden und Sehbehinderten herrschte, landete Michaela in diesem Bereich. Dort sprang der Funke sofort über: „Die Chemie hat super gepasst – und das mache ich seit, ich glaube, 2006 regelmäßig.“

Seitdem ist sie für viele Betroffene eine feste Stütze. Sie begleitet sie zu Arztbesuchen, hilft bei Schreibarbeiten, füllt gemeinsam mit ihnen Anträge aus – und schenkt ihnen vor allem eines: Zeit und Aufmerksamkeit.

„Ich bin dann bei den Blinden und Sehbehinderten hängen geblieben“, sagt sie mit einem Lächeln, das ansteckt.

„Das passt in meinen Alltag“ – Ehrenamt mit Augenmaß

Michaela weiß, wie herausfordernd der Spagat zwischen Familie, Alltag und Ehrenamt sein kann und hat gelernt, damit umzugehen.

„Ich war am Anfang so eingestellt, dass ich die ganze Welt retten wollte“, sagt sie rückblickend: „Dann stößt man aber ganz schnell an Grenzen.“ Eine wichtige Stütze: das Freiwilligenzentrum. „Da kann man sich eben auch Tipps und Hilfe holen, um nicht auf die falsche Schiene zu geraten, sich möglicherweise selbst zu überfordern.“

Heute engagiert sich Michaela so, dass es zu ihrem Leben passt – ohne schlechtes Gewissen, aber mit viel Hingabe: „Die Leute, die ich betreue, kennen meinen familiären Hintergrund und haben immer Rücksicht darauf genommen.“ 

Vielfalt im Ehrenamt – getragen von einer starken Idee

Anett, die das Freiwilligenzentrum „Auf geht’s!“ seit 2002 mit aufgebaut hat, bringt es auf den Punkt: „Wir finden Ehrenamt und freiwilliges Engagement ganz toll und möchten auch viele Leute dafür gewinnen. Nicht damit sie irgendeine Arbeit machen, die gemacht werden muss, sondern damit sie die Erfahrung machen, wie schön es ist, sich zu engagieren.“

Über 100 Engagementangebote von 59 Einrichtungen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen koordiniert das Zentrum. Vom Kinderhüten über einen Weltladen bis zur Mitarbeit bei der Tafel: „Fast in allen sozialen Organisationen, die Ehrenamtliche brauchen, kann man dazu stoßen.“

Das Zentrum begleitet dabei individuell: „Wir helfen den Leuten bei der ersten Entscheidungsfindung und dann suchen wir zwei, drei Möglichkeiten, die vielleicht passen“, erklärt Anett.

"So lang wie’s geht" – Wenn Ehrenamt zur Lebensaufgabe wird

Für Michaela ist das Ehrenamt mehr als eine Aufgabe, es ist Teil ihrer Identität geworden. „So lang wie es geht“, antwortet sie spontan auf die Frage, wie lange sie sich noch engagieren möchte. Und sie will noch viel entdecken: „Es gibt immer wieder Themen, wo man sich engagieren könnte, es gibt einfach immer was zu tun.“ Dass ihre Hilfe gebraucht wird, spürt sie täglich. Und was sie dafür zurückbekommt, ist unbezahlbar: „Dass man gebraucht wird, ist einfach ein richtig gutes Gefühl. Und auch die Leute, denen man hilft… da werden teilweise Freundschaften draus.“

Gemeinsam mehr bewegen – neue Wege im Ehrenamt

Das Freiwilligenzentrum „Auf geht’s!“ ruht sich nicht aus. Mit Angeboten wie dem „Vereinsführerschein“ oder dem neuen Projekt „Junges Ehrenamt“ will es noch mehr Menschen erreichen – vor allem auch jüngere: „Junge Menschen brauchen spezielle Ansprache und Angebote, um Lust zu haben, etwas zu machen“, sagt Anett: „Und da sind wir gerade dran.“ Wichtig ist, dass es für alles Lösungen gibt: „Wenn jemand sagt, ich möchte überhaupt nur zwei Monate was machen, dann schauen wir, was möglich ist, denn bei uns steht der Mensch im Vordergrund.“

„Auf geht’s!“ – Worte, die alles sagen

Am Ende des Gesprächs bleibt ein Gefühl hängen – Dankbarkeit. Für Menschen wie Michaela, die ehrenamtlich da sind, wenn andere sie brauchen. Und für Einrichtungen wie das Freiwilligenzentrum „Auf geht’s!“, die diesen Einsatz möglich machen. „Wenn man hilft und merkt, die Hilfe kommt an und die Menschen sind einfach so froh drum… das ist einfach schön“, sagt Michaela zum Schluss.

Und Anett bringt es auf den Punkt: „Auf geht’s!“

Lust zum Mitmachen bekommen? 

Das Freiwilligenzentrum „Auf geht’s!“ freut sich immer über neue Ehrenamtliche, die sich engagieren wollen. 

Mehr Info's gibt's hier:

 "Auf geht's"

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