Go and vote! This is a german voting paper for a local election. | © Unsplash / Mika Baumeister

Kommunalwahl 2026

Kommunalwahl 2026

Anmerkung der Redaktion:
Die Antworten des Landratskandidaten/der Landratskandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln. Die Reihenfolge entspricht der auf den Wahlzetteln. 

Weilheim-Schongau

Bertl, Johann (CSU)
Bertl, Johann (CSU)
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Johann Bertl ist der Landratskandidat für die CSU im Stimmkreis Weilheim-Schongau

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Weilheim-Schongau geschaffen werden?

Unser Landkreis ist Zuzugsregion und wird weiterhin wachsen. Menschen aus ganz Deutschland kommen zu uns wegen der attraktiven Lage, der wirtschaftlichen Stärke und der guten Anbindung unseres Landkreises. Bezahlbarer Wohnraum ist ein wichtiges Zukunftsthema in der Hand der Kommunen. Wir müssen im Landkreis alle vorhandenen Möglichkeiten für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums nutzen. Dazu will ich als Landrat prüfen, ob wir die Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis breiter aufstellen können, um Fördermaßnahmen von Bund und Land konsequent zu nutzen. Das Bauturbo-Gesetz des Bundes müssen wir in den Kommunen dafür vollumfänglich nutzen.

Wie kann die Energiewende im Landkreis Weilheim-Schongau vorangetrieben werden?

Dezentrale Energieversorgung und kommunale Wärmeplanung sind in der eigenen Kompetenz der Städte, Märkte und Gemeinden. Der Landkreis unterstützt diese Aufgaben der Kommunen durch seine Mitgliedschaft bei der Stiftung Energiewende Oberland. Die EWO bietet auf diesem Gebiet Beratung für Kommunen und Privatpersonen an. Dafür will ich mich auch künftig einsetzen! Denn kommunale Wärmeplanung kann einen wichtigen Beitrag zur C02-Reduktion im Landkreis leisten. 

 

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Weilheim-Schongau gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Wir müssen dafür konsequent und vorrangig in Schulen und berufliche Bildung investieren. Als Landrat will ich unser Schul-IT-Konzept weiterentwickeln und für die IT-Berufe einen Ausbildungszweig bei uns im Landkreis etablieren. Denn gute Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten bringen nachhaltige Perspektiven für Jugendliche und junge Familien. Heute gut ausgebildete Schüler werden in hochqualifizierten Berufen und als Selbständige in Handwerk und Mittelstand die Arbeitsplätze von morgen schaffen. Das nutzt unserem Wirtschaftsstandort. Das schafft Gestaltungsspielräume für Kommunen. Und das stärkt unsere Heimat als attraktiven Wohn- und Arbeitsplatz.

Unserer Wirtschaftsregion können wir neue Impulse geben mit einem landkreisweitenWirtschaftsförderverein. Er wird für Industrie, Mittelstand und Selbständige in Handel und Handwerk unter Beteiligung des Landkreises Ressourcen bündeln und zusätzliche Chancen aktiviert.  ​

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau aus?

Ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept berücksichtigt alle Formen der Mobilität und alle Verkehrsträger. Dazu gehört der Individualverkehr auf 170 km Kreisstraßen des Landkreises genauso wie der Radverkehr. Als touristische Attraktion ist das Radwegenetz auch ein Wirtschaftsfaktor bei uns. 

Mein Ziel als Landrat ist, den ÖPNV im Rahmen des finanziell Möglichen besser aufzustellen. Dabei ist die Schülerbeförderung das Rückgrat und der MVV strategischer Partner für umweltfreundliche Mobilität. Auf Linien, auf denen der Landkreis bisher die Schülerbeförderung in eigener Regie organisiert und finanziert, kann es gelingen, ein kostenpflichtiges Reiseangebot abseits der Hauptachsen auszuweiten. Neue Chancen liegen auch in sogenannten Rufbus-Verkehren, interkommunalen und überregionalen Angeboten wie dem Alpenbus. 

Als Landrat will ich auch beim Schienenpersonenverkehr als Fürsprecher unseres Landkreises auftreten. Ich bin dafür, dass wir die positive Potenzialanalyse für die Fuchstalbahn zusammen mit dem Landkreis Landsberg am Lech und den Anliegerkommunen auf Chancen für unsere Region untersuchen. 

 

Wie wollen Sie im Landkreis Weilheim-Schongau auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

Die Landkreisbürger haben entschieden, dass in Schongau und Weilheim eine verlässliche Gesundheitsversorgung angeboten werden soll. Diesem Wunsch aus dem Bürgerentscheid fühle ich mich verpflichtet. Als Landrat will ich das heute bestehende Angebot im medizinischen Zentrum in Schongau und im Krankenhaus in Weilheim stabilisieren und finanzierbar weiterentwickeln. Beide Standorte werden einander ergänzen. Schongau braucht Weilheim und Weilheim braucht Schongau. 

Als Landrat will ich behördeninterne Synergien stärker nutzen und Standortvorteile für unsere Gesundheitsversorgung schaffen. Dazu gehört die stärkere Zusammenarbeit mit vorhandener medizinischer Forschung und Spitzentechnologie im Landkreis.  

Zur Gesundheitsversorgung gehört außerdem das hervorragende Angebot der niedergelassenen Haus- und Fachärzte, für die wir attraktive Bedingungen erhalten wollen.

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Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Weilheim-Schongau nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können?

Als Landrat will ich der erste Interessenvertreter aller Landkreisbürger sein. Mein Wunsch ist,dass für alle erlebbar ist, dass wir hier im Pfaffenwinkel in einem Landkreis mit Charme und Chancen daheim sind! Weil wir gut ausgestatte Schulen und attraktive Ausbildungseinrichtungen haben, eine verlässliche Gesundheitsversorgung, Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region und weil bei uns daheim die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft genauso gepflegt und gefördert wird, wie unser Brauchtum und das Ehrenamt. 

Genau dafür will ich mich als Landrat mit ganzer Kraft einsetzen und meiner Erfahrung einsetzten.

Marksteiner, Michael (Freie Wähler)
Marksteiner, Michael (Freie Wähler)
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Michael Marksteiner ist der Landratskandidat für die Freien Wähler im Landkreis Weilheim-Schongau

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Weilheim-Schongau geschaffen werden?

Der Landkreis ist mit verschiedenen Gemeinden zusammen Gesellschafter der Wohnbau GmbH in Weilheim, bei der im Vordergrund der soziale Wohnbau steht. Da die Wohnbau GmbH im Altlandkreis Weilheim gegründet wurde, konzentriert sichihre Tätigkeit auf diese Region. Ich setze mich als Landrat für eine Erweiterung der Wohnbau GmbH in Richtung Westen ein. Die Beitrittsmodalitäten müssten entsprechend geklärt werden, damit keine Gemeinde finanziell überfordert wird. Weiterhin ist eine effektive Senkung der Mieten nur durch ein höheres Angebot an Wohnraum möglich. Dabei spielen die einzelnen Gemeinden im Landkreis eine tragende Rolle. Ich würde mit der Expertise der Landkreisverwaltung die Gemeinden in Sachen Planung neuer Wohngebiete entsprechend unterstützen und sämtliche Bauanträge durch Personalmaßnahmen mit höherer Priorität behandeln. Darüber hinaus sind wir zusätzlich auf private Investoren angewiesen, die bei größeren Projekten Wohnraum in den einzelnen Städten und Gemeinden schaffen. Hierbei werden wir durch gezielte Vorgaben einen Teil der Anlagen als sozialen Wohnbau, als Wohnbau für jeden Geldbeutel und unbedingt auch barrierefreies Bauen einfordern.

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Weilheim-Schongau vorangetrieben werden?

Der Landkreis gewinnt seinen Strom derzeit bereits zu ca. 50% aus erneuerbarer Energie, sprich Photovoltaik. Diesen Wert möchte ich als zukünftiger Landrat annähernd an die 100% ausbauen. Die Wärmegewinnung steht auf einem anderen Blatt, wobei ich den gesamten Lebenszyklus einer Heizanlage betrachten möchte und nur bei Anlagen, die nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können, um eine Alternative Ausschau halten möchte. Die in Weilheim angebotene Fernwärme ist eine Möglichkeit, die aber nur unter Berücksichtigung der Folgekosten in Betracht kommt. Der größte Schlüssel zur Energiewende, ist den Verbrauch in Frage zu stellen und wo dies möglich ist zu reduzieren. Am besten würde dies gelingen, indem einzelne Gebäude zusammengefasst werden. Doch auch hier steht die große Überschrift der Finanzen im Raum. Mir ist aber wohl bewusst, welche Rolle als Vorbild die Landkreisverwaltung spielt. Daher wäre es mit geringen Mitteln möglich, das Beratungsangebot für die Bürger zu erhöhen, bei dem verstärkt mögliche Förderungen im privaten Bereich aufgezeigt werden. Damit funktioniert die Energiewende auf allen Ebenen.

 

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Weilheim-Schongau gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Die Wirtschaft braucht stabile Rahmenbedingungen, diese waren leider in den letzten Jahren von Seiten der Bundesregierung nicht gegeben. Alle Altparteien haben hier entweder von der Substanz gelebt oder durch unüberlegtes Handeln Unruhe geschaffen. Beispiele dafür sind das Verbrenner-Aus, das Heizungsgesetz und selbst die Landwirtschaft blieb davon nicht unberührt. All das hat zu extremer Verunsicherung und einem stagnieren von Investitionen geführt. Um diese Situation zu kompensieren, braucht es nun eine klare Kommunikation von Seiten der Wirtschaft, was vom Landkreis erwartet wird. Dazu gab es bereits Gespräche, einen landkreisweiten Wirtschaftsverband zu gründen, der die drei bisherigen Vertretungen und die Kreishandwerkerschaft zusammenfassen soll und stückweit in das Landratsamt eingegliedert ist. Ich stehe dem positiv gegenüber, soweit alle Beteiligten ihre klare Zustimmung geben, besonders will ich auch das Handwerk dabeihaben.

Dem Fachkräftemangel kann meiner Meinung nach nur durch gute Bildung, Weiterbildung und Förderung der Mitarbeiter entgegengetreten werden. Was die Berufsbildung angeht, steht der Landkreis bereits sehr gut da, weitere Ausbildungsberufe, die wir in unseren Berufsschulen abdecken könnten, will ich in den kommenden Jahren prüfen. Das geplante Schülerwohnheim wäre hierbei eine große Chance das umzusetzen. Es wäre an dieser Stelle auch nötig, alle Bildungswege zu stärken, dazu zählt für mich ganz besonders die Mittelschule und deren Absolventen.

Die Arbeitsplätze im Landkreis hängen, wie auch im Rest des Landes von vielen Faktoren ab. Einer der wichtigsten ist, Wettbewerbsfähigkeit.

Diese kann der Landkreis indirekt über die Hebesätze der Gewerbesteuer, Wohnraumversorgung und Infrastruktur (Straßen, Bahnanschluss, Gesundheitsversorgung, Bildung usw.) stärken. Die Mitarbeiter und deren Know-howsind hier der Schlüssel, dazu müssen die Menschen sich aber im Landkreis wohlfühlen und auskömmlich leben können. Ich bin der Meinung, wer gute Produkte oder Dienstleistungen anbietet, wird auch entsprechend dafür honoriert, sowohl monetär als auch mit einer verstärkten Kundenbindung. Das stärkt die Wirtschaft und den Zusammenhalt im Landkreis.

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau aus?

Ich bin der Meinung, die Straßennetze im Landkreis sind gut ausgebaut, auf einem hochwertigen technischen Stand und erschließen alle Gemeinden ausreichend. Damit ist der Individualverkehr, der im ländlichen Raum und für viele Dienstleister und Handwerker eine große Rolle spielt, stark abgedeckt. Nun will ich mich einem Ausbau des ÖPNV und der Radwege-Verbindungen von Gemeinden annehmen. Der Busverkehr partizipiert vom guten Straßennetz, richtet sich aber noch stark an der Schülerbeförderung aus. Durch die Neuausschreibungen der Linien, steht als eine Anforderung die klare Erhebung von Fahrgastzahlen. Mit Hilfe dieser Zahlen werdeich dann zusammen mit der Verwaltung und dem Kreisgremien den echten Bedarf erkennen und entsprechend um- bzw. ausbauen können. Linien, die bisher nicht bestehen, werden wir versuchsweise umsetzten, und nach einer Testphase entweder weiterentwickeln oder wieder einstellen, dafür benötige ich aber die Bürgerinnen und Bürger.

Eine ähnlich dichte Taktung wie in Großstädten werden wir aus finanzieller Sicht aber nicht hinbekommen, dass muss ich an dieser Stelle klarstellen und das gehört zur Wahrheit.

Was die Radwege angeht, wäre es mir ein großes Anliegen, zunächst sichere Verbindungen zwischen Gemeinden zu schaffen. Aus der jüngsten Presse und durch Erfahrungen aus meiner Kindheit, besteht z.B. dringender Bedarf zwischen Oberhausen und Peißenberg, aber auch von Penzberg nach Antdorf.

Und abschließend werde ich mich um die Bahnlinien im Landkreis kümmern. Hierbei gilt es bei der Bayrischen Eisenbahngesellschaft Druck aufzubauen, um die Pfaffenwinkelbahn zu ertüchtigen und unter Berücksichtigung aller Anrainer die Fuchstalbahn für den Personenverkehr zu reaktivieren. Der Werdenfels-Takt muss dabei mindestens auf aktuellem Stand gehalten werden. 

 

Wie wollen Sie im Landkreis Weilheim-Schongau auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

Wir müssen an dieser Stelle klar zu unserer Entscheidung stehen und die beiden Häuser in Schongau sowie Weilheim halten. Die beiden Standorte leisten hervorragende Arbeit. Das Mantra in den nächsten Jahren lautet hierbei „Überleben“, solange wir uns aufgrund fehlender Gesetzeslage und daraus resultierender Anforderungen an unsere Häuser im Blindflug befinden, muss jede weitere Kostensteigerung vermieden werden. Das ist durch konsequentes Überprüfen der Leistungen und Ausnutzung möglicher Synergien zu schaffen, der Standort in Schongau bietet zudem noch erhebliches Potential für mehr Angebote, die bisher im Umland nicht bestehen. Ich werde mich als Landrat, sofort mit der Geschäftsleitung, dem Aufsichtsrat und dem Kreistag daran machen, solche Leistungen mit geringem Mitteleinsatz aber hohem Potential zu erarbeiten. Außerdem werde ich mich für den Landkreis bei den aktuellen Beratungen der Landräte in den Regionalkonferenzen des Bayerischen Gesundheitsministeriums für unsere Häuser stark machen.  

 

Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Weilheim-Schongau nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können?

Ich würde mir wünschen, dass die Bürgerinnen und Bürger positiv auf sechs Jahre zurückblicken, und die Veränderungen wahrnehmen, die ich als Landrat auf den Landkreis mit verantwortet habe. Dass die Menschen Worte wie Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Transparenz und Entschlossenheit mit mir in Verbindung bringen. Und zuletzt sagen können, der hat Wort gehalten und damit wieder Vertrauen in die Politik gebracht.

Nolte, Benjamin (AfD)
Nolte, Benjamin (AfD)
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Benjamin Nolte ist der Landratskandidat für die AfD im Landkreis Weilheim-Schongau

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Weilheim-Schongau geschaffen werden?

Bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Weilheim-Schongau entsteht nur, wenn wir die Prioritäten wieder richtig setzen. Seit Jahren erleben wir, dass Sonderregelungen und beschleunigte Verfahren fast ausschließlich für die Unterbringung von Asylbewerbern genutzt werden, während einheimische Familien weiter an Bürokratie, hohen Kosten und langwierigen Genehmigungen scheitern. Diese Ungleichbehandlung lehne ich ab.

Ich setze mich dafür ein, dass selbstgenutztes Wohneigentum wieder Vorrang bekommt. Kommunales Bauland muss in erster Linie für familienfreundliches Eigentum genutzt werden – nicht für immer neue Provisorien. Einheimischenmodelle sind notwendig, damit junge ortsansässige Familien und Menschen mit durchschnittlichem Einkommen in ihrer Heimat bleiben können.

Gleichzeitig müssen wir vorhandene Potenziale besser nutzen: Leerstände aktiv managen, Nutzungsänderungen pragmatisch zulassen und Bestandsgebäude vor Neubauten sanieren, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist. Verdichtung darf nur maßvoll erfolgen und Lebensqualität sowie Grünflächen erhalten.

Entscheidend ist eine schnelle, bürgerfreundliche Verwaltung. Wer bauen oder umbauen will, muss mit zügigen Verfahren rechnen können. Kostengünstiges Bauen ist sozial. Deshalb brauchen wir weniger Bauvorschriften, keine ideologischen Energiestandards und eine Baupolitik, die Familien entlastet statt verdrängt. Bezahlbares Wohnen heißt für mich: Eigentum fördern, Einheimische schützen und wieder vernünftig bauen.

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Weilheim-Schongau vorangetrieben werden?

Die sogenannte Energiewende darf im Landkreis Weilheim-Schongau nicht weiter auf Kosten der Menschen, der Landschaft und der Wirtschaft vorangetrieben werden. Ich setze mich für Energiegerechtigkeit ein: Der ländliche Raum darf nicht zum Flächenlieferanten für eine unzuverlässige Energieversorgung werden, nur um das ‚grüne Gewissen‘ der Großstädte zu beruhigen. Unser Kultur- und Erholungsraum darf nicht für dieses Gesellschaftsexperiment geopfert werden.

Nach über 20 Jahren Energiewende haben wir die höchsten Strompreise Europas. Das bedroht Betriebe, Arbeitsplätze und auch kommunale Einrichtungen. Bezahlbare und sichere Energie hat für mich Vorrang vor ideologischen Ausbauzielen. Ich stehe für einen restriktiven Umgang mit Windkraft und großflächigen Solarparks. Windanlagen schädigen Landschaft, Natur und Anwohner und sind in Bayern weder verlässlich noch wirtschaftlich. Freiflächen-Photovoltaik auf landwirtschaftlichen Nutzflächen lehne ich ab. Kommunen müssen ihren Gestaltungsspielraum nutzen, um den Flächenfraß zu begrenzen.

Technologieoffenheit ist für mich entscheidend: keine Bevorzugung oder Benachteiligung einzelner Antriebe oder Heizsysteme. Die kommunale Wärmeplanung darf nicht zu Heizverboten, Anschlusszwängen oder neuen Abhängigkeiten führen. Bestehende Gasnetze sind zu erhalten. Mein Ziel ist eine sichere, bezahlbare und landschaftsschonende Energieversorgung – ohne Zwang, ohne Ideologie und ohne weitere Belastungen für unseren Landkreis.


Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Weilheim-Schongau gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Um die Wirtschaft im Landkreis Weilheim-Schongau zu stärken, Arbeitsplätze zu sichern und dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen, braucht es vor allem verlässliche Rahmenbedingungen und eine leistungsfähige Verwaltung.

Viele Betriebe leiden heute weniger an fehlender Nachfrage als an Bürokratie, langen Verfahren und ständig neuen Vorgaben. Hier kann und muss der Landkreis ansetzen. Ich will eine Verwaltung, die ermöglicht statt behindert. Das bedeutet schnellere Genehmigungen, klare Zuständigkeiten und weniger bürokratische Hürden für Betriebe, Handwerk und Mittelstand.

Wer investieren, bauen oder ausbilden will, darf nicht monatelang auf Entscheidungen warten. Ein wirtschaftsfreundliches Verwaltungshandeln ist ein entscheidender Standortfaktor. Ein zentraler Baustein gegen den Fachkräftemangel ist für mich die konsequente Stärkung der dualen Ausbildung. Berufliche Bildung muss wieder aufgewertet werden. Gemeinsam mit Schulen, Kammern und Betrieben sollen junge Menschen frühzeitig für handwerkliche und technische Berufe begeistert werden – durch Praktika, Betriebserkundungen, Schulkooperationen und regionale Ausbildungsmessen.

Auch das Handwerk braucht mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung. Regionale Handwerksmärkte, Wettbewerbe und Veranstaltungen können zeigen, dass das Handwerk Zukunft hat und hervorragende Karrierechancen bietet. Gleichzeitig müssen wir die Rahmenbedingungen so gestalten, dass Fachkräfte im Landkreis bleiben: durch bezahlbaren Wohnraum, gute Infrastruktur und verlässliche Mobilität. Zuwanderung löst den Fachkräftemangel nicht – im Gegenteil. Die Migration hat die Situation für Kommunen und Landkreise verschlechtert und verschärft. Entscheidend ist, vorhandene Potenziale zu nutzen, junge Menschen hier auszubilden und Betrieben wieder Luft zum Atmen zu geben. Nur so sichern wir Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stärke langfristig.

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau aus?

Ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau braucht vor allem eines: einen Bruch mit ideologischer Verkehrspolitik. Ich lehne Konzepte ab, die das Auto bekämpfen, Bürger bevormunden und an der Lebensrealität im ländlichen Raum vorbeigehen. Mobilität muss frei, bezahlbar und verlässlich bleiben.

Der ÖPNV muss besser werden – pünktlich, zuverlässig und alltagstauglich. Aber er darf nicht auf Kosten des Individualverkehrs durchgedrückt werden. Gerade in kleinen Gemeinden stoßen starre Linien schnell an Grenzen. Deshalb setze ich auf einen realistischen Mix aus Bus, Bahn und flexiblen Angeboten wie Rufbussen sowie auf den gezielten Ausbau von Park-and-Ride-Plätzen, ohne neue Gebühren.

Gleichzeitig bleibt das Auto das Rückgrat der Mobilität im Landkreis. Pendler, Handwerk, Pflegekräfte und Familien sind auf funktionierende Straßen, ausreichende Parkplätze und eine gute Anbindung an überregionale Verkehrsachsen angewiesen. Diese Infrastruktur wurde zu lange vernachlässigt.

Ich lehne pauschale Tempolimits, Fahrverbote und einseitige Bevorzugung einzelner Verkehrsmittel ab. Umwelt- und Lärmschutz erreicht man durch flüssigen Verkehr, moderne Technik und sinnvolle Ortsumgehungen – nicht durch Verbote. Mein Ziel ist eine Verkehrspolitik mit gesundem Menschenverstand: praxisnah, leistungsfähig und ohne ideologische Experimente.

 

Wie wollen Sie im Landkreis Weilheim-Schongau auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

Die flächendeckende Gesundheitsversorgung im Landkreis Weilheim-Schongau ist massiv unter Druck geraten – und das ist politisch verursacht. Was in Schongau passiert ist, steht exemplarisch für eine falsche Entwicklung: Krankenhäuser werden nach wirtschaftlichen Kennzahlen umgebaut, Leistungen abgezogen und die wohnortnahe Versorgung geschwächt. Diese Politik lehne ich entschieden ab.

Gesundheitsversorgung ist Daseinsvorsorge und keine betriebswirtschaftliche Rechengröße. Ich werde mich klar gegen weitere Ausdünnung, schleichende Schließungen oder Privatisierungen kommunaler Klinikstandorte stellen. Jeder Standort muss Teil einer verlässlichen Grund- und Notfallversorgung bleiben. Lange Wege und Zeitverluste gefährden im Ernstfall Menschenleben.

Als Landrat werde ich die Interessen des Landkreises gegenüber dem Freistaat deutlich vertreten und nicht widerspruchslos hinnehmen, dass Versorgung im ländlichen Raum zurückgefahren wird. Gleichzeitig müssen wir die ärztliche Versorgung vor Ort sichern. Der Landkreis muss aktiv dabei helfen, Ärzte, Therapeuten und Apotheken zu halten und neu anzusiedeln – durch geeignete Infrastruktur, Baurecht und unbürokratische Verfahren. Prävention, Sport und Gesundheitsvorsorge gehören ebenso dazu. Gesundheit darf nicht kaputtgespart werden. Wer hier weiter abbaut, verspielt Lebensqualität und Vertrauen.


Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Weilheim-Schongau nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können?

Nach sechs Jahren sollen die Menschen im Landkreis Weilheim-Schongau sagen können: Dieser Landrat hat Verantwortung übernommen und klare Prioritäten gesetzt. Er hat nicht alles versprochen, aber das umgesetzt, was machbar und sinnvoll ist.

Ich möchte, dass man feststellt, dass der Landkreis wieder verlässlicher, bodenständiger und handlungsfähiger geworden ist. Dass Schulen, Krankenhäuser und Infrastruktur nicht weiter kaputtgespart wurden. Dass Entscheidungen wieder am Nutzen für die Bürger ausgerichtet waren – nicht an Ideologien oder politischen Modetrends. Ich will, dass Betriebe sagen können: Die Verwaltung hat uns unterstützt statt behindert. Dass Familien spüren, dass Wohnen, Mobilität und Daseinsvorsorge ernst genommen wurden. Und dass die Menschen im ländlichen Raum nicht länger das Gefühl haben, gegenüber anderen Regionen zurückzustehen.

Mein Anspruch ist, dass man mir nach sechs Jahren attestiert: Er hat Klartext geredet, Verantwortung übernommen und sich nicht weggeduckt, wenn es unbequem wurde. Der Landkreis wurde nicht experimentiert, sondern geführt – mit gesundem Menschenverstand, Bodenhaftung und dem festen Willen, die Interessen der Bürger zu vertreten.

Gronau, Brigitte (Grüne)
Gronau, Brigitte (Grüne)
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Brigitte Gronau ist die Landratskandidatin für Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis Weilheim-Schongau

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Weilheim-Schongau geschaffen werden?

Bezahlbarer Wohnraum entsteht nicht durch Appelle, sondern durch's Bauen. Laut Prognosen fehlen bis 2030 im Landkreis rund 750 Neubauwohnungen - pro Jahr! Im Landkreis gibt es mit der Wohnbau Weilheim bereits einen starken Akteur (rund 1.700 im Bestand, viele gefördert) – genau diese Strukturen müssen wir ausbauen und auf weitere Gemeinden übertragen. 

Aus eigener Kraft ist es für die Wohnbau mittelfristig leider nicht möglich, substanziell mehr Wohnungen zu bauen, da die Wohnbau mit der gesetzlich vorgeschriebenen energetischen Sanierung kapazitätsmäßig und finanziell in nächster Zeit sehr ausgelastet sein wird.

Ich setze deshalb auf drei Hebel: 

- Den Bestand aktivieren und Leerstände erfassen, sowie Umnutzung erleichtern. 

- Mehr kommunal bzw. genossenschaftlich Bauen, damit Mieten dauerhaft bezahlbar bleiben. Das bedeutet Neugründungen von weiteren Genossenschaften oder eine Kapitalerhöhung für die bestehende Wohnbau Weilheim. 

- Klare Regeln für Neubau: bei größeren Vorhaben hoher Sozialanteil, lange Bindungsfristen und Konzeptvergaben – und eben nicht: Meistbietend gewinnt! In Weilheim existieren dazu, maßgeblich initiiert von der Grünen-Stradtrats Fraktion, Projekte im Bereich sozialer bzw. geförderter Wohnungsbau, die zeigen: Es geht, wenn man es wirklich will! 

Wichtig ist auch: Wer Fach- und Arbeitskräfte in der Region halten will, braucht Wohnungen, die Pflegekräfte, Erzieherinnen und Auszubildende bezahlen können - sonst verliert der Landkreis seine wirtschaftliche Zukunft.

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Weilheim-Schongau vorangetrieben werden?

Das 2010 vereinbarte Ziel im Landkreis Weilheim-Schongau, bis 2035 klimaneutral zu werden, ist richtig – aber wir werden dieses wichtige Ziel, auf Nachfrage von unserer Grünen Kreistagsfraktion, nicht rechtzeitig erreichen. Wenn wir in diesem Tempo wie bisher so weitermachen, sind wir bei 2050. Wir müssen wirklich weg von „ein bisschen hier und ein bisschen da“ - hin zu einem Plan mit deutlich mehr Tempo - der Landkreis hat hier Vorbildfunktion! 

Für Lösungen stehen uns eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung – zum Beispiel: Alle geeigneten Dächer und Fassaden mit PV-Anlagen ausstatten, zuzüglich netztauglicher Batteriespeicher. Wichtig ist hierbei, dass genügend Netzverknüpfungspunkte geschaffen werden. Das Netz an Ladesäulen muss weiter ausgebaut werden. Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen dürfen nicht mehr Jahrzehnte dauern. Dazu: Unterstützung bei Gründungen von Bürgerenergiegenossenschaften und vieles mehr. Das Landratsamt kann hierbei beraten, koordinieren und Förderprogramme bündeln, damit Projekte schneller umgesetzt werden. Die Einrichtung einer Fördermittel-Lotsenstelle im LRA ist ein zentraler Punkt in meinem Programm. Eine enge Zusammenarbeit mit Stadtwerken und der 'Energiewende Oberland' ist mir dabei sehr wichtig.

Bei der Wärmewende braucht es mehr Bewusstsein, wie sinnvoll die Verwendung einer Wärmpumpe ist. Da ist leider in der Vergangenheit viel ideologischer Käse erzählt worden. Die kommunale Wärmeplanung ist ein wichtiges strategisches Instrument, um die Wärmeversorgung im Landkreis Weilheim-Schongau langfristig klimafreundlich, bezahlbar und sicher zu gestalten. Im großen Maßstab ist die Eavor-Loop Erdwärme Technologie sehr interessant und eine erfolgversprechende Option auch für unseren Landkreis. Wird schon erfolgversprechend in Geretsried betrieben.

Das Ziel ist ein klimaneutraler Landkreis, mit stabilen Energiepreisen, geringer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen (aus undemokratischen Staaten) und – vor allem! - einer regionalen Wertschöpfung vor Ort! Regionale Energieversorgung macht uns zukunftsfest, spült Geld in kommunale und private Haushalte und sichert bzw. schafft zudem eine große Zahl von Arbeitsplätzen. 

 

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Weilheim-Schongau gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Zur Verbesserung der allgemeinen Situation braucht es unter anderem: 

Einen schnelleren Ausbau der digitalen Infrastruktur, mehr Effizienz und Geschwindigkeit bei Verwaltungsabläufen, Ausbau des ÖPNV z. B. durch die Reaktivierung der Fuchstalbahn und verstärkte Einführung von on-demand Verkehre, Bezahlbares Wohnen, Willkommens-Kultur und Integration von ausländischen Arbeitnehmern, Willkommens-Kultur für Start-ups und Technologie-Transfer-Zentren, ein interkommunales Flächenmanagement für Gewerbegebiete, Ausbau des touristischen Potenzials, Engagement zur Ansiedelung neuer Technologien, verstärkte Koordination der Wirtschaftsförderung im Landratsamt, zusammen mit den Wirtschaftsverbänden. Ein offenes Klima für ein „Lernen von den Besten!“. 
Ergänzend will ich, dass das Landratsamt zum Förder-Lotsen wird: Viele Programme von Bund/Land sind kompliziert; Betriebe und Gemeinden brauchen eine Stelle, die aktiv berät, damit vorhandene Förderprogramme auch tatsächlich genutzt und abgerufen werden. 

Zur Attraktivität eines Wirtschaftsstandorts gehört natürlich auch eine gute Gesundheitsversorgung, gute Schulen, ausreichend Kita-Plätze, ein spannendes Kulturprogramm, intakte Natur mit vielfältigen Freizeitangeboten, Kooperation und Wohlwollen. Ein weiterer politischer Rechtsruck verschreckt Investoren, ist unattraktiv für Fachkräfte und junge Familien und schadet der heimischen Wirtschaft. 

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau aus?

Zukunftsfähig heißt: verlässlich, Anschluss-optimiert, auch abends und am Wochenende, Barriere-frei - und nicht nur „Schulbus plus“. Ein wichtiger Schritt war der MVV-Beitritt: Tarife und Fahrplanauskunft wurden einfacher - aber das allein macht noch keinen guten ÖPNV. Für kleine Orte braucht es ergänzend Rufbus/On-Demand sowie Carsharing-Ausbau. Ticketpreise müssen günstig bzw. einkommensabhängig sozial gestaffelt sein. 

Beim Bahnverkehr braucht es mehr politischen Druck auf Freistaat und Bund: Ausfälle und marode Infrastruktur sind kein „Naturgesetz“. Die Pfaffenwinkel-Bahn und Werdenfels-Bahn müssen schnellstmöglich ertüchtigt werden, die Fuchstalbahn von Schongau nach Landsberg für den Personenverkehr reaktiviert werden. Die digitale Infrastruktur muss massiv verbessert werden, so dass teil-autonomes Fahren in den Bereich des Möglichen kommen kann. Für die „letzte Meile“ wäre das enorm wichtig. 

Und: Zu einem zukunftsfähigem Verkehrskonzept gehört auch, dass man Wohngebiete möglichst Auto-frei konzipiert, die Innenstädte lebendig hält, sichere und viele (!) Radwege baut, Schulwege optimiert, sowie der Erhalt von Straßen/Brücken statt teurer Prestigeprojekte. Und das Ganze natürlich fossil-frei!

 

Wie wollen Sie im Landkreis Weilheim-Schongau auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

Die Sicherstellung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung im Landkreis Weilheim-Schongau für die Zukunft basiert auf einer Kombination aus der Stärkung der stationären Versorgung, der Förderung ambulanter Strukturen und der Nutzung moderner digitaler Möglichkeiten.

Aber: Die Situation unserer Krankenhäuser ist tatsächlich ernst – und Ergebnis jahrelanger struktureller Unterfinanzierung durch Bund und Freistaat. 

Wir brauchen jetzt jedoch einen langen Atem, denn die Kreisfinanzen sind, durch die strukturelle Unterfinanzierung seitens Bund und Land, sehr belastet. Gesundheit ist Daseinsvorsorge und darf nicht auf Kosten der Kommunen gehen. Denn eine tragfähige Kombination von SOGesund (ambulant) und dem Krankenhaus Weilheim gehört die Zukunft! Daher ist es mir jetzt enorm wichtig, dass wir den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen und uns weiterhin als Leuchtturm für eine gelingende Transformation präsentieren. Gleichzeitig braucht es dazu auch Transparenz, professionelles Controlling und gute Arbeitsbedingungen für das Personal. Zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung benötigen wir deshalb ausreichend günstigen Wohnraum für unsere Pflegekräfte und ein Azubi-Wohnheim. 

Das Zusammenspiel der Möglichkeiten aus kommunalem Krankenhaus, SOGesund, Telemedizin, Hausärzt*innen, Rettungskräften, Kurzzeitpflege, Hebammen, Wohlfahrtsverbänden, Nachbarschaftshilfen und Ehrenamtlichen macht uns stark und stabil – vorausgesetzt die finanziellen Mittel werden in ausreichender Form zur Verfügung stehen. Als Landrätin sorge ich dafür, dass diese Rahmenbedingungen stets thematisiert werden! 

 

Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Weilheim-Schongau nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können?

Schön wäre, wenn nach sechs Jahren meine Mitarbeiter*innen im Landratsamt, die Kreisräte und die Bevölkerung zu dem Fazit kommen: Unsere Landrätin Brigitte Gronau war nahbar, lösungsorientiert, hat Haltung gezeigt und Verantwortung übernommen – auch dann, wenn Entscheidungen schwierig waren. Stets mit Mut und Zuversicht. 

Ich würde mir wünschen, dass wir wichtige Themen wie bezahlbares Wohnen, eine starke regionale Wirtschaft, gute medizinische Versorgung und verlässliche Mobilität spürbar vorangebracht haben und in einem friedlichen Umfeld leben dürfen. Und dass wir Natur- und Klimaschutz nicht als Gegensätze zur Landkreis-Entwicklung verstanden haben, sondern als Grundlage für Lebensqualität und Wertschöpfung. Frommer Wunsch: Die AfD spielt keine Rolle mehr im politischen Geschehen.

Ich wünsche mir, dass die Bürgerinnen und Bürger nach sechs Jahren sagen können: Unsere Landrätin hat den Landkreis verlässlich geführt, ist sozial und menschlich geblieben und hat die Region erfolgreich für die Zukunft aufgestellt.Die Kommunikation hat sich dabei signifikant verbessert, Entscheidungen wurden transparent getroffen und man wurde gehört – egal, ob als „normaler“ Mensch, Politiker*in oder als Interessenvertreter aus den unterschiedlichsten Bereichen. 

Wenn dieses Ergebnis da ist, dann war meine Arbeit erfolgreich.

Sluytermann, Falk (SPD)
Sluytermann, Falk (SPD)
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Falk Sluytermann ist der Landratskandidat für die SPD im Landkreis Weilheim-Schongau

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Weilheim-Schongau geschaffen werden?

Gutes und bezahlbares Wohnen ist auch eine Aufgabe des Landkreises. Der Landkreis muss daher den sozialen Wohnungsbau nicht nur fördern, sondern auch selbst Wohnungen bauen - im Westen des Landkreises mit einer neuen Wohnungsbaugesellschaft und im Osten mit der bewährten Wohnbau GmbH Weilheim.

Für junge Familien wie auch für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger muss es möglich sein, geeigneten und bezahlbaren Wohnraum in unserem Landkreis zu finden.

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Weilheim-Schongau vorangetrieben werden?

Für mich ist der Klimawandel eine der größten Herausforderungen, die auf uns in den nächsten Jahren zukommen wird. Deshalb muss der Landkreis an seinem Ziel festhalten, bis 2035 seinen Energieverbrauch ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen zu beziehen. Hierbei spielt vor allem die Energieversorgung eine große Rolle. Meine Devise: Vom Pfaffenwinkel zum Sonnenwinkel. Wir müssen die Solarenergie-Gewinnung maximieren, wobei alle Optionen von der Agri-PV-Anlage bis hin zum Balkonkraftwerk eine große Rollespielen. Flächen von Gebäuden des Landkreises müssen wir weiter mit PV-Elementen ausstatten. Außerdem setze ich mich dafür ein, dass die gesetzlich vorgeschriebenen 2 % der Landkreisfläche bzw. der Planungsregion 17 als Flächen für eine mögliche Windkraftnutzung ausgewiesen werden. Hierbei kommt es aber darauf an, dass dort eine ausreichende Windernte zu erwarten ist. Klimaschutz gelingt nur, wenn wir alle an einem Strang ziehen: Unternehmen, Kommunen sowie der Landkreis und seine Bevölkerung.


Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Weilheim-Schongau gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Für mich ist Wirtschaftsförderung schon immer Chefsache! Eine offensive Wirtschaftsförderung, die vor allem Betriebe in der Transformation unterstützt, muss das Ziel sein. Der Landkreis muss z. B. dabei helfen, Fördermittel schneller zu den Unternehmen zu bringen, Bürokratie abzubauen und den Landkreis als Standort für die Zukunft zu stärken. Mein Ziel ist es, Arbeitsplätze zu sichern, neue zu schaffen und den Strukturwandel zu meistern. Ein neuer Wirtschaftsförderverein, der das Bindeglied zwischen den Unternehmen und dem Landrat darstellt, kann nach meiner festen Überzeugung das Sprungbrett für eine bessere Wirtschaftsförderung sein.

Investitionswillige Unternehmer finden aber schon jetzt bei uns im Landkreis allerbeste Voraussetzungen: Wir verfügen über eine gute Infrastruktur im Bereich Kinderbetreuung, Schulen, Gesundheitswesen, Straßen, Freizeiteinrichtungen und ÖPNV. Deshalb haben wir (noch) ausreichend gut ausgebildete und fleißige Fachkräfte. 

Unsere Lage in einer landschaftlich sehr reizvollen und gewachsenen Kulturlandschaft mit einem hohen Freizeitwert schafft attraktive Lebensbedingungen, die sowohl Unternehmer wie auch Fach- und Führungskräfte schätzen. Deshalb wird unser Landkreis auch künftig für Familien ein attraktiver Wirtschafts- und Lebensraum bleiben. So können wir dem Fachkräftemangel entgegenwirken. 
 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau aus?

Als überzeugter Bahnfahrer, der dienstlich und auch privat häufig mit der Bahn unterwegs ist, weiß ich, dass pünktliche und zuverlässige Zugverbindungen in unserem Landkreis oft nur Wunschdenken sind. Ich werde mich weiterhin mit meiner ganzen Kraft und Berufserfahrung auf allen Ebenen dafür einsetzen, dass das Eisenbahnnetz im Landkreis ertüchtigt und ausgebaut wird: das zweite Gleis für eine zuverlässige Werdenfelsbahn, die Instandsetzung der Kochelseebahn sowie der Pfaffenwinkelbahn und die längst überfällige Reaktivierung der Fuchstalbahn von Schongau nach Landsberg. Die zahlreichen und unerträglichen Langsamfahrstrecken müssen schnellstmöglich beseitigt werden. Das starre Bussystem muss - abgesehen von der Schülerbeförderung - neu überdacht werden, und durch flexible, bedarfsorientierte Mobilitätsangebote (Rufbusse, Anrufsammeltaxis usw.) ergänzt oder sogar ersetzt werden. Die ÖPNV-Angebote müssen es auch ermöglichen, regelmäßig und pünktlich zu einem Bahnhof zu gelangen, um dort auf den Zug umzusteigen. Die Routenführung des neuen Alpenbusses, durch die der westliche Landkreis (Raum Schongau) benachteiligt wird, muss geändert werden. Das Deutschland-Ticket zeigt: Die Menschen sind bereit, das Auto stehen zu lassen und auf den ÖPNV umzusteigen. Aber eben nur dann, wenn das Angebot passt.

 

Wie wollen Sie im Landkreis Weilheim-Schongau auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

Keine Frage: Als Erster Bürgermeister der Stadt Schongau habe ich für den Erhalt unseres Krankenhauses gekämpft und hätte es gerne vor Ort erhalten. Nachdem allerdings im Kreistag im September 2023 entschieden wurde, dass Schongau zu einem Ambulanzzentrum transformiert und das Weilheimer Haus zum Schwerpunktversorger weiter ausgebaut werden soll, müssen wir nun daraus das Beste machen. Aus meiner Sicht ist das SOGesund auf einem guten Weg und gewährleistet eine erstklassige Medizin in unserer Region. Nunmehr müssen aber auch die Prognosen der Geschäftsleitung eintreten, dass nämlich das hohe Defizit der Krankenhaus GmbH durch den beschriebenen Transformationsprozess deutlich geringer wird. Hierbei spielt auch die Krankenhausreform eine wesentliche Rolle, bei der unbedingt neben Fallpauschalen auch sog. Vorhaltevergütungen, die vor allem Schongau zugutekämen, eingeführt werden müssen. Zudem muss die Staatsregierung endlich eine verlässliche Krankenhausplanung erstellen. Für mich gilt: Beide Häuser weiter ausbauen und stabilisieren; in Schongau die Zeiten der Notfallambulanz weiter ausdehnen und Weilheim so stärken, dass es dem – aus meiner Sicht schon vor einigen Jahren zu erwartenden – Konkurrenzdruck durch das Klinikum Starnberg standhält.


Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Weilheim-Schongau nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können?

Ich würde mich freuen, wenn die Menschen im Landkreis nach sechs Jahren sagen können, dass sich der Landkreis seit der Kommunalwahl 2026 spürbar positiv entwickelt hat – und dass sie diese Entwicklung auch mit mir in Verbindung bringen. Wenn meine Handschrift erkennbar ist, wäre das für mich Bestätigung und zugleich ein wichtiger Ansporn für eine erneute Kandidatur im Jahr 2032.

Taffertshofer, Wolfgang (Bürger für den Landkreis Weilheim-Schongau)
Taffertshofer, Wolfgang (Bürger für den Landkreis Weilheim-Schongau)
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Wolfgang Taffertshofer ist der Landratskandidat für die Bürger im Landkreis Weilheim-Schongau im Landkreis Weilheim-Schongau

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Weilheim-Schongau geschaffen werden?

Der Landkreis ist Gesellschafter in der Wohnbau Weilheim GmbH. Diese bewirtschaftet ca. 1700 Wohnungen, sozialgebunden und frei. Diese soll auch in Zukunft weiteren neuen Wohnraum schaffen. Viele Gemeinden, die nicht in der „Wohnbau“ sind, nützen die günstigen staatl. Förderprogramme und schaffen selbst bezahlbaren Wohnraum.

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Weilheim-Schongau vorangetrieben werden?

Wir folgen konsequent den Zielsetzungen unsers beschlossenen Klimaschutzkonzeptes. Darüber hinaus unterstützen wir die Bürgerstiftung EWO Energiewende Oberland, die Privathaushalte, Unternehmen und Kommunen in allen Fragen der Energieeinsparung, Wärmeschutz, Heizkonzepte und regenerativen Energieversorgung berät und konzeptionell begleitet. Wir wollen als Landkreis auch Vorbild im Klimaschutz sein.


Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Weilheim-Schongau gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Mit der Gründung eines Wirtschaftsfördervereins WIFÖ wollen wir die Kräfte der Kreisverwaltung mit der Wirtschaft bündeln, um Innovationspotentiale zu erschliessen und Hemmnisse, wie Bürokratie, abzubauen. 
Mit der Ansiedelung eines TTZ Technologietransferzentrums in WM werden wir Wissen angewandter Forschung durch die Hochschule München in den Landkreis holen und Anschluss an das Start-up Zentrum München herstellen. Der Bau eines AZUBI-Wohnheims wird unsere Spitzenstellung im beruflichen Ausbildungswesen weiter stärken.

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau aus?

Der Beitritt zum MVV Münchener Verkehrsverbund war eine gute Entscheidung, da er für die Nutzer im gesamten Verbundgebiet durchlässige Tarife bringt. Leitfaden für die Entwicklung des ÖPNV ist unsere Nahverkehrsplanung. Ich möchte den ÖPNV bedarfsgerecht weiterentwickeln, ohne dabei blauäugig in die Kostenfalle zu treten. Ein großes Potential sehe ich in On-demand-Systeme (Rufbus/Ruftaxi), wie der erfolgreiche „Blaues Land“- Rufbus. Das Peiting-Mobil ist eine Erfolgsgeschichte und bietet sich an für eine räumliche Ausdehnung.
Wichtig ist, dass die verschiedenen Angebote wie Linienbusse, Rufsysteme, Stadtbusse gut mit der Bahn vernetzt werden. Die Ertüchtigung der Pfaffenwinkelbahn sowie der Ammerseebahn und die Reaktivierung der Fuchstalbahn sind für die Zukunft enorm wichtig. Diese Maßnahmen sind auch in der Regionalplanung definiert. Dafür gibt es einen klaren Handlungsauftrag.

 

Wie wollen Sie im Landkreis Weilheim-Schongau auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

Spezialisierung und Ambulantisierung sind die Voraussetzung für eine bezahlbare Spitzenmedizin. Die aktuelle Krankenhausreform erzwingt Strukturveränderungen, die wir mit einem SOGesund und einem Schwerpunktversorger in Weilheim bereits eingeleitet haben. Das SOGesund soll dauerhaft eine zentrale Rolle bei der Krankenversorgung im Landkreis haben. 
Als zweite Säule unterstütze ich den Ausbau des Krankenhauses Weilheim zum Schwerpunktversorger, um dauerhaft eine hochwertige stationäre Versorgung im Landkreis gewährleisten zu können. Die entsprechenden Leistungsgruppen wurden Ende letzten Jahres beantragt. Nicht nur zeitkritische Erkrankungen, wie Schlaganfall und Herzinfarkt können hier mit höchster Qualität versorgt werden. Das bayerische Gesundheitsministerium hat bereits ein positives Signal für unser Konzept gegeben und weitere finanzielle Mittel zugesagt!


Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Weilheim-Schongau nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können?

Ich wünsche mir, dass die Menschen im Landkreis Weilheim-Schongau das Fazit ziehen: Mit Wolfgang Taffertshofer haben wir einen bürgernahen Landrat, der den Landkreis mit fachlicher Kompetenz, mit Herz und Verstand führt. Der wichtige Entscheidungen mutig angeht und diese auch gut kommuniziert. Und das mit 0 Parteibuch, aber 100% Landkreis!

Vanni, Manuela (ÖDP)
Vanni, Manuela (ÖDP)
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Manuela Vanni ist die Landratskandidatin für die ÖDP im Landkreis Weilheim-Schongau

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Weilheim-Schongau geschaffen werden?

Wohnraumbeschaffung ist die Aufgabe der Kommunen, aber der Landkreis muss unterstützen: Auch im westlichen Landkreis sollte unter Beteiligung des Landkreises eine Wohnbau-GmbH gegründet werden (im östlichen gibt es sie schon), die den sozialen Wohnungsbau übernimmt. Die Kommunen sollten mit Unterstützung ein Landkreisübergreifenden Leerstands-bzw. Wohnungstauschregister erstellen. Baurechtlich ist Nachverdichtung vorrangig zu genehmigen und wenn es entsprechende Förderprogrammen gibt, könnte der Landkreis Wohnungen für Bedienstete bauen und damit den allgemeinen Wohnungsmarkt entlasten.

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Weilheim-Schongau vorangetrieben werden?

Die Gemeinden Fuchstal und Denklingen zeigen, wie Bürgerbeteiligung mit Windkraft erfolgreich funktioniert. Mit blueFLUX Energy haben wir in Peißenberg ein Pionierunternehmen der dezentralen und CO2-freien Energieerzeugung aus Gülle und Fäkalien (organische Reststoffe) am Start. Die Energiegenossenschaft Oberland betreibt mehrere (Agri-) PV-Anlagen in Bürgerhand mit insgesamt mehr als 20.000 kWp. Ich werde die vielen guten Grundlagen im Landkreis tatkräftig nutzen und bei den landkreiseigenen Immobilien beginnen, um die Vorteile für Alle darzustellen. 

 

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Weilheim-Schongau gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Solide Unternehmen, Handwerksbetriebe und die Landwirtschaft sind das Standbein für einen finanziell starken und attraktiven Landkreis. Der Landkreis muss ein „arbeitsfreundliches“ Umfeld schaffen, in dem die Infrastruktur (Schnelles Internet, gute Verkehrsverbindungen, bezahlbarere Wohnraum) stimmen. Die Digitalisierung im Landratsamt muss forciert und es muss ein Bürger- bzw. Firmenkonto geschaffen werden,über das alles beantragt, geregelt und bezahlt wird, Die Kooperation mit Schulen/Hochschulen muss weiter gefördert werden und der Landkreis sollte ein Gründerzentrum bzw. Co Working Räume anbieten. Priorität hat das Standortmarketing und eine Vernetzung der Unternehmer im ganzen Landkreis in einem Verband oder Verein, bei dem auch der Landkreis Mitglied ist. 

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau aus?

Der Beitritt des Landkreises zum MVV war ein wichtiger Schritt. Jetzt benötigen wir ein System, dass die verschiedenen Nutzungen (Schüler - Berufstätige – Tourismus – Freizeit) berücksichtigt. Die Reaktivierung der Fuchstalbahn zwischen Schongau und Landsberg und die Zweigleisigkeit der Strecke WM – GAP sind zu forcieren. Beides schafft schnelle und kurz getaktete Anbindung nach München, spart Zeit für die vielen Pendler und bringt Ausflügler. Die mit dem Bus erschlossenen Hauptachsen müssen künftig im Stundentakt bedient werden. Die Anbindung der „kleineren“ Gemeinden an diese Hauptachsen wird durch sog. Ruftaxis organisiert, die nach Bedarf und zum MVV-Tarif fahren. Ergänzend müssen Car-Sharing und das Angebot an Mitfahrgelegenheiten erweitert werden. 

 

Wie wollen Sie im Landkreis Weilheim-Schongau auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

Welche medizinische Versorgung wir im Landkreis anstreben und uns leisten können und wollen, muss mit der Bevölkerung diskutiert werden. Gegen einen weiteren Ausbau des KH in Weilheim sprechen u.a.  die niedrige Bettenzahl, die beengte Innenstadtlage, die „Konkurrenz“ aus STA und Murnau, die fehlende Krankenhausplanung des Freistaates und die hohen Umstrukturierungsosten. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten (zu Recht) eine wohnortnahe Notfallversorgung rund um die Uhr und eine Entbindungsstation. Planbare OPs lassen sie bereits jetzt in Spezialkrankenhäuser außerhalb des Landkreises durchführen.  In WM und SOG muss es künftig mindestens eine Notfallversorgung 24/7 geben; Stationen, die in den derzeitigen Räumlichkeiten Platz haben und eine Geburtenstation/Geburtshaus im Landkreis. Auch brauchen wir eine Geschäftsführung, die die finanziellen Vorgaben des Kreistags ernst nimmt.

 

Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Weilheim-Schongau nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können?

Die Bürgerinnen und Bürger sollen sagen können, dass ich die vielfältigen Probleme angepackt habe und den Landkreis für eine gute Zukunft auf das richtige Gleis gebracht habe.

Böge, Yannick Timo (Bürger für Penzberg)
Böge, Yannick Timo (Bürger für Penzberg)
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Yannick Timo Böge ist der Landratskandidat für die Bürger für Penzberg im Landkreis Weilheim-Schongau

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Weilheim-Schongau geschaffen werden?

Bezahlbarer Wohnraum entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch ein abgestimmtes Gesamtpaket. Entscheidend sind schnellere und verlässliche Genehmigungsverfahren, damit Projekte nicht Jahre verzögert werden und unnötig teurer werden. Der Landkreis sollte Nachverdichtung, Aufstockung und die Nutzung bestehender Flächen klar priorisieren, und mit Augenmaß neue Baugebiete ausweisen. 

Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft „Wohnbau GmbH Weilheim i.OB“ muss gezielt gestärkt werden, ebenso Kooperationen mit privaten Investoren, wenn klare soziale Leitplanken gelten. Gleichzeitig braucht es eine aktive Bodenpolitik der Kommunen, etwa durch Erbbaurecht statt Verkauf. Wohnen, Verkehr und Arbeitsplätze müssen gemeinsam gedacht werden. Nur wenn Infrastruktur, Mobilität und Planung zusammenspielen, kann im Landkreis dauerhaft bezahlbarer Wohnraum entstehen.

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Weilheim-Schongau vorangetrieben werden?

Die Energiewende ist notwendig und richtig und sie muss pragmatisch, wirtschaftlich und mit Akzeptanz vor Ort umgesetzt werden. Statt ideologischer Vorgaben braucht es einen schrittweisen Ausbau erneuerbarer Energien mit Augenmaß. Entscheidend ist ein ausgewogener, grundlastfähiger und bezahlbarer Energiemix.

Priorität haben für mich schnell umsetzbare Maßnahmen wie Photovoltaik auf kommunalen und staatlichen Gebäuden sowie auf bereits genutzten Flächen. Bürgerenergieprojekte, insbesondere Bürger Photovoltaik Parks, sollten gezielt gefördert werden. Ergänzend müssen wir zeitnah Speicherlösungen ausbauen, damit erzeugte Energie effizient genutzt werden kann. 

 

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Weilheim-Schongau gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Der Mittelstand ist das Rückgrat unserer Wirtschaft und sichert Arbeitsplätze sowie unseren hohen Lebensstandard. Eine starke Wirtschaft braucht strategischen Weitblick, unternehmerisches Denken und verlässliche Rahmenbedingungen. Dafür benötigt es eine neue, schlagkräftige Wirtschaftsförderung im Landkreis in einer Gesellschaft außerhalb des Landratsamts gebündelt werden.

Dem Fachkräftemangel kann nur ganzheitlich begegnet werden. Dazu gehören gute Bildungsangebote, zum Beispiel eine FOS oder BOS in Penzberg, eine enge Verzahnung von Schulen, Ausbildung und Unternehmen, bezahlbarer Wohnraum sowie eine moderne Infrastruktur. Ebenso notwendig sind schnellere und digitale Verwaltungswege im Landkreis, zügigere Entscheidungen und eine stärkere Serviceorientierung im Landratsamt.Gleichzeitig braucht es wieder Planungssicherheit und verlässliche politische Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen. Wirtschaftliche Stärke, Beschäftigungssicherung und solide Finanzen gehören dabei untrennbar zusammen.

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau aus?

Ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau muss die Realität des ländlichen Raums berücksichtigen. Mobilität ist Voraussetzung für Teilhabe, Arbeit und Lebensqualität. Der ÖPNV sollte durch engere Taktzeiten, den zweigleisigen Ausbau wichtiger Bahnstrecken und eine stärkere Einbindung in den MVV, insbesondere in den Zonen 5 und 6, deutlich attraktiver werden. Ergänzend braucht es bedarfsorientierte Rufbusse für Randzeiten und kleinere Orte. Park and Ride Anlagen sowie sichere, durchgängige Radwegverbindungen zwischen Gemeinden, Bahnhöfen und Arbeitsplätzen stärken die Verknüpfung der Verkehrsmittel. Bus, Bahn, Fahrrad und Auto müssen dabei sinnvoll zusammengedacht werden.

 

Wie wollen Sie im Landkreis Weilheim-Schongau auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

Eine flächendeckende Gesundheitsversorgung bedeutet eine wohnortnahe Versorgung durch niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie leistungsfähige Krankenhäuser mit stationären Angeboten. Der Landkreis ist hier grundsätzlich gut aufgestellt. Priorität hat der Erhalt und die Stärkung der bestehenden Strukturen. 

Der geplante Schwerpunktversorger in Weilheim ist weder räumlich noch personell realistisch und würde aufgrund der räumlichen Nähe zu Murnau, GAP, Starnberg und den Münchner Unikliniken eine nicht zu gewinnendeKonkurrenzsituationen schaffen. Ein leistungsfähiger Grund und Regelversorger ist in meinen Augen in Weilheim ausreichend. Das Krankenhaus in Penzberg muss erhalten und gezielt weiterentwickelt werden, um die wohnortnahe Versorgung langfristig sicherzustellen.

 

Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Weilheim-Schongau nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können?

Ich wünsche mir, dass die Menschen nach sechs Jahren sagen: 

Der Landkreis wurde verantwortungsbewusst, transparent und bürgernah geführt. Entscheidungen wurden nachvollziehbar getroffen und der Mensch stand im Mittelpunkt des Handelns. Die Politik war vorwärtsgerichtet und lösungsorientiert statt ideologisch geprägt. Mehr Freiheit auf persönlicher, gesellschaftlicher und unternehmerischer Ebene hat den Landkreis Weilheim Schongau zukunftsfähig, lebenswert und wirtschaftlich stark weiterentwickelt. Penzberg hat dabei die Stimme im Landkreis bekommen, die es verdient.

Speer, Jürgen (FDP)
Speer, Jürgen (FDP)
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Jürgen Speer ist der Landratskandidat für die FDP im Landkreis Weilheim-Schongau

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Weilheim-Schongau geschaffen werden?

Ursache der hohen Baukosten sind hohe Grundstückspreise, Bürokratie, 1990 gab es 5000 heute sind es 20.000 Vorschriften zum Hausbau, und unsere hohen Standards. Günstiger Wohnraum kann nur mit günstigen Grundstücken, die ca. 50% der Gesamtkosten ausmachen, und einfachen digitalen und Bürokratie, die sich am gesetzlichen Minimum orientiert geschaffen werden, hierzu möchte ich den Gebäudetyp E aktiv nutzen. Den sozialen Wohnungsbau möchte ich möglichst auch mit PPP - Programmen erweitern, um schnell und vor allem günstig auch in Bestandsimmobilien durch z.B. Nutzungsänderung voranzukommen.Nachverdichtung ist, um Flächenversiegelung zu reduzieren ein e weiter Möglichkeit günstig, zum Teil erschlossene Grundstücke zu nutzen. Das Bauen in die Höhe möchte ich ebenfalls mehr nutzen. Als Landrat möchte ich für unsere Menschen vor allen Eigenheimen/ Eigentumswohnungen gerade auch mit Blick auf die Finanzielle Lage der Rentenkassen in den Fokus meiner Arbeit stellen. Einheimische Familien möchte ich gezielt durch Einheimischen Modele fördern.

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Weilheim-Schongau vorangetrieben werden?

Bei der Energiewende muss dringend Ökonomischer Sachverstand Einzug halten. Dazu werde ich von der Energiewende Oberland einen Klimaplan erstellen lassen. In diesen Klimaplan möchte ich alle Kommunen mit Ihrer Energie- und Wärmeplanung und die Landwirtschaft als Partner im Bereich von Agri PV Projekten und Lieferant von Nachwachsenden Rohstoffen integrieren. So können Ressourcen optimal genutzt und steigende Energiepreise verhindert werden. Diesen Klimaplan möchte ich in die Wirtschaftsförderagentur integrieren um die Umsetzung der Wirtschaft und unseren Bürger in Form von Bürgerbeteiligungen/ Bürgerfonds zu überlassen, denn die Unternehmen und Bürger in unserem Landkreis besitzen das Wissen und das Kapital zur Umsetzung und sollen so auch Profiteur der Energie- und Wärmewende werden können. Die Energetische Sanierung der Kreiseigenen Liegenschaften werde ich mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit weiterführen, auch um den Kreishaushalt nachhaltig entlasten zu können.

 

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Weilheim-Schongau gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Zentrales Instrument ist der Aufbau einer schlagkräftigen Wirtschaftsförderagentur auf Landkreisebene, die mit allen Gemeinden vernetzt ist. In die Wirtschaftsförderagentur werde ich den Klimaplan für den Landkreis, erstellt nach dem Vorbild in Garmisch – Partenkirchen, integrieren und so unsere Wirtschaft mit Klima- und Energiepolitik in Einklang bringen. Mein Ziel ist die Wirtschaft zum Motor von Energie- und Wärmewende zu machen, ohne mehr Steuergeld einsetzten zu müssen. Die Wirtschaftsförderagentur dient als zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, Gründer und Investoren, begleitet Genehmigungsverfahren, berät zu Förderprogrammen und vernetzt Wirtschaft, Verwaltung und Bildungseinrichtungen. Ein digitales Unternehmenskonto soll zusammen mit Bürokratieabbau, einer digitalen und schlanken Verwaltung schnelle Entscheidungen ermöglichen und Zeit sparen. Als Landrat setzte ich mich für den Ausbau von Glasfaser, 5G und moderner Verkehrsinfrastruktur zusammen mit den Gemeinden ein. Durch enge Zusammenarbeit mit Schulen, Berufsschulen, dem TTZ und Betrieben soll die Fachkräftesicherung gestärkt werden. Ich stehe für verlässliche Rahmenbedingungen,die den Mittelstand unterstützen sowie nachhaltiges Wachstum und Innovationen in unsrem Landkreis sichern.

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau aus?

Der Reaktivierung der Fuchstalbahn, die Sanierung der Pfaffenwinkelbahn müssen weiter vorangetrieben werden. Der 2 Zweigleiseige Ausbau der Verbindung München – Garmisch muss in Zusammenarbeit mit den anderen Landkreisen angestoßen werden, um ein funktionierendes und zuverlässiges Schiengrundsystem zu erreichen. Den ÖPNV im Bereich der Schülerbeförderung möchte ich optimieren, um die heutigen Schüler zu den künftigen Kunden des ÖPNV zu machen. Dies kann nur mit zuverlässiger Schülerbeförderung erreicht werden. Die außerhalb der Schülerbeförderung starren Buslinien, die oft leer fahren, möchte ich nach dem Vorbild erfolgreicher Nachbarlandkreise (z.B. der „omobi“ Ortsbus im Blauen Land)ersetzten und ergänzen. Digitale Rufbusse, die per App oder Telefon bestellt werden, schließen die Lücke zwischen den Gemeinden und sind das effektivste Mittel, um die Fläche zu erschließen. On-Demand-Systeme sollen als Zubringer zu den Hauptschlagadern des Schienen- und Busverkehrs dienen. Sie sind langfristig günstiger als die Aufrechterhaltung starrer Linien, die kaum genutzt werden. Durch den gezielten Einsatz von Ressourcen reduzieren wir Leerfahrten und Kosten. Zudem müssen wir konsequent Fördergelder für „Innovative Mobilität im ländlichen Raum“ abrufen, um die Anschubfinanzierung zu sichern.

 

Wie wollen Sie im Landkreis Weilheim-Schongau auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

Ich möchte die drei Standorte in Schongau, Weilheim aber auch Penzberg langfristig erhalten. Da das Krankenhaus Penzberg nicht dem Landkreis Weilheim Schongau, sondern Starnberg gehört werde ich als Landrat in engen Kontakt mit Starnberg treten, um in Entscheidungsprozesse eingebunden zu sein. Mit dem Kreistag möchte ich Notfallpläne für verschiedene Szenarien, z.B. ein Verkauf durch Starnberg, erstellen. Für Weilheim muss die bayerische Krankenhausplanung vorangetrieben werden. Mit den Nachbarlandkreisen möchte ich in gegenseitigem Interessensausgleich eine Kannibalisierung des Standortes Weilheim, die Allen schadet minimieren. Schongau und Weilheim müssen in Symbiose weiterentwickelt, die jeweiligen Stärken durch Spezialisierung ausgebaut, Doppeltstrukturen beseitigt und Kapazitäten optimal genutzt werden. Die Finanzen muss ein externer Wirtschaftsberater bis in Detail zerlegen und auf Schwachstellen durchsuchen. Auf dieser Basis wird es einen neuenSanierungsplan geben. Ich möchte Schongau optimieren, vorhandene Ressourcen aktivieren und das SoGesund möglichst erweitern. Weilheim muss zu einem Schwerpunktkrankenhaus, Level 2, weiterentwickelt werden. Dem Kreistag und der Öffentlichkeit werde ich Alle im gesetzlichen Rahmen möglichen Informationen zeitnah zur Verfügung stellen.

 

Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Weilheim-Schongau nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können?

Der größte Lohn für Arbeit und Ansporn für die Zukunft ist die Zufriedenheit unserer Bürger. Wenn unsere Bürger nach sechs Jahren mit mir als Landrat sagen: „Jürgen Speer wähle ich wieder, weil er mit Weitblick in die Zukunft, nachhaltige Konzepte entwickelt und umsetzt, sich aktiv für die Menschen im Landkreis einsetzt und für ein faires Miteinander steht.“, dann habe ich mein Ziel als Landrat erreicht.

van Rooijen, Xavier (Die Linke)
van Rooijen, Xavier (Die Linke)
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Xavier van Rooijen ist der Landratskandidat für Die Linke im Landkreis Weilheim-Schongau

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Weilheim-Schongau geschaffen werden? 

Wohnraum als essenzielles Grundbedürfnis muss für alle Menschen bezahlbar sein. Deshalb wollen wir den sozialen Wohnungsbau mit kommunalen Wohnungsbaugesellschaften fördern. Genauso müssen Flächen wieder zurück in öffentliche Hand, um den Wohnraum zu maximieren. Hierzu sind Erbpachtmodelle und die konsequente Nutzung von Vorkaufsrechten für die Bodenvergabe entscheidend. Aber mit dem Zubau allein ist nicht alles geschafft. Wir müssen Leerstand, Zweckentfremdung und Spekulation hart sanktionieren und stoppen. Deshalb brauchen wir Lenkungsinstrumente wie einen kommunalen und konsequenten Mietpreisdeckel. Ebenso fördern wir solidarische Wohnmodelle. All dies und vieles mehr werden wir in Angriff nehmen, damit alle Menschen im Landkreis ein Dach über dem Kopf haben, das nicht einen Großteil des Gehalts auffrisst. 

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Weilheim-Schongau vorangetrieben werden? 

Die Zukunft der Energie in allen Sektoren sind die erneuerbaren Energien. Hierzu müssen wir alle gegebenen Möglichkeiten in Betracht ziehen, damit wir eine kostengünstige, klimaresiliente und autarke Energieversorgung haben. Wir brauchen den Ausbau von PV auf mindestens allen öffentlichen Dächern. Wir brauchen einen massiven Ausbau der Windenergie, denn Bayern ist ein Windland! Ich verweise an der Stelle auf den Windenergieatlas. Dasselbe brauchen wir auch für den Wärmebereich. Hier müssen wir das Süddeutsche Molassebecken, auf dem wir sitzen, für Geothermie nutzen oder auch den Zubau von Wärmepumpen (vorzugsweise Sole-Wasser- Wärmepumpen) fördern. Ebenso muss im Bereich Klima die Mobilität mitbetrachtet werden. Dazu werde ich vertieft bei der Frage zum Verkehrskonzept eingehen. Systemisch müssen wir aber auch die Möglichkeit der Suffizienz ernsthaft in Erwägung ziehen, denn in einem endlichen System kann es kein unendliches Wachstum geben. All dies ist Teil der Notwendigkeit, unseren Beitrag für eine beständige Zukunft zu schaffen, für unsere und die kommenden Generationen. Dass wir handeln müssen, zeigen nicht nur die Urteile des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2021 und des Internationalen Gerichtshofs aus dem Jahr 2025, sondern auch und vor allem der IPCC-Bericht. Dieser sagt sinngemäß: Wenn wir als Spezies überleben wollen, müssen wir von der Art des globalen Wirtschaftens abweichen. 

 

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Weilheim-Schongau gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden? 

Im Klimaabschnitt habe ich bereits die Wirtschaft in einer größeren Skala mit angeschnitten, doch was wir konkret und hier vor Ort machen können, möchte ich auch einmal beleuchten. Einem Unternehmen geht es immer nur so gut, wie es seinen Arbeiter*innen geht und wie es diese behandelt. Deshalb betrachten wir zuerst die Problematik, damit ich auch auf die darauf zugeschnittenen Lösungen eingehen kann. Wir stehen vor der Situation, dass trotz der gesellschaftlich höchsten Arbeitsleistung und Produktivität seit der Wende die Reallöhne auf einem konstanten Niveau bleiben, wenn nicht sogar sinken, und gleichzeitig Rekordgewinne von Unternehmen eingefahren werden. Wir müssen dem Trend der Arbeitnehmerfeindlichkeit ein Ende setzen und uns ganz klar auf die Seite der Gewerkschaften schlagen. Deshalb fördern wir soziale, nachhaltige und kommunale Unternehmen. Wir möchten einen kommunalen Mindestlohn von 15 € pro Stunde einführen, die strikte Einhaltung von Tarifverträgen fördern, feste Arbeitsverhältnisse schaffen und die Barrierefreiheit vorantreiben. Außerdem werden wir einen Bürokratieabbau verfolgen, der unter anderem mit personeller Unterstützung die Antragstellung vereinfacht. Perspektivisch wollen wir im gesamten Oberland eine Vereinheitlichung der Anträge anstoßen. Das hilft nicht nur den Unternehmen, sondern vor allem den Bürger*innen. Zudem sollten die Unternehmen immer einen Betriebsrat einsetzen, da solche Unternehmen deutlich seltener in finanzielle Schieflage geraten. 

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau aus? 

Im Bereich Mobilität hinkt Deutschland im Allgemeinen massiv hinterher, da immer der Individualverkehr bevorzugt wurde. Deshalb müssen wir den ÖPNV deutlich attraktiver machen, ausbauen und fördern, beispielsweise über die Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets, ein kostenfreies Rufbussystem abseits des Linienverkehrs, den Ausbau der Verbindungen im Landkreis und darüber hinaus oder auch die Errichtung eines zweiten Gleises an den Strecken Tutzing–Kochel und Tutzing– Garmisch-Partenkirchen. Neben diesen zentralen Punkten müssen wir unsere Städte fußgängerfreundlicher gestalten und autofreie Innenstädte fördern. 

 

Wie wollen Sie im Landkreis Weilheim-Schongau auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen? 

Mit der aktuellen Gesundheitsversorgung im Landkreis stehen wir vor großen Herausforderungen. Damit alle Bürger*innen im Landkreis Zugang zu hochwertiger Krankenversorgung haben, müssen wir die Grundlagen gewährleisten. Das bedeutet: Wir brauchen eine 24/7 Notaufnahme und Geburtenstationen an allen drei Standorten Schongau, Weilheim und Penzberg. Ebenso brauchen wir den Ausbau der Pflegeberatung, damit alle Pflegebedürftigen sofort Unterstützung erhalten. Die aktuelle Zentralisierung benachteiligt die Bürger*innen bereits durch die Fahrzeiten, was effektiv Menschenleben kostet. Zur Finanzierung müssen wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass Krankenhäuser Gewinne erzielen müssen. Wir können aus anderen Töpfen unsere Gesundheitsversorgung gegenfinanzieren. Ebenso können wir auch in der Krankenhaus GmbH nach Möglichkeiten suchen, beispielsweise mit weniger Geschäftsführerposten. Wir dürfen uns auch nicht vor Krediten scheuen, weil das nachhaltige Investitionen in unsere Infrastruktur und unsere Gesundheit sind. Ebenso muss die Transparenz für die Bevölkerung steigen. Hierzu muss der Landrat seine Kontrolle als Gesellschafter abgeben, und stattdessen muss ein Kreisausschuss eingesetzt werden. Gleichzeitig müssen wir den Aufsichtsrat mit Fachexpert*innen und Vertreter*innen der Arbeitnehmenden besetzen, beispielsweise durch Vertreter*innen von ver.di. 

 

Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Weilheim- Schongau nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können? 

Ich wünsche mir, dass die Menschen auf die sechs Jahre zurückblicken und auch wenn ich eine kontroverse Person bin sagen: „Der van Rooijen hat unser Leben schon verbessert“. Ich wünsche mir, dass die Menschen von dem Credo dieser Ellenbogengesellschaft abweichen und erkennen, dass man gemeinschaftlich und solidarisch mehr erreichen kann. Und ich wünsche mir, dass sich eine solche Zeitenwende auch auf Bundesebene vollzieht. Schlussendlich möchte ich, dass die Gesellschaft mehr Solidarität mit allen an den Tag legt und die kapitalakkumulativen Prozesse dieses Systems zumindest hinterfragt. 

Garmisch-Partenkirchen

Zolk, Claudia (CSU)
Zolk, Claudia (CSU)
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Claudia Zolk ist die Landratskandidatin für die CSU im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Garmisch-Partenkirchen geschaffen werden?

1. Wohnraum nutzen, der längst da ist. Über 2200 Wohnungen stehen im Landkreis leer.
2. Bauen, wo schon versiegelt ist. Über Supermärkten, auf Parkplätzen, an Mobilitätsknotenpunkten.
3. Wohnraum-Allianz schaffen. Landkreis, Gemeinden, Wohnungsbaugesellschaften und Wirtschaft ziehen an einem Strang.

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis  Garmisch-Partenkirchen vorangetrieben werden?

1. Dächer nutzen statt Landschaft verbauen. Photovoltaik gehört auf jedes geeignete Dach: Wohnhäuser, Hotels, Parkhäuser, öffentliche Gebäude.
2. Wärme neu denken: Nahwärmenetze, Biomasse, Wärmepumpen, Abwärme von Hotels und Gewerbe
3. Tourismus als Vorreiter: Hotels, Seilbahnen, Freizeitbetriebe können Vorzeigeprojekte werden
4. Mobilität: Ausbau von E-Ladeinfrastruktur, smarte Park & Ride Lösungen für Touristen

 

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis  Garmisch-Partenkirchen gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Wirtschaftsförderung muss schnell, unbürokratisch und verlässlich sein. Ich setze mich für ein One-Stop-Prinzip im Landratsamt ein: Unternehmer und Gründer erhalten mit einem Investitionslotsen einen festen Ansprechpartner für Genehmigungen, Förderprogramme und Standortfragen.

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis  Garmisch-Partenkirchen aus?

Hier braucht es vieles: bessere Alternativen, verlässliche Bahn, intelligente Besucherlenkung, ÖPNV, Radverkehr ernst nehmen! Nicht nur Verkehr verwalten - Mobilität muss gemeinschaftlich gestaltet werden
 

Wie wollen Sie im Landkreis Garmisch-Partenkirchen auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

Hier braucht es auch mehrere Bausteine: Medizinische Versorgungszentren, Ärzte halten, Pflege stärken, Notfallversorgung sichern, Prävention unterstützen
 

Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis  Garmisch-Partenkirchen nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können?        

„Wenn die Menschen in sechs Jahren auf meine Amtszeit zurückblicken, wünsche ich mir, dass sie sagen: Unser Landkreis hat seine Hausaufgaben gemacht.
Wir sind wirtschaftlich deutlich stärker geworden: Durch eine gezielte Politik und die Förderung unserer mittelständischen Betriebe sprudeln die Gewerbesteuereinnahmen in unseren Gemeinden wieder. Das gibt den Bürgermeistern vor Ort den nötigen Spielraum, um in Schulen, Sportplätze und lokale Infrastruktur zu investieren, ohne die Bürger zusätzlich zu belasten und darüber hinaus können die Ausgaben für freiwillige Leistungen gehalten werden. Z.B. Vereinsförderung, Kulturförderung
Wir haben bewiesen, dass wir die großen Themen anpacken können:
Energie & Verkehr: Ob durch den Ausbau regionaler Wärmenetze oder intelligente Leitsysteme, die den Tagestourismus endlich verträglich steuern.
Landwirtschaft & Kultur: Unsere Bauern werden nicht mehr nur als Subventionsempfänger, sondern als die entscheidenden Bewahrer unserer bayerischen Kulturlandschaft geschätzt. Wir haben die Regionalvermarktung so gestärkt, dass sich die harte Arbeit auf den Almen und Höfen wieder lohnt.
Perspektiven für Familien: Das Wichtigste ist jedoch das Lebensgefühl. Junge Familien sehen hier wieder eine Zukunft, weil wir bezahlbaren Wohnraum geschaffen haben und Arbeit und Heimat keine Gegensätze mehr sind.
Kurz gesagt: Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist moderner und wohlhabender geworden, hat aber seine Seele und seine Traditionen bewahrt.“

Speer, Anton (Freie Wähler der Landkreisgemeinden)
Speer, Anton (Freie Wähler der Landkreisgemeinden)
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Anton Speer ist der Landratskandidat für die Freien Wähler der Landkreisgemeinden im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Garmisch-Partenkirchen geschaffen werden? 

Bezahlbarer Wohnraum ist heute eine wesentliche Frage für die Funktionsfähigkeit vieler notwendiger Bereiche der Gesellschaft. Als Aufsichtsratsvorsitzender unseres Klinikums weiß ich das nur zu gut. Für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum müssen daher alle Anstrengungen gebündelt werden. 

• Da sind zunächst die großen Arbeitgeber gefordert. Allein das Klinikum Garmisch- Partenkirchen verfügt über 200 eigene Wohnungen, die an Mitarbeitenden vermietet werden. Auch die BG-Unfallklinik und viele weitere Kliniken stellen Mitarbeiterwohnungen zur Verfügung. Da sich viele Wohnungsbesitzer scheuen, neue Mietverträge abzuschließen, weil sie Unsicherheit und juristische Auseinandersetzungen fürchten, möchte ich die Arbeitgeber motivieren, entsprechende Mietverträge abzuschließen und den Wohnraum dann als Betriebswohnung an Mitarbeitende weiterzugeben. So haben die Vermieter die Sicherheit eines solventen Mieters und die Betriebe den Vorteil in der Mitarbeitergewinnung. 

• Dann sind die Gemeinden in der Pflicht. Sie können entweder selbst Wohnraum schaffen, wie dies der Markt Murnau kürzlich vorbildlich gemacht hat. Sie sind aber auch originär für die Bauleitplanung zuständig und können mit Einheimischenmodellen dafür sorgen, dass Bauland für Einheimische zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung steht. Außerdem wünsche ich mir ein Leerstandsmanagement in den Landkreisgemeinden, um leerstehende Wohnungen zu erfassen und entsprechende Gespräche mit den Eigentümern führen zu können. Oftmals bedarf es nur eines Anstoßes oder einer Hilfestellung, um Vermieter und Mieter zusammenzubringen. 

• Schließlich müssen auch die Baugenehmigungsbehörden, also in unserem Landkreis das Landratsamt und der Markt Garmisch-Partenkirchen, ihren Beitrag leisten. Hier habe ich bei meiner Baugenehmigungsbehörde im Landratsamt auch in der Vergangenheit darauf gedrungen, dass die Genehmigungsverfahren schnell, bürgerfreundlich und möglichst unkompliziert verlaufen. Leider lässt es die Vorschriftenlage nicht immer zu, dass die Baugenehmigungen in kurzer Zeit erfolgen. Hier wünsche ich mir von der Bundesregierung, dass sie ihre Ankündigungen auch in die Tat umsetzt und die vielen Vorschriften entrümpelt und damit den versprochenen Bürokratieabbau auch wirklich in die Tat umsetzt. 

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Garmisch-Partenkirchen vorangetrieben werden? 

Die Energiewende ist eine Mammutaufgabe, die nur gelingen kann, wenn alle Beteiligten mitwirken. Hier gibt es nicht die eine große Lösung, die alle Probleme behebt. Mir war und ist es seit vielen Jahren wichtig, diese Schritte gemeinsam mit den Gemeinden, den Dienstleistern und Gewerbetreibenden und den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landkreises zu gehen.

• Auch hier sind wir als Landkreisbehörde zunächst selbst gefordert. Wir müssen in unseren eigenen Liegenschaften weg von fossiler Energie. Deshalb werden unsere land- kreiseigenen Schulen in Blauen Land auch künftig mit einer Hackschnitzelheizung oder mit Fernwärme betrieben. Bei Renovierungen und Neubauten müssen wir auch soweit möglich Photovoltaik-Anlagen planen und umsetzen. 

• Auch die Nutzung der Wasserkraft für die Energiegewinnung trägt zur Energiewende bei. So haben wir in Großweil in der Loisach ein einzigartiges, bundesweit beachtetes Schachtkraftwerk im Betrieb. Seit 2022 betreibt die Ammer-Loisach-Energie, ein Energieerzeuger, an dem einige Gemeinden das Landkreises als Gesellschafter beteiligt sind, ein neues Wasserkraftwerk an der Halbammer und erzeugt damit jährlich etwa 500.000 kwh Strom. Gerne würden wir die Nutzung der Wasserkraft in unserem Landkreis noch ausbauen, allerdings bestehen hier strenge gesetzliche Restriktionen. Wir stehen jedoch in engem Kontakt mit dem bayerischen Umweltminister Torsten Glauber.

• Schließlich ist auch der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ein wichtiger Beitrag zur Energiewende. Je attraktiver wir den ÖPNV machen können, desto mehr werden die Menschen auf die Nutzung des eigenen Autos verzichten. Hier sind wir bereits in der letzten Wahlperiode wichtige Schritte vorangekommen: der Beitritt zum Münchner Verkehrsverbund wurde zum 1. Januar 2026 wirksam. Damit wird Bahn- und Busfahren billiger und die Anbindung an den innerstädtischen Ver- kehr in München auch unkomplizierter. Der Alpenbus von Murnau über Bad Tölz nach Rosenheim konnte ebenfalls in Betrieb gehen und hat damit eine wichtige Querverbindung geschaffen, die nicht mehr den Umweg über München erfordert. Mit dem Bergsteigerbus von Oberau nach Linderhof und Plansee wurde ein attraktives Angebot für Bergsteiger und Wanderer geschaffen. Der Blaue Land-Bus schafft ein niederschwelliges Angebot im Blauen Land und in Bad Kohlgrub ist zu Weihnachten mit dem Rufbus „Hoi Mi“ eine kostenlose innerörtliche Transportmöglichkeit ins Leben gerufen worden. 

• Last but not least wurden die nutzbaren Flächen für die Windenergie in allen Gemein- den erhoben. Hier sind unsere Möglichkeiten begrenzt, aber letztendlich gestaltet sich das Bild aus vielen kleinen Einzelteilen. Und wir sind auch weiterhin bereit, alle Einzelteile zu nutzen, wo sie sinnvoll sind und sich anbieten. Wichtig ist mir, dass die Energiewende nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Unternehmen und Dienstleistern, gelingen kann und daher alle Betroffenen zu Beteiligten gemacht werden müssen. 

 

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Unsere Wirtschaft ist sehr leistungsfähig und gerade durch ihre Kleinteiligkeit und Vielfalt auch sehr widerstandfähig. Für unseren touristisch geprägten Landkreis mit seiner herausragenden Natur ist dies jedoch kein Nachteil. Tourismus, Hotellerie und Gastronomie, Gesundheitswirtschaft, Handwerk, Handel, Dienstleistungsgewerbe und Landwirtschaft sind bei uns eng verknüpft. Eine wichtige Aufgabe sehe ich darin, diese Verzahnung bestmöglich zu unterstützen und zu fördern. Dazu haben wir mit der Zugspitz-Region und der Gesundheitsregionplus wichtige Einrichtungen im Landkreis, die für Vernetzung, gemeinsame Auftritte und den Austausch von Informationen sorgen. Die Zugspitz-Region GmbH ist dabei unser klassischer Wirtschaftsförderer und bemüht sich tag- täglich um unsere Betriebe. Mit der Zukunftsmesse und der Jobbörse haben wir wichtige Plattformen geschaffen, bei denen unsere jungen Menschen ihren künftigen Beruf hautnah erfahren können und teilweise sogar unmittelbar Ausbildungsverträge abschließen. 

Der Fachkräftemangel ist in aller Munde und geht auch am Landkreis Garmisch- Partenkirchen nicht spurlos vorüber. Deshalb bemühen wir uns nach Kräften, dem entgegenzuwirken. En wichtiger Punkt dabei ist eine hochwertige und ortsnahe Bildung und Ausbildung. Neben hervorragend qualifizierten Ausbildungsbetrieben sind hier unsere Grund- und Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien ein Garant für eine gute Bildung unserer Kinder. Der Landkreis unterstützt dies weiter durch ein umfangreiches Berufsschulzentrum in Garmisch-Partenkirchen, das gerade erst wieder umfangreich saniert und erneuert wurde. Hier konnten wir im letzten Jahr auch eine Ausbildungsklasse für Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger etablieren und damit jungen Menschen für diesen Beruf eine Ausbildungsmöglichkeit im Landkreis anbieten. Auch unsere Krankenpflegeschule im Klinikum ist ein wichtiger Baustein, der gemeinsam mit den Pflegeschulen der BG- Unfallklinik Murnau und der Caritas dem Fachkräftemangel in der Pflege entgegenwirkt. Schlussendlich sind alle Maßnahmen zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums, wie vorher dargestellt, von entscheidender Bedeutung für die Gewinnung von Fachkräften von außerhalb. 

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen aus? 

Ein Verkehrskonzept ist dann zukunftsfähig, wenn es die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigt und diese abdeckt. Wir erleben im Landkreis regelmäßig, dass uns der Individualverkehr große Probleme macht, besonders an Tagen mit hohem Tourismusaufkommen. Einerseits entstehen durch unsere Topografie Engpässe wie im Loisachtal, andererseits werden touristische Hotspots überlaufen, wie z.B. der Eibsee. Eine Verbesserung werden wir nicht durch Verbote erreichen, also muss es uns gelingen, Verkehr zu lenken und Angebote zu machen, die attraktiver sind als Individualverkehr mit dem eigenen Auto. 

Ein wesentlicher Baustein ist hier die Verbesserung des ÖPNV, insbesondere mit dem Beitritt zum MVV, wie bereits dargestellt. Hier haben wir vieles erreicht, was in unserem Zuständigkeitsbereich lag. Wir brauchen jedoch dringend eine Verbesserung im Bereich der Deutschen Bahn. Die Bahn muss nicht nur zuverlässiger und pünktlicher werden, wir brauchen auch eine Erhöhung des Taktes zwischen München und Mittenwald. Dazu fordern wir seit Jahren einen zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zumindest auf einigen Teilbereichen, die damit einen Halbstundentakt ermöglichen würden. Die meisten Menschen werden sich nicht im Auto stundenlang in den Stau stellen, wenn sie ihr Ziel in kürzerer Zeit bequem mit dem Zug erreichen können. 

In den hochfrequentierten Bereichen sind auch noch Umgehungsstraßen notwendig. In Garmisch-Partenkirchen wird der Kramertunnel in einigen Monaten fertig sein, es fehlt aber noch die Umfahrung von Partenkirchen über den Wanktunnel. Auch in Murnau muss eine Lösung für den starken innerörtlichen Verkehr gefunden werden. 

Um die Menschen zu motivieren ihr Auto stehen zu lassen, haben wir auch die Radwege zunehmend ausgebaut. So ist der Schnellradweg von Murnau nach Garmisch-Partenkirchen fertig gestellt und wird von vielen Menschen gerne genutzt. Auch ein Radweg von Oberau ins Ammertal über den alten Ettaler Berg ist in Planung. Gerade mit den E-Bikes nutzen immer mehr Menschen das Fahrrad. Das Radwegenetz wird daher kontinuierlich ausgebaut und verbessert werden. 

Schließlich spielen die bereits geschilderten örtlichen ÖPNV-Lösungen eine große Rolle, um Mobilität für viele Menschen zu schaffen und die Orte vom Autoverkehr zu entlasten. Im Isartal sind entsprechende Planungen ebenfalls schon weit fortgeschritten. 

 

Wie wollen Sie im Landkreis Garmisch-Partenkirchen auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen? 

Die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung der Menschen ist eine zentrale Aufgabe des Staates und damit eine Pflichtaufgabe des Landkreises. Wir kommen dieser Aufgabe in erster Linie mit unserem Klinikum in hervorragender Weise nach. Das Klinikum Garmisch-Partenkirchen ist als einziger kommunaler Schwerpunktversorger zwischen München und Innsbruck ein Zentrum moderner medizinischer Versorgung auf höchstem Niveau und ortsnahe Anlaufstelle bei allen medizinischen Problemen. Dieses Klinikum stützen wir auch in finanziell extrem herausfordernden Zeiten und sichern damit die bestmögliche medizinische Versorgung unserer Bürgerinnen und Bürger. Hier bedanke ich mich besonders beim Kreistag und bei den Gemeinden, dass sie bereit waren, die durch eine verfehlte Gesundheitspolitik auf Bundesebene entstandenen Defizite über die Kreisumlage aufzufangen und damit unser Klinikum handlungsfähig zu erhalten. 

Mit der BG-Unfallklinik Murnau haben wir einen weiteren Schwerpunktversorger im Landkreis, der insbesondere im Bereich der Traumaversorgung und der Neurochirurgie über eine ausgezeichnete Expertise und über internationale Anerkennung verfügt. Die Rheuma-Kinderklinik Garmisch-Partenkirchen ist ein hochspezialisiertes Zentrum der Kinder-Rheumatologie und Anlaufstelle für Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet. Auch unsere weiteren Akut- und Rehakliniken im Landkreis genießen einen hohen Respekt und stellen tagtäglich medizinische Versorgung auf höchstem Niveau sicher. Diese Expertise und diese Einrichtungen unterstützen wir bestmöglich, bieten ihnen im Rahmen der Gesundheitsregionplus eine Vernetzungs- und Austauschplattform und machen ihre Angebote und Leistungen in vielfältiger Weise bekannt. 

Im Bereich der hausärztlichen und Facharztversorgung ist der Landkreis Garmisch- Partenkirchen gut aufgestellt. Wir stehen im Rahmen des Gesundheitsforums im regelmäßigen Austausch mit den Vertretern der Ärzteschaft und der Kassenärztlichen Vereinigung. Im Einanderkennen und Miteinandersprechen liegt die Lösung für viele kleine und größere Probleme und dies praktizieren wir jeden Tag. 

Schließlich ist der Rettungsdienst ein unverzichtbarer Teil der medizinischen Versorgung bei kleinen und großen Notfällen aller Art. Hier sind wir bestens aufgestellt: Bergwacht und Wasserwacht sichern unsere Berge, Seen und Flüsse und helfen allen Menschen, die hier verunfallen oder erkranken. Der Landrettungsdienst vom Bayerischen Roten Kreuz und vom MKT ist rund um die Uhr im Einsatz und für Bürgerinnen und Bürger, aber auch Durchreisende und Gäste zur Stelle. In den Dörfern und Märkten werden die hauptamtlichen Retter durch ehrenamtliche Helfer-vor-Ort-Gruppen unterstützt, die schnell vor Ort sind, bis der Rettungswagen kommt. Als Mitglied im Rettungszweckverband sorgen wir dafür, dass die Strukturen gut aufgestellt sind und die notwendigen Rettungsmittel vorhanden sind. Hier haben wir auch dafür gesorgt, dass unsere Integrierte Leitstelle in Weilheim bleiben kann und so die Bedürfnisse der Menschen vor Ort kennt und bestens bedienen kann. 

Um auch für unsere pflegebedürftigen Mitbürgerinnen und Mitbürger ein optimales An- gebot zu bieten, haben wir als einer der ersten Landkreise einen Pflegestützpunkt etabliert, der Pflegebedürftigen und deren Angehörigen eine zentrale Beratungs- und Anlaufstelle bietet. 

 

Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können? 

Das beste Fazit wäre aus meiner Sicht: Dieser Landrat war für die Menschen da und hat sich um ihre Sorgen und Nöte gekümmert! 

Bad Tölz-Wolfratshausen

Holz, Thomas (CSU)
Holz, Thomas (CSU)
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Thomas Holz ist der Landratskandidat für die CSU im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen geschaffen werden?

Der neu eingeführte „Bauturbo“ ist hier ein zentrales Mittel. Denn bezahlbarer Wohnraum entsteht nur, wenn schneller und einfacher gebaut werden kann. Genau hier setzt der „Bauturbo“: Er ermöglicht es den Kommunen, Wohnbauvorhaben zügiger zu genehmigen und von aufwendigen Verfahrensschritten zu entlasten. Diese neuen Spielräume müssen wir im Landkreis konsequent nutzen und deswegen sollte das Landratsamt hier die Gemeinden aktiv unterstützen. Konkret heißt das: Mehr Wohnungsbau in bestehenden Ortslagen, die bessere Nutzung von Baulücken und Nachverdichtung dort, wo Infrastruktur bereits vorhanden ist. 

Gleichzeitig müssen auch kommunale und genossenschaftliche Wohnbauprojekte gezielt unterstützt werden, denn sie sichern dauerhaft bezahlbare Mieten.

Mir ist wichtig: Wir schaffen Wohnraum mit Augenmaß – ohne unsere Landschaft zu zubauen, aber mit klarer Priorität für Menschen, die hier leben und arbeiten. 

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen vorangetrieben werden?

Klima- und Umweltschutz müssen wieder mehr in das Bewusstsein der Menschen gerückt werden. Denn der weit überwiegende Teil wird sicher gerne seinen Teil dazu beitragen, unsere so schöne Natur für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.

Deshalb ist mein Ansatz, Klimaschutz nicht gegen die Lebensrealität der Menschen auszuspielen, sondern ihn mit ihren konkreten Interessen zu verbinden. Wenn bspw. Photovoltaik die Stromrechnung senkt, wenn Nahwärme unabhängig macht oder wenn regionale Energie Wertschöpfung in unserem Landkreis hält, dann wird Energiewende wieder greifbar.

 

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Drei Punkte sind für mich in diesem Zusammenhang sehr zentral: Erstens verlässliche Rahmenbedingungen für unsere Betriebe, zweitens gezielte Fachkräftegewinnung und -bindung und drittens eine enge Vernetzung von Wirtschaft, Schulen, Hochschulen und Verwaltung.

Unsere mittelständischen Unternehmen, das Handwerk, der Tourismus und die Landwirtschaft sind das Rückgrat des Landkreises. Sie brauchen Planungssicherheit, weniger Bürokratie, schnelle Genehmigungen und eine leistungsfähige Infrastruktur – von Verkehr über Digitalisierung bis hin zu bezahlbarem Wohnraum. Deshalb möchte ich die Wirtschaftsförderung noch stärken, damit die Betriebe einen Ansprechpartner im Landratsamt haben, der sie unterstützt – egal ob beim Förder- oder beim Bauantrag.

Dem Fachkräftemangel begegnen wir, indem wir Ausbildung und Weiterbildung stärken, Berufsorientierung frühzeitig fördern und den Landkreis für junge Menschen und Familien attraktiv halten. Dazu gehören moderne Schulen, gute Kinderbetreuung, flexible Arbeitsmodelle und ein lebenswertes Umfeld. Gleichzeitig müssen wir Fachkräfte von außerhalb gezielt ansprechen und ihnen das Ankommen erleichtern. 

Kurz gesagt: Ich will eine aktive, gestaltende Wirtschaftspolitik auf Landkreisebene – gemeinsam mit Unternehmen, Kommunen und Sozialpartnern. Denn nur so sichern wir Arbeitsplätze, stärken unsere regionale Wertschöpfung und erhalten die hohe Lebensqualität in unserem Landkreis.

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen aus?

in zukunftsfähiges Verkehrskonzept für unseren Landkreis muss nachhaltig, vernetzt und bürgernah sein. Dazu gehört natürlich ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr, der die Menschen zuverlässig verbindet – wie die geplante Verlängerung der S7 nach Geretsried, die das Pendeln erleichtern und den Individualverkehr entlasten wird.

Darüber hinaus setze ich auf die sinnvolle und bedarfsgerechte Umsetzung des Nahverkehrsplans sowie des Radwegekonzepts, damit Busse, Bahnen und Fahrräder sicher, schnell und attraktiv werden. Gleichzeitig müssen wir unsere Straßen für den Verkehr erhalten, aber nicht überlasten, und neue Technologien intelligent nutzen, um Staus zu vermeiden.

Als Landrat will ich dafür sorgen, dass alle Verkehrsträger zusammenspielen, der Landkreis gut erreichbar bleibt und Mobilität für alle Generationen klimafreundlich, modern und praktikabel wird.

 

Wie wollen Sie im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

Eine flächendeckende Gesundheitsversorgung gelingt nur, wenn wir Strukturen sichern, Fachkräfte halten und Versorgung neu denken. Deswegen ist es zunächst einmal entscheidend, dass – trotz Krankenhausreform – der Standort der Kreisklinik Wolfratshausen erhalten bleibt. Die Versorgung mit Haus- und Fachärzten in unserem Landkreis ist aktuell gut, da unsere Region sehr attraktiv als Wohn- und Arbeitsgegend ist. Neue Wege müssen wir im Bereich der Pflege gehen, da gemäß unseres Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes im Jahr 2040 über 500 stationäre Pflegeplätze fehlen werden. Hier gilt es weitere Modelle zu entwickeln und nach einer positiven Testphase das Projekt „Versorgt vor Ort“ zu stärken.

 

Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können?

Unser Landkreis ist lebens- und liebenswert, modern und verlässlich – wir bewahren, was unsere Heimat ausmacht, und gestalten miteinander die Zukunft. Eine bürgernahe, digitale Verwaltung, starke Kommunen sowie gute Perspektiven für Handwerk, Wirtschaft, Landwirtschaft und insbesondere für junge Menschen sorgen dafür: Die Bürger fühlen sich hier dauerhaft wohl und leben und arbeiten gerne hier, Familien bleiben, Jugendliche sehen Chancen und ehrenamtliches Engagement vor Ort lohnt sich.

Schmid, Ludwig (Freie Wähler)
Schmid, Ludwig (Freie Wähler)
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Ludwig Schmid ist der Landratskandidat für die Freien Wähler im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen geschaffen werden?

Zum einen kann und muss bestehender Wohnraum (besser) genutzt werden. Das kann zum Beispiel durch innovative Konzepte wie „Wohnen gegen Hilfe“ oder auch altersinduzierten gezielten Wohnungstausch erreicht werden; dabei kann der Landkreis durch die Errichtung einer Koordinierungsplattform unterstützen. Zum anderen muss neuer Wohnraum geschaffen werden. Dafür ist eine bessere und frühzeitigere Abstimmung zwischen Kommunen, Bauinteressierten und Genehmigungsbehörde von Nöten. Lehrlingswohnheime können auch im Hinblick auf die Wirtschaft und den dort vorhandenen Personalbedarf ein sehr interessanter Ansatzpunkt sein.

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen vorangetrieben werden?

Zum einen muss Energie bei bestehenden Bedarfen durch gezielte Maßnahmen (z.B. Vermittlung von Förderungen zur Umrüstung) effizienter eingesetzt werden. Zum anderen muss die Energieerzeugung durch technologieoffene Maßnahmen -angepasst an unsere Situation vor Ort- von umweltbelastenden Verfahren hin zu einer ressourcenschonenden nachhaltigen Erzeugung transformiert werden.

 

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Die breit aufgestellte heterogene Wirtschaftsstruktur in unserem Landkreis muss durch bürokratiemindernde und effizientere Verwaltungsprozesse sowie einen ständigen Austausch und Dialog auf Augenhöhe erhalten und gestärkt werden. Eine bessere Vernetzung auch im Hinblick auf das durch Wohnraummangel gehemmte Entwicklungspotenzial muss durch Verbände mit Unterstützung durch die öffentliche Verwaltung erfolgen.

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen aus?

In einem Flächenlandkreis wie unserem mit zahlreichen Flächengemeinden ist ein sinnvoller Ausbau des ÖPNV unter den finanziellen Vorzeichen schwer, aber nicht unmöglich, weiterzuentwickeln. Der Bedarf ist da, und mit dem fortzuschreibenden Nahverkehrsplan ist eine sinnvolle Entwicklung angestoßen, deren erste Erfolge mit den X-Bussen und dem Flex-Bus-System sichtbar werden. An einer angemessenen Straßeninfrastruktur für Automobilität und Fahrradverkehr führt jedoch nach wie vor kein Weg vorbei.

 

Wie wollen Sie im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

Zu einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung gehören neben stationären Einrichtungen (wie Kliniken) und ambulanten Praxen (wie Haus- und Fachärzte) auch der Bereich der Pflege, der Rettungsdienst und der Dienstleistungsbereich (u.a. Apotheken und Gesundheitshäuser). In vielen dieser Bereich kommt es aktuell zu Umbrüchen und Umstrukturierungen. Diese Entwicklung müssen wir auf dem Schirm haben und rechtzeitig Maßnahmen einleiten, damit wir nicht irgendwann ohne ausreichend niedergelassene Ärzte, Apotheken und Versorgern dastehen. Wir müssen im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, den Finanzierungsregeln und der Strukturreform durch sinnvolle Kooperationen einen Weg finden, den Bedarf unserer Bürger an einer möglichst umfassenden Versorgung weiterhin gewährleisten zu können.

 

Persönliche Frage: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat ziehen können?

Da halt ich es mit dem alten bayrischen Motto „net gschimpft is globt gnua“. Zufrieden bin ich, wenn unsere Bürger nach sechs Jahren Ludwig Schmid sagen können „A Fehler wars nicht, dass ma ihn gewählt haben“.

Wild, Andreas (Grüne)
Wild, Andreas (Grüne)
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Andreas Wild ist der Landratskandidat für Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen geschaffen werden?

Im Landkreis stehen laut einer Studie etwa 1.900 Wohnungen leer – die meisten seit mehr als 12 Monaten und in Besitz privater Einzelpersonen. Das ist so viel wie wir in 4 Jahren insgesamt neu bauen. Diesen Leerstand müssen wir analysieren und dann mit Werbung, Beratung, kreativen Ideen verringern. Darüber hinaus müssen wir gezielt Genossenschaften, Erbpacht, Wohnungstausch, von Eigentum unabhängigere, flexiblere Wohnformen fördern und den neuen Bauturbo anwenden. Und wenn das alles nicht reicht, braucht es letztlich auch Zweitwohnungssteuern, Zweckentfremdungssatzungen und auch in Bayern endlich eine Grundsteuer C zur Reduzierung von Spekulation mit Baugrund.

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen vorangetrieben werden?

Ich möchte eine Energiegenossenschaft gründen, die neue regenerative Energieerzeugungsanlagen im Landkreis betreibt und die Bürger*innen profitieren lässt (Beispiel: Energiegenossenschaft Oberland). Klimaschutz muss als Stabstelle ganz oben beim Landrat angedockt, mit allen Gemeinden eng koordiniert und mit einer Kampagne (ähnlich Tourismus) begleitet werden.Genehmigungsverfahren zu PV- und Windkraftanlagen müssen im Landratsamt intensiv betreut und beschleunigt werden – inklusiv einer deutlich besseren Koordination der beteiligten Stellen. Klimabilanzen müssen schneller erstellt, Projektstatus und Erfolge besser kommuniziert und Fördermöglichkeiten z.B. für Batteriespeicher, Balkonkraftwerke geschaffen werden.

 

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Die Wirtschaftsförderung muss im Landkreis überprüft werden: Welche Aktivitäten haben messbare Effekte? Muss der Landkreis parallel zu Gemeinden aktiv sein? Brauchen wir noch gedruckte Beherbungsverzeichnisse und immer gleiche Messeauftritte? Wäre eine interdisziplinäre (Tourismus, Gewerbe, Unternehmen, Landwirtschaft) Regionalförderung sinnvoller?

Wichtig wäre ausreichend verfügbarer bezahlbarer Wohnraum, gute ÖPNV-Verbindungen, Bundesstraßen ohne Funklöcher, echter Breitbandausbau, schnelle Genehmigungsverfahren durch ineinandergreifende Kooperation von kommunalen und Landkreisbehörden, die alle mit dem Mindset „Wie können wir es möglich machen?“ arbeiten.

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen aus?

Ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept beinhaltet für mich:

• Eine zuverlässige bis nach Geretsried verlängerte S-Bahn ohne kostspielige, überdimensionierte Bauprojekte.

• Die Elektrifizierung der Bahnlinie nach Lenggries, um einen 30-Minuten-Takt möglich zu machen.

• Integrierter Ausbau von Buslinien (u.a. X-Bus, Flexbus, Querverbindungen) inkl. Umsetzung und Fortschreibung des Nahverkehrsplans.

• Ausbau von Ladeinfrastruktur und Carsharing

• Konsequente, echte Verkehrsplanung bei Neuausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten

 

Wie wollen Sie im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

Indem wir beide Klinikstandorte erhalten. Um dies zu ermöglichen werden wir Allianzen eingehen, Entscheidungen ehrlich und ohne Scheuklappen treffen, Leistungen anpassen, alle Potenziale nutzen, Defizite senken müssen.

 

Persönliche Frage: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat ziehen können?

Der Landkreis hat sich in seinem Erscheinungsbild, in der Arbeit seiner Behörden spürbar neu und zukunftsfähig aufgestellt: Prozesse sind schneller, digitaler, effizienter und bürgernäher. Landkreis und Kommunen arbeiten Hand in Hand, nichts scheitert mehr an fehlender Kommunikation. Politische Ziele, Projekte und Beschlüsse werden einfach zugänglich erklärt, der Status sowie die nächsten Schritte transparentdargestellt. Die Finanzen sind auf solideres Fundament gestellt und bieten Spielräume für Zukunftsinvestitionen. Die Energiewende ist deutlich beschleunigt und fast im Plan. Bürger*innen spüren, dass Demokratie vor Ort funktioniert und wirklich „liefert“.

Barthel, Klaus (SPD)
Barthel, Klaus (SPD)
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Klaus Barthel ist der Landratskandidat für die SPD im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen geschaffen werden?

Es darf nicht sein, dass bei uns für Menschen ohne größeres Eigentum und Vermögen fast die Hälfte des Einkommens für das Wohnen draufgeht, während gleichzeitig der Erwerb von Wohneigentum für Durchschnittsverdiendende unerschwinglich geworden ist. Die Mieten, Boden- und Baupreise steigen unangemessen immer weiter. Abgesehen von positiven Ausnahmen wird am Bedarf vorbei gebaut, insbesondere in den touristisch geprägten Teilen des Landkreises.

Vielfach wird Landschaft zersiedelt, ohne dass bezahlbarer Wohnraum entsteht. Deshalb würde ich als Landrat alle Möglichkeiten nutzen, gemeinsam mit den Städten und Gemeinden, die Entwicklung besser zu steuern: Innenentwicklung statt Breite, kurze Wege, gute Anbindung an den ÖPNV, kreative Nutzung von bereits verbrauchten Flächen für den Wohnungsbau wie beispielsweise über Parkplätzen und Supermärkten. Genossenschaften und neue Formen des Zusammenlebens wie Mehrgenerationenhäuser sind zu unterstützen. Ich strebe auch die Gründung eines landkreiseigenen Wohnungsunternehmens an, gegebenenfalls in interkommunaler Zusammenarbeit. Die Bestrebungen vieler Kommunen, die Umwandlung oder den Bau von Wohnraum als Zweit- und Ferienwohnungen einzudämmen, sind zu unterstützen.

Wir wollen die Städte und Gemeinden anregen und beraten, wenn es um die möglichst flächendeckende Einführung der „sozialen Bodennutzung“ geht, also um die Beteiligung der Allgemeinheit an Planungsgewinnen. Daraus ließe sich kommunaler oder geförderter Wohnraum finanzieren.

Für alles das gibt es bereits erfolgreiche Vorbilder in der Praxis, es sind keine Fantastereien. Als Landrat würde ich das entschlossen angehen.

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen vorangetrieben werden?

Ich nehme das selbstgesteckte Ziel des Landkreises, bis 2035 klimaneutral zu werden, ernst und unterstützen die Arbeit und Leistungen der „Energiewende Oberland“, deren Gründungsstifter ich bin. Die Aufgabe des Landkreises sehe ich hier vor allem in der Beratung und Koordination der Gemeinden bei der gesetzlich vorgeschriebenen Wärmeplanung, bei kommunalen oder privaten Energieprojekten, bei der Unterstützung der Landwirtschaft bei ökologischer Landnutzung bis zur Rückvernässung von Mooren. Ich strebe auch den Aufbau eines landkreiseigenen Energieunternehmens an, das zunächst vor allem die Liegenschaften des Landkreises (Schulen, Dienstgebäude usw) versorgt. Der Landkreis muss ausserdem endlich eine klare Haltung für eine Rückführung des Walchensee-Kraftwerkssystems in die öffentliche Hand einnehmen und sich eigentumsmäßig möglichst daran beteiligen. Nur so kann verhindert werden, dass unsere Natur und Wertschöpfung zum Spielball irgendwelcher „Investoren“ aus aller Welt wird, wenn der Bund den Konzern Uniper verkaufen muss. Angesichts der Weltlage darf es hier kein Abwarten, Taktieren oder gar Blockieren mehr geben, wie wir das leider in den letzten Jahren erlebt haben. Zur Energiewende gehört natürlich auch eine vernünftige Verkehrs- und Baupolitik.

 

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Wirtschaftspolitik ist für mich vor allem die systematische Zusammenfassung der verschiedenen Bereiche, um die es hier geht: flächendeckende Mobilität, bezahlbarer Wohnraum, bezahlbare, dezentrale Energieversorgung, Schulen/Ausbildung/Qualifizierung, Unterstützung der Jugend, Inklusion, Kinderbetreuung, eine funktionierende öffentliche Verwaltung, ein Tourismus, der nicht seine eigenen Grundlagen zerstört, die Unterstützung regionaler Wirtschaftskreisläufe wie bei der Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, gelebte Sozialpartnerschaft und Anerkennung jeder Form von Arbeit. Der Landkreis kann und muss hier an vielen Stellschrauben drehen. Ein Beispiel: sichere, tarifgebundene Arbeitsplätze binden qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Der Landkreis muss bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen mehr auf Seriosität, Gesetzes- und Tariftreue achten, und nicht auf das preislich niedrigste Angebot. Dann kommen Betriebe aus der Region eher zum Zug als Billiganbieter von irgendwoher. Der Mangel an Busfahrern ist das lebendige Beispiel: hier sind die Arbeitsbedingungen durch das Lohn- und Sozialdumping so schlecht geworden, dass wir viel zu wenige Fahrer Und Fahrerinnen überhaupt noch finden.

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen aus?

Der Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel übersteigt deren Kosten bei weitem. Wir wollen Mobilität auch ohne eigenes Auto ermöglichen. Mobilität für alle ist eine Frage von Freiheit und Lebenschancen, gleich, ob es um Arbeit, Schule, Ausbildung, Arzt, Einkauf Disco oder Kulturveranstaltung geht, ob am Wochenende oder abends. Deshalb muss der ÖPNV auf dem Land flächendeckend angeboten werden. Überall, wo das Angebot stimmt oder verbessert wurde (beispielsweise die Taktverbindungen bei Bussen und Bahnen, X – Busse, einfachere Tarife, touristische Ziele), nimmt die Nutzung deutlich zu. Das hilft auch, die Kosten zu decken. Deshalb wollen wir den Nahverkehrsplan des Landkreises weiter zügig umsetzen und fortschreiben, beispielsweise in Form von flexiblen, bedarfsgesteuerten Rufbusangeboten wie jetzt in den Flächengemeinden Dietramszell und Egling. Wir brauchen auch eine leistungsfähige Buslinie zwischen dem Loisachtal und dem Nordlandkreis. Die Busverbindungen sind laufend, notfalls durch den Landkreis selbst, zu evaluieren und dem Bedarf anzupassen. Bis zur Elektrifizierung der Strecken der Oberland-Bahn wollen wir akkugetriebene oder andere emissionsfreie Züge nach dem Ergebnis einer öffentlichen Ausschreibung einsetzen, um von

dieselbetriebenen Zügen wegzukommen. Die Verlängerung der S7 ist – unterstützt von den Investitionsprogrammen von Bund und Land – entschlossen voranzutreiben. Für alle Jugendlichen, ältere Menschen oder Personen mit Beeinträchtigungen, Auszubildende und Studierende sind in Zusammenarbeit mit dem MVV günstigere Sondertarife anzubieten, die auch die Schulwegkosten für alle Kinder und Jugendlichen abdecken.

Die skandalösen Verzögerungen im über 25-jährigen Planungsprozess zur Verlängerung der S-Bahn nach Geretsried sind nicht länger hinnehmbar. Der Landkreis, und allen voran der Landrat, muss von der Deutschen Bahn und dem Freistaat Bayern endlich Wahrheit und Klarheit zum Stand des Verfahrens, Transparenz und öffentliche Einsicht in die Berechnungsgrundlagen der Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) sowie einen realistischen Terminplan und dessen Einhaltung einfordern. Die Staatsregierung muss – gegebenenfalls mit Sanktionen – endlich ihre politische Verantwortung gegenüber den Planern der Bahn und den Genehmigungsbehörde wahrnehmen. Im Übrigen sind die derzeitigen gravierenden Mängel bei der S-Bahn nach Wolfratshausen sofort abzustellen.

Wir unterstützen alle Bestrebungen, Fußgänger und Radfahrer zu schützen und für sie, wie in der Straßenverkehrsordnung vorgesehen, entmischte der Verkehrswege zu schaffen. Das Radwegekonzept des Landkreises ist entschlossen voranzutreiben.

 

Wie wollen Sie im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

Schon vor vielen Jahren hat die SPD im Kreistag beantragt, dass der Landkreis zur Gesundheitsregion wird. Jetzt hat die Führung des Landkreises diese Notwendigkeit endlich einsehen müssen. Auch hier ist viel Zeit verloren gegangen. Bei der Gesundheitsregion geht es um die Vernetzung aller medizinischen und pflegerischen Angebote. Das muss jetzt endlich bedarfsgerecht angegangen werden.

Eine unmittelbare Zuständigkeit besitzt der Landkreis beim Erhalt und der Modernisierung unserer Kreisklinik. Wir fordern seit langem, dass der Freistaat seinen Verpflichtungen im Bereich der Krankenhausplanung und -Finanzierung endlich nachkommt, damit der Standort Wolfratshausen für die Zukunft gesichert bleibt. Der Landkreis muss in der Region und gegenüber der Staatsregierung an einer wirtschaftlich gesicherten Aufgabenteilung und Spezialisierung der Krankenhäuser arbeiten. Das Schielen auf Privatisierung und Schließung, auch wenn es sich auf betriebswirtschaftliche Gutachten stützt, muss ein Ende haben.

Ich werde weiterhin dafür kämpfen, dass in Wolfratshausen zusätzlicher Wohnraum für das Klinikpersonal entsteht, wie der Kreistag dies nun endlich mit knapper Mehrheit beschlossen hat. Auch werde ich weiterhin darauf drängen, dass in Bad Tölz Asklepios endlich seine Verpflichtung zum Neubau seiner Personalwohnungen erfüllt.

Ich plädiere zudem für die Einrichtung eine öffentlich geförderten Stelle für Frauengesundheit. Hier könnte der Landkreis ein Modell für ländliche Räume schaffen, dass auf die geschlechtsspezifischen Bedürfnisse der Gesundheit von Frauen zugeschnitten ist.

 

Persönliche Frage: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat ziehen können?

Nach sechs Jahren mit mir als Landrat sollen die Menschen im Landkreis sagen: weiter so.

Tessun, Manuel (ÖDP)
Tessun, Manuel (ÖDP)
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Manuel Tessun ist der Landratskandidat für die ÖDP im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen geschaffen werden?

Bezahlbarer Wohnraum ist eines der drängendsten Themen im Landkreis. Dabei ist Ehrlichkeit wichtig: Die zentralen Gestaltungsmöglichkeiten liegen bei den Gemeinden und beim Land. Der Landkreis kann jedoch Rahmenbedingungen verbessern und neue Modelle anstoßen. Ich möchte insbesondere Mitarbeiterwohnungen – etwa im Umfeld der Kreiskliniken – weiter forcieren, um Fachkräfte zu halten. Zudem kann der Landkreis Gemeinden bei Flächenmanagement, Koordination und Verfahrensbeschleunigung unterstützen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt für mich auf Wohnraum für Menschen aus unserem Landkreis, etwa über Einheimischenmodelle. Ergänzend sehe ich großes Potenzial in generationenübergreifenden Wohnformen oder Modellen wie „Wohnen gegen Hilfe“, bei denen ältere Menschen Unterstützung erhalten und jüngere bezahlbaren Wohnraum finden. Bezahlbarer Wohnraum entsteht durch pragmatische Zusammenarbeit über alle Ebenen hinweg.

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen vorangetrieben werden?

Die Energiewende kann im Landkreis nur dann erfolgreich sein, wenn sie technisch sinnvoll, naturverträglich und von der Bevölkerung mitgetragen wird. Ich setze deshalb auf Lösungen, die schnell wirken und breite Akzeptanz finden: Photovoltaik auf Dächern, Parkplätzen und bereits versiegelten Flächen, ergänzt durch Speicher, Netze, Biomasse in sinnvoller Größenordnung sowie naturverträgliche Wasserkraft. Entscheidend ist eine dezentrale, regionale Energieerzeugung, die Wertschöpfung im Landkreis hält. Eine Energiewende braucht Zustimmung, nicht Widerstand. Technologien, die im windarmen und landschaftlich sensiblen Oberland stark polarisieren, gefährden diese Akzeptanz und bremsen den Fortschritt insgesamt. Mein Ansatz ist: zuerst die Lösungen umsetzen, die funktionieren und getragen werden.

 

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Eine starke regionale Wirtschaft ist die Grundlage für sozialen Zusammenhalt und kommunale Handlungsfähigkeit. Ich setze auf die Stärkung des Mittelstands, des Handwerks und regionaler Wertschöpfungsketten. Zielbild ist für mich eine gemeinwohlorientierte Wirtschaft: wirtschaftlich erfolgreich, sozial verantwortlich und ökologisch tragfähig. Auch das Landratsamt sollte sich an diesen Prinzipien orientieren – etwa durch faire Vergaben, regionale Beschaffung, transparente Entscheidungen und verlässliche Verfahren. Dem Fachkräftemangel begegnen wir nicht allein durch Anwerbung, sondern durch Lebensqualität: bezahlbares Wohnen, gute Bildung, verlässliche Kinderbetreuung, Mobilität und Gesundheitsversorgung. Schnelle Verfahren und Planungssicherheit sind dabei zentrale Faktoren.

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen aus?

Ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept muss alltagstauglich, finanzierbar und zeitnah umsetzbar sein. Großprojekte wie die S7-Verlängerung halte ich für ein Verkehrssystem vergangener Jahrzehnte: mit extrem langen Planungs- und Bauzeiten und ohne spürbare Entlastung in den nächsten 20 Jahren. Die aktuellen Verkehrsprobleme lösen wir damit nicht. Stattdessen braucht es kurzfristig wirksame Maßnahmen wie bessere Busverbindungen, Taktverdichtungen, verlässliche Anschlüsse sowie Rufbus- und On-Demand-Angebote. Als innovative Perspektive sehe ich die Otto-Bahn, die deutlich schneller realisierbar ist und neue Möglichkeiten für eine leistungsfähige und flexible Mobilität bietet. Ziel ist eine Mobilität, die zuverlässig funktioniert und bezahlbar bleibt.

 

Wie wollen Sie im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

Eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung ist zentral für die Lebensqualität im Landkreis. Der Erhalt der Kreisklinik Wolfratshausen hat für mich hohe Priorität. Gleichzeitig müssen ambulante Strukturen gestärkt werden: Hausärzte, Fachärzte, Pflegeangebote und neue Versorgungsformen. Mitarbeiterwohnungen, gute Arbeitsbedingungen und weniger Bürokratie sind entscheidend, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Der Landkreis kann hier koordinieren, vernetzen und unterstützen – damit medizinische Versorgung auch im ländlichen Raum verlässlich bleibt.

 

Persönliche Frage: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat ziehen können?

Ich wünsche mir, dass die Menschen sagen: Der Landkreis ist spürbar vorangekommen. Die Energiewende wurde konsequent umgesetzt, ohne Windkraft, aber mit Lösungen, die funktionieren und akzeptiert werden. Unsere Kinder lernen wieder in der Schule statt zu Hause – in personell gut ausgestatteten Schulen mit echten Fördermöglichkeiten. Die Mobilität im Landkreis ist zuverlässiger, flexibler und unabhängiger geworden, ohne dass die laufenden Kosten explodiert sind. Gleichzeitig arbeitet das Landratsamt schlanker, effizienter und bürgernäher. Entscheidungen sind nachvollziehbar, Verfahren schneller und die Verwaltung versteht sich als Dienstleister für Bürger, Gemeinden und Wirtschaft.

Englich, Sebastian (Die Linke)
Englich, Sebastian (Die Linke)
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Sebastian Englich ist der Landratskandidat für Die Linke im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen geschaffen werden?

„Wohnen ist ein Menschenrecht und keine Ware. Mein Ziel ist eine soziale Wohnungspolitik, die niemanden verdrängt.“

• Kreiseigenes Azubi-Wohnheim: Wir brauchen dringend bezahlbare Unterkünfte für Auszubildende. Ein Landkreis-Wohnheim stellt sicher, dass junge Menschen ihre Lehre hier machen können, ohne ihr gesamtes Gehalt für ein Zimmer auszugeben.

• Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft: Statt auf private Investoren zu hoffen, muss der Landkreis selbst bauen und dauerhaft preisgebundene Wohnungen schaffen.

• Mietpreisstopp & Zweckentfremdungsverbot: Konsequentes Vorgehen gegen Leerstand und die Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen.

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen vorangetrieben werden?

„Energie gehört zur Daseinsvorsorge wie Wasser und Brot. Wir müssen die Kontrolle über unsere Ressourcen zurückgewinnen.“

• Rückverstaatlichung des Walchenseekraftwerks: Nach dem Auslaufen der Konzessionen muss das Walchenseekraftwerk zurück in die öffentliche Hand (Freistaat/Landkreis-Beteiligung). Die Gewinne aus unserem Wasser dürfen nicht in den Taschen von Aktionären landen, sondern müssen in die Senkung der regionalen Strompreise und den Ausbau der Infrastruktur fließen.

• Bürgerenergie-Genossenschaften: Massive Förderung von Photovoltaik auf allen öffentlichen Dächern. Wir machen den Landkreis zum Selbstversorger.

• Kommunale Wärmewende: Staatlich geförderte Nahwärmenetze statt teurer Einzelheizungen. Wir nutzen Geothermie und Biomasse, um die Haushalte unabhängig von Öl- und Gasmultis zu machen.

 

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

„Gute Arbeit gibt es nur mit guten Löhnen und fairen Bedingungen.“

• Fachkräfte durch Lebensqualität: Wer hier arbeitet, muss hier auch wohnen können. Das Azubi-Wohnheim und bezahlbare Wohnungen sind der beste Wirtschaftsförderung für unser Handwerk und Gewerbe.

• Öffentliche Aufträge nur mit Tarifbindung: Der Landkreis vergibt Aufträge nur noch an Firmen, die ihre Mitarbeiter ordentlich bezahlen.

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen aus?

„Mobilität für alle, nicht nur für Autobesitzer.“

• Nulltarif im ÖPNV: Mein langfristiges Ziel ist ein fahrscheinloser Nahverkehr im Landkreis, finanziert durch eine Umlage oder Steuern.

• Reaktivierung und Ausbau: Beschleunigung der S7-Verlängerung nach Geretsried und Taktverdichtung in alle Randgemeinden, auch am Wochenende und spät abends.

 

Wie wollen Sie im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

„Gesundheit ist keine Ware – Kliniken gehören in öffentliche Hand.“

• Stopp der Klinik-Privatisierung: Unsere Kreiskliniken in Bad Tölz und Wolfratshausen müssen kommunal bleiben. Wir brauchen eine wohnortnahe Versorgung ohne Profitdruck.

• Kommunale MVZ: Wo Hausärzte fehlen, muss der Landkreis medizinische Versorgungszentren gründen und Ärzte anstellen.

 

Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können?

„Ich möchte, dass die Menschen sagen: ‚Endlich hat sich jemand getraut, die Interessen der Mieter, Beschäftigten und Azubis über die der Investoren zu stellen.‘ Wenn der Landkreis sozialer, ökologischer und für Normalverdiener wieder bezahlbar geworden ist, dann haben wir gemeinsam den richtigen Weg eingeschlagen.“

Starnberg

Frey, Stefan (CSU)
Frey, Stefan (CSU)
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Stefan Frey ist der Landratskandidat für die CSU im Landkreis Starnberg

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Starnberg geschaffen werden? 

Über unser kommunales Wohnungsunternehmen für Menschen mit niedrigem Einkommen, bereits über 2.500 Wohnungen gebaut. Über das von mir initiierte Online-Portal zur Wohnungsvermittlung, insbesondere für Pflegekräfte, werden Leerstand gehoben und Wohnraumangebote vermittelt. Im Rahmen des Bauturbos wird gezielt über die Möglichkeiten für die Schaffung von Wohnraum informiert und beraten. 

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Starnberg vorangetrieben werden? 

Mittlerweile hat der Markt in wesentlichen Teilen das Geschehen übernommen. Im Landkreis kommen wir gut voran. Gerade die PV-Anlagen auf den Dächern und auf Freiflächen haben deutlich zugelegt. Die Menschen erhalten digitale Infos zu ihrem Grundstück über das Online-Portal. Sie können dort ersehen, was wirtschaftlich ist, was nicht. Ebenso werden im Landratsamt alle Bauanliegen kompetent beraten und abgestimmt.

         

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Starnberg gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden? 

Laufend vermitteln wir Unternehmen passende Flächen. Gerade junge Menschen sollen künftig bei uns arbeiten und leben können. Der Berufsinformation an den Schulen werde ich weiterhin stärken. Die Neuauflage der Innovationsmesse für regionale Unternehmen im Landratsamt hat sich zu einem richtigen Renner entwickelt. Anliegen von Unternehmen werden in allen Verwaltungsbereichen des Hauses priorisiert behandelt. 

         

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Starnberg aus? 

Der ÖPNV wird dadurch effizient, dass bestimmte zentrale Routen gestärkt werden, von Landkreis zu Landkreis über den Ausbau der Schnellbusse gezielt die U-Bahn angefahren wird. Dazu kommt der gezielte Aufbau von Bikesharing-Systemen zu Bedienung der letzten Meile. Diesen Weg gehe ich weiter. Dazu gehören die gezielte Entwicklung und Bau von weiteren Radrouten für Pendler wie für den touristischen Bereich.

         

Wie wollen Sie im Landkreis Starnberg auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen? 

Wir sind mit unseren Kliniken im Landkreis breit und sehr gut aufgestellt. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Die Sicherstellung der öffentlichen Gesundheitsvorsorge gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Landkreises. Eine Herkulesaufgabe, die ich wie bisher konsequent umsetze.

         

Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Starnberg nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können? 

Dass sie spüren, dass ich mich wirklich um jedes Anliegen der Menschen kompetent kümmere, sei es groß oder klein.

Eisenschmid, Michaela (Freie Wähler)
Eisenschmid, Michaela (Freie Wähler)
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Michaela Eisenschmid ist die Landratskandidatin für die Freien Wähler im Landkreis Starnberg

 

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Starnberg geschaffen werden?

Generell haben wir ein knappes Wohnraumangebot im Landkreis Starnberg. Ein knappes Angebot führt zu höheren Mietpreisen, was unsere ohnehin schon hohen qm-Preise für Miete und Erwerb weiterhin auf diesem Level hält. Der Bau-Turbo könnte im ein oder anderen Fall, von den Gemeinden richtig und mit Augenmaß angewandt, für etwas Entspannung sorgen. Viele Prozesse in Verbindung mit dem Bau-Turbo laufen wieder im Landratsamt zusammen. Hier muss man die Gemeinden dann nach Kräften unterstützen. Jenseits der normalen Marktkräfte soll der „Verband Wohnen“ im Landkreis für BEZAHLBAREN Wohnraum sorgen. Geplant waren hier drei Vorhaben in Feldafing, Gauting und Tutzing. Doch leider hat die Verbandsversammlung beschlossen, dass es in 2026 keine Wohnbauumlage geben wird, da die Gemeinden dafür keine freien Finanzmittel haben. D.h. diese Vorhaben stehen für 2026 still. Deshalb muss das oberste Ziel sein, den Verband Wohnen finanziell so auszustatten, bzw. das bestehende Finanzierungsmodell zu überarbeiten, dass er seiner Aufgabe, bezahlbaren Wohnraum zu bauen, wieder nachkommen kann. Wahrscheinlich werden wir hier auch auf neue staatliche Mittel angewiesen sein.

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Starnberg vorangetrieben werden?

Der Landkreis Starnberg ist leider noch nicht so weit, wie er auf dem Weg bis 2035 in puncto Energiewende sein wollte. Ich bin der Meinung, das Thema sollte zur Chefsache erklärt werden. Auf allen kreiseigenen Liegenschaften (Schulen, Verwaltungsgebäude, …) sollten, wenn möglich, PV-Anlagen auf den Dächern installiert werden. Das ist nicht überall möglich, deshalb bieten sich ggf. auch Räume über öffentlichen Parkplätzen an. Wenn man das im Rahmen von ‚Contracting‘ macht, belastet es auch nicht den Kreishaushalt. Ausgaben für Energie können durch vergünstigten Einkauf von Strom dadurch sogar gesenkt werden. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass das Stromnetz den ganzen Strom aus den PV Anlagen nicht weg bringt. Meine Lösung wäre: konsequent bei der Bauleitplanung und Flächenplanung Flächen für Stromspeicher vorsehen. 

Im Hinblick auf Windenergie hat der Landkreis seine Sache schon gut gemacht: es existiert eine Planung mit ‚Positiv-Standorten‘. Leider fallen viele wegen der Luftfahrt im Landkreis wieder weg. Da sich einzelne Windräder wohl nicht recht lohnen, ist das Thema Windenergie im Landkreis wohl nicht mehr das Kernthema. Ganz aus dem Blick verlieren sollte man auch das Thema Seethermie nicht. Auch wenn die letzten Untersuchungen und Machbarkeitsstudien dazu ernüchternd waren. Die Kosten hierfür könnten ein Killerkriterium sein. Die ökologische Unbedenklichkeit muss geklärt werden: der Ammersee zB. gehört zu den sieben international bedeutenden Feuchtgebieten in Bayern.

 

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Starnberg gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Vor einigen Tagen war in der Zeitung zu lesen, dass der Landkreis Starnberg im Start-up Bereich bayernweit wieder ganz vorne mit dabei war. Viele Gründungen entstehen aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik. Und ganz generell sind sehr viele innovationsgeneigte Geschäftsmodelle dabei. Schade nur, dass sie alle nicht im Landkreis Starnberg verbleiben, wie man ein paar Absätze weiter im Artikel liest. Durch meine enge Zusammenarbeit mit der gwt Wirtschaftsförderungsgesellschaft weiß ich, dass vielen Firmen aus Gründen der Fachkräftemobilisierung die Nähe zu München, bzw. eine Münchener Anschrift wichtig sind. Daher sehe ich es als eine Chance für den Landkreis, es anderen Standorten mit Spezialisierung gleich zu tun: nehmen wir Martinsried mit seinem Außencampus der Universität und dem Ballungszentrum für Unternehmen im Biotech-Bereich: Warum könnte sich der Landkreis nicht auch bemühen einen richtigen Außencampus der TU München im Bereich Luft- und Raumfahrttechnik zu etablieren? Ich weiß von der engen Zusammenarbeit der DLR mit der TU München, aber das könnte man noch viel stärker intensivieren, um die Strahlkraft auf Start-ups noch deutlich zu erhöhen und die Standortattraktivität zu steigern. Die Flächen wären gegeben: Auf dem Grundstück des Flughafens gäbe es noch weitreichende Flächen, sowie auch auf dem Argelsrieder Feld 3. Genug Platz für den Campus und viele Firmenansiedelungen also. Man hätte semesterweise Studenten im Landkreis, die Ansiedelung für Starts-ups aus diesem Bereich würde aufgrund der Synergien dauerhaft für diese Sinn machen. Da technologiebasierte Firmen auch einen kaufmännischen Apparat, Logistik, Lager uvm. benötigen, würde ein vielfältiges Angebot an neuen Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen.        

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Starnberg aus?

Ich würde gerne zwei Dinge beim Thema ÖPNV unterscheiden: einmal die Schülerbeförderung, eine absolut notwendige Pflichtaufgabe, die im Landkreis gut ins Netz integriert ist und kaum Einsparpotenziale bietet und einmal der allgemeine Linienverkehr. Wünschenswert wäre, wenn die Digitalisierung im allgemeinen Linienverkehr weiter voranschreiten würde, so dass Live-Fahrgastinformationen an möglichst vielen Haltestellen verfügbar wären. Hier sind aber auch oft die Kommunen gefragt. Auch eine gewissen Qualitätskontrolle in puncto Pünktlichkeit könnte vom Landkreis gefordert werden. Im Übrigen glaube ich, dass uns wichtige Einnahmen durch fehlende Ticketkontrollen entgehen. Hier zahlt dann die Allgemeinheit drauf. 

Was die Taktung betrifft, muss man aber ganz klar sagen: Jede Angebotsverbesserung führt zu einer höheren Kreisumlage. Vielmehr wird es künftig nötig sein, sog. Geisterbusse zu vermeiden und die Linien effizient zu gestalten. Die immer höher werdende Kreisumlage belastet die Kommunen derart, dass sie für wichtige Investitionen nicht mehr liquide sind. Ein anschauliches Beispiel: vor einem Seniorenwohnheim im Landkreis können ältere Menschen mit Rollator derzeit kaum in den Bus einsteigen, weil die Haltestelle direkt an einer Straße, ohne Bordstein, gelegen ist. Trotz Rampe entsteht ein erheblicher Absatz, der sich mit Rollator oder Rollstuhl nicht bewältigen lässt. Die zuständige Kommune hat das Vorhaben der Haltestellenverlegung oder der barrierefreien Anpassung aus haushaltstechnischen Gründen nach hinten verschieben müssen. Was bringt uns also eine Angebotsverbesserung zu Lasten der Kommunen, wenn dann kein Geld mehr für Barrierefreiheit bleibt und die Personengruppen, die den ÖPNV am dringendsten brauchen nicht mehr einsteigen können?

Auch wenn die Barrierefreiheit ein großes Thema ist, muss man aber sagen, dass die Versorgung im ÖPNV durch die Anbindung an die MVG im Landkreis sehr gut ist. 

 

Wie wollen Sie im Landkreis Starnberg auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

Die Krankenhausreform stellt die Starnberger Kliniken vor große Herausforderungen. Unsere Versorgung im Landkreis ist sehr gut. Unsere Krankenhäuser sind renommiert und die Patienten werden rundum gut versorgt. Und das soll sich nicht ändern. Ich würde mich dem Gedanken eines Zentralkrankenhauses nicht ganz entgegenstellen wollen. Und in jedem Fall muss geprüft werden, wo genau das Geld hinfließt. Mein Wahlversprechen wäre, mich in die Zahlen der Starnberger Kliniken einzuarbeiten, um Potenziale aufzuspüren. Der Landkreis Starnberg hat eine der höchsten Dichten an Privatpatienten im Vergleich zu anderen Landkreisen. Laborbedingungen für Kliniken! Warum man dennoch Rekorddefizite einfährt, möchte ich in Erfahrung bringen. Hier braucht es ggf. eine Revision, die auch interne Abläufe begutachtet. Werden die Rechnungen an die Privatpatienten zeitnah gestellt? Oder müsste man das als Factoring evtl. fremd vergeben um damit das Liquiditätsmanagement zu verbessern? 

Klar ist: der Patient darf von diesen Optimierungsmaßnahmen, die Finanzsituation betreffend, nichts spüren!

 

Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Starnberg nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können?

Nach sechs Jahren als Landrätin möchte ich mit Stolz sagen: Wir haben die Verwaltung bürgernäher und effizienter gestaltet. Schnellere Prozesse, besserer Service und vor allem: Wir hören zu. Dabei ist mir immer wichtig, den Bürgerinnen und Bürgern reinen Wein einzuschenken. Nicht alles ist machbar - gerade die angespannte Finanzlage setzt uns Grenzen. Aber ehrliche Kommunikation schafft Vertrauen. Dies wird ermöglicht durch das Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie dem Verständnis der Bürgerinnen und Bürger für unsere Situation. Zudem soll die Gesundheitsversorgung gesichert und für den Landkreis und seine Kommunen bezahlbar bleiben.

Sonnenberg, Roman (AfD)
Sonnenberg, Roman (AfD)
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Roman Sonnenberg ist der Landratskandidat für die AfD im Landkreis Starnberg

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Starnberg geschaffen werden? 

Zu bezahlbarem Wohnraum kann auf Kommunalebene vor allem durch konsequente Ausweisung von Bauland und einfache Genehmigungsverfahren beigetragen werden. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Gemeinden in ihrer Bauleitplanung und der Landkreis bei eigenen Grundstücken verstärkt Flächen für Einfamilien- und Reihenhäuser sowie für geförderten Mietwohnungsbau ausweist. Wir müssen Genehmigungsverfahren im Landratsamt beschleunigen, unnötige Verfahrensschritte und Auflagen reduzieren und kommunale Wohnungsbaugesellschaften oder Genossenschaften fördern, die langfristig günstigen Wohnraum für Einheimische sichern. Der Landkreis kann eigene Liegenschaften gezielt, nach rechtssicheren Kriterien, an Einheimische und vor allem Familien veräußern oder verpachten, statt an Investoren. Ziel ist es, dass unsere Bürger wieder leichter ein Eigenheim oder eine bezahlbare Mietwohnung finden – durch bessere Abstimmung im Landkreis und gezielte Förderung. 

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Starnberg vorangetrieben werden? 

Ich halte die Energiewende in der derzeitigen Form für den falschen Weg. Windräder zerstören Naturlandschaften und greifen erheblich in die Tierwelt ein. Großflächige Solaranlagen sind ähnlich zu bewerten, weil auch sie Landschaftsbilder dauerhaft verändern und Naturflächen beeinträchtigen. Gleichzeitig wird die Stromversorgung durch die derzeitige Energiepolitik teurer und unsicherer. Die hohen Strompreise sind ein wesentlicher Faktor für den andauernden wirtschaftlichen Abstieg unseres Landes.

Als Landrat setze ich deshalb auf strengste Prüfung von Anträgen für Wind- und Solaranlagen, im Rahmen des geltenden Rechts, mit hohen Anforderungen an Natur-, Arten- und Landschaftsschutz sowie an die Sicherheit der Anwohner. Wo die gesetzlichen Voraussetzungen nicht umfassend erfüllt sind, ist die Genehmigung zu versagen. Zusätzlich werde ich mich im Kreistag dafür einsetzen, jede Förderung für Klimaprojekte, entsprechende Institutionen und ähnliche Programme zu streichen und die frei werdenden Mittel für die kommunalen Pflichtaufgaben zu verwenden.

         

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Starnberg gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden? 

Mittelstand und Handwerk sollen gestärkt werden, indem die Verwaltung schneller, planbarer und genehmigungsfreundlicher aufgestellt wird. Gleichzeitig baue ich die Wirtschaftsförderung als zentrale Anlaufstelle aus und etabliere regelmäßige Unternehmensgespräche, ein Krisenradar sowie verbindliche Unterstützung bei Betriebsnachfolge und Standortfragen. Praktika, Ausbildungsplätze und Verbundausbildung sollen systematisch mit Schulen und Betrieben organisiert werden; Weiterbildungsangebote für Engpassberufe werden gebündelt. 

         

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Starnberg aus? 

Ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept im Landkreis Starnberg setzt zuerst beim Stau- und Durchgangsverkehr an, dieser muss durch geeignete Maßnahmen reduziert werden. Baustellen und Sperrungen werden zentral koordiniert, Maßnahmen werden gebündelt und Umleitungen standardisiert. Der Busverkehr muss wieder zuverlässig werden, deshalb benötigen wir einen robusten Fahrplan mit Puffern, Konzentration auf stabile Hauptachsen und einen verbindlichen Notfahrplan statt spontaner Ausfälle. Ausfälle werden über klare Vertragskennzahlen, Eskalationsstufen und Echtzeitinformation konsequent gesteuert.

         

Wie wollen Sie im Landkreis Starnberg auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen? 

Die wohnortnahe Gesundheitsversorgung muss erhalten bleiben, Schließungen kommunaler Kliniken lehne ich ab, wenn dadurch Versorgungslücken entstehen. Die finanzielle Situation der Kreiskliniken soll durch konsequente medizinische und organisatorische Profilierung mit Bündelung der teuren 24/7-Vorhaltung, unter Einrichtung von Alternativen, verbessert werden. So bleibt die Grundversorgung gesichert, aber die laufenden Vorhaltekosten und damit das Defizit werden spürbar gesänkt. Zusätzlich soll die Ansiedlung von Ärzten erleichtert werden, indem kommunale Hürden abgebaut und geeignete Rahmenbedingungen geschaffen werden.

         

Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Starnberg nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können? 

Freie Handlungsfähigkeit entsteht erst dann, wenn der Landkreis nicht länger von seiner eigenen Finanzlage ausgebremst wird. Solange ein großer Teil des Haushalts in Zins- und Tilgungsleistungen fließt, bleibt am Ende nur Verwalten statt Gestalten. Deshalb steht eine klare Konsolidierung im Mittelpunkt: In den kommenden fünf bis zehn Jahren müssen die Finanzen stabilisiert werden. Ausgaben außerhalb der Pflichtaufgaben kommen nur dann in Frage, wenn sie für die Bürger einen konkreten, nachvollziehbaren Mehrwert bringen.

Gleichzeitig gilt: Wer neue Aufgaben an den Landkreis delegiert, muss sie auch vollständig bezahlen. Bei Vorgaben von Bund und Land wird der vollständige Kostenausgleich konsequent eingefordert, damit kommunales Geld nicht für fremde Zuständigkeiten aufgebraucht wird. Entscheidungen sollen nachvollziehbar und offen getroffen werden; Beratungen finden öffentlich statt, und bei zentralen Weichenstellungen wird die direkte Beteiligung der Bürger verbindlich ausgebaut.

Barho, Benjamin (Grüne)
Barho, Benjamin (Grüne)
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Benjamin Barho ist der Landratskandidat für Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis Starnberg

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Starnberg geschaffen werden? 

Das Thema Wohnen ist die soziale Frage unserer Zeit – gerade hier im hochpreisigen Starnberger Raum. Unsere Antwort ist ein Dreiklang aus Verantwortung, Innovation und Schutz.

 Finanzielle Ausstattung des Verband Wohnen: Wir dürfen den Markt nicht allein den Investoren überlassen. Der Landkreis muss selbst zum Akteur werden und für eine dauerhafte und ausreichende Finanzierung des Verband Wohnen sorgen. Nur so kann im Landkreis bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. 

 Bauturbo: Der Bauturbo ermöglicht es den Gemeinden veraltete Bebauungspläne unbürokratisch außer Kraft zu setzen und Umnutzungen auch von leerstehenden Gewerbeimmobilien zu realisieren, er birgt jedoch auch die Gefahr von städtebaulichem Wildwuchs und Flächenfraß. Wir unterstützen und beraten die Gemeindeverwaltungen bei der Anwendung des Bauturbo nach Kräften. 

 „Innen vor Außen“ & Aufstockung: Wir schützen unsere wunderschöne Natur, indem wir Flächenfraß vermeiden. Statt neue Baugebiete auf der grünen Wiese auszuweisen, setzen wir auf kluge Nachverdichtung und Aufstockung bestehender Gebäude 

 Erbbaurecht fördern: Grundstücke des Landkreises werden nicht verkauft, sondern im Erbbaurecht vergeben – geknüpft an soziale Kriterien und bezahlbare Mieten. Wir unterstützen die Gemeinden bei der Ausgestaltung städtebaulicher Verträge zur Sicherung sozial verträglicher Mieten auch bei Investorenprojekten 

 Leerstandkataster, Leerstandssteuer & Grundsteuer C: Wir unterstützen die Gemeinden bei der Erstellung eines Leerstandskatasters und bei der Einführung einer Leerstandssteuer. Wohnenraum ist kein Spekulationsobjekt. Ein aktuelles Leersstandskataster ermöglicht es der Gemeindeverwaltung Kontakt mit den EigentümerInnen aufzunehmen und im besten Fall eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten. Falls dies nicht funktioniert kann über die Leerstandssteuer finanzieller Druck ausgeübt werden. Der Ausschluss der Grundsteuer C per Landesgesetz ist ein Geschenk an Immobilienbesitzer und beschränkt die kommunale Eigenverantwortung in unzulässiger Weise 

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Starnberg vorangetrieben werden? 

Die Energiewende ist für uns kein Zwang, sondern eine riesige Chance für regionale Wertschöpfung. Wir halten unbeirrt am Ziel der Energiewende bis 2035 fest.

 Solar-Offensive auf allen Dächern: Der Landkreis muss Vorbild sein. Jedes geeignete Dach in öffentlicher Hand (Schulen, Verwaltung) wird mit Photovoltaik ausgestattet. Gleichzeitig beraten und fördern wir Privateigentümer und Unternehmen massiv, um Hürden abzubauen. 

 Wärmewende kommunal denken: Wir treiben die kommunale Wärmeplanung voran. Der Landkreis Starnberg sitzt auf einem Schatz: der Geothermie. Wir wollen Wärmenetze ausbauen und Geothermie-Projekte interkommunal – also über Gemeindegrenzen hinweg – realisieren. 

 Seewärme nutzen, wo möglich: Unsere Natur ist nicht nur schön, sondern innovative Ideen helfen uns auch sie im Wärmesektor zu nutzen. Seewärme könnte für viele Gemeinden im Landkreis eine gangbare, günstige und vor allem klimaneutrale Möglichkeit bieten die Wärmewende zu schaffen. 

• Bürgerenergie: Die Menschen sollen profitieren. Wir fördern Bürgerenergiegenossenschaften, damit die Gewinne aus Wind- und Sonnenenergie nicht an Konzerne fließen, sondern in den Taschen der Bürgerinnen und Bürger bleiben. 

         

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Starnberg gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden? 

Ökologie und Ökonomie sind im Landkreis Starnberg keine Gegensätze, sie sind Geschwister. Eine starke Wirtschaft braucht heute zwingend Nachhaltigkeit. 

 Standortvorteil „Grüne Wirtschaft“: Wir unterstützen Unternehmen bei der Transformation zur Klimaneutralität. Das macht sie zukunftsfest und attraktiv für Investoren. Wir fördern Start-ups und Innovationszentren, die sich mit Green Tech und Digitalisierung befassen. 

 Fachkräfte durch Lebensqualität: Warum kommen Fachkräfte nicht? Weil sie hier nicht wohnen können oder ewig im Stau stehen. Unsere Wohnraum- und Verkehrspolitik (siehe Punkt 1 & 4) ist also direkte Wirtschaftsförderung. 

 Verwaltung als Partner – Digital und Schnell: Als Landrat werde ich die Digitalisierung des Landratsamtes priorisieren. Genehmigungsverfahren müssen schneller, transparenter und komplett digital ablaufen. Zeit ist Geld für unser Handwerk und unseren Mittelstand. 

 Sanfter Tourismus: Durch unsere Wirtschafts- und Tourismus GmbH gwt haben wir einen vernetzenden Player im Kreis. Dieser Player muss gestärkt werden. Touristen bringen nicht nur Umsätze in unsere Hotellerie & Gastronomie, sondern brauchen auch einen klaren Leitfaden, wie der Landkreis weiterhin intakte Natur ihnen und den Landkreisbewohnern bieten kann. Regionale Wertschöpfung, die die Lebensqualität für Landkreisbewohner*innen noch steigert, anstelle sie zu schmälern. Stichworte wie Lenkung der Besucherströme, aktive Empfehlung des ÖPNV und eine Informations- & Marketingstrategie inklusive der Marken-Entwicklung des sanften Tourismusgebiets im Landkreis sind zentrale Bestrebungen, um den Standort attraktiv zu halten.

         

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Starnberg aus? 

Wir brauchen eine Mobilitätsgarantie – auch ohne eigenes Auto. Das Ziel ist nicht das Verbot des Autos, sondern das Schaffen von echten Alternativen. Nicht nur die Kosten dürfen im Fokus stehen, denn Mobilität ist auch ein soziales Thema. 

 S-Bahn-Qualitätsoffensive: Wir machen Druck auf Land und Bahn für einen stabilen S-Bahn-Takt und den Ausbau der Infrastruktur. Zuverlässigkeit ist das A und O. 

 Lückenschluss beim Radverkehr: Wir bauen ein lückenloses Netz von Alltagsradwegen und Radschnellverbindungen, auch über Gemeindegrenzen hinweg. Dabei sind die Gemeinden vornehmlich gefragt, gerne unterstütze ich als Landrat, wo immer möglich und nötig. Das E-Bike macht das Fahrrad im hügeligen Oberbayern zum echten Pendler-Fahrzeug. 

 Vernetzung (Der Umweltverbund): Intelligente Verknüpfung von Bus, Bahn und Sharing-Angeboten. Rufbusse und On-Demand-Systeme müssen dort greifen, wo der große Linienbus leer herumfährt. Ein Ticket, eine App, alles erreichbar. 

         

Wie wollen Sie im Landkreis Starnberg auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen? 

Gesundheit ist Daseinsvorsorge und keine Ware. 

 Stärkung des Klinikverbundes Starnberg: Wir stehen felsenfest zum kommunalen Krankenhaus. Es bleibt in öffentlicher Hand, um eine Versorgung auf Spitzenniveau für alle zu garantieren, statt Profite zu maximieren. 

 Medizinische Versorgungszentren (MVZ): Um dem Hausärztemangel, den auch wir in der Metropolregion München spüren, entgegenzuwirken, fördern und initiieren wir kommunale oder genossenschaftliche MVZs. So sichern wir, dass auch in kleineren Gemeinden der Arztbesuch möglich bleibt. 

 Prävention und mentale Gesundheit: Wir rücken die Prävention stärker in den Fokus und bauen die Beratungsangebote für psychische Gesundheit, gerade auch für Jugendliche und Senioren, im Landkreis aus. 

         

Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Starnberg nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können? 

Nach sechs Jahren Amtszeit wünsche ich mir, dass die Menschen im Landkreis Starnberg nicht nur auf Zahlen schauen, sondern ein neues Lebensgefühl spüren.

Sie sollen sagen: 

„Der Ben Barho und sein Team haben nicht nur geredet, sie haben gemacht. Unser Landkreis ist moderner geworden, ohne seinen Charakter zu verlieren. Wir haben wieder bezahlbare Wohnungen für unsere Krankenschwestern und Polizisten. Wir erzeugen unsere Energie selbst und sind stolz darauf. Und vor allem: Die Politik hört uns wieder zu.“ 

Kurz gesagt: Starnberg ist grün, gerecht und genial aufgestellt für die Zukunft. 

Deschler, Markus (FDP)
Deschler, Markus (FDP)
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Markus Deschler ist der Landratskandidat für die FDP im Landkreis Starnberg

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Starnberg geschaffen werden? 

Der Landkreis Starnberg sowie seine Kommunen können über den eigenen Zweckverband, dem „Verband Wohnen im Landkreis Starnberg“ sicher nur einen Bruchteil des benötigten Wohnraums generieren. Von daher gilt es vor allem für private Investoren und genossenschaftliche Wohnbaugesellschaften gute Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Bautätigkeit im Landkreis anzuregen. Hierfür sehe ich verschiedene Ansatzpunkte, die „im Paket“ zu einer Verbesserung der Situation führen können. Kurz gesagt: Wir müssen mehr, einfacher und vor allem schneller bauen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten wir die Möglichkeiten des sogenannten „Bauturbos“ landkreisweit ausschöpfen. Diese zeitlich befristete Sonderregelung gestattet es den Bauaufsichtsbehörden mit Zustimmung der Gemeinden neuerdings ja relativ schnell und unkompliziert neue Wohnbauvorhaben ohne Aufstellung oder Änderung von Bebauungsplänen zu genehmigen. Um die Landkreisgemeinden bei der Anwendung dieses Instruments nicht zu überfordern, halte ich es jedoch für unerlässlich, dass unsere Bauaufsichtsbehörde im Landratsamt den Kommunen als unkomplizierter Berater und Unterstützer zur Seite steht. Weiterhin befürworte ich auch neue, kostengünstigere Arten des Bauens – wie beispielsweise serielles Bauen und Bauen nach dem sogenannten „Gebäudetyp E“. In zentrumsnahen Lagen unserer Gemeinden kann die Aufstockung von Bestandsgebäuden sowie die weitere bauliche Verdichtung mit Sicherheit auch noch einen Beitrag zur Entspannung der Lage leisten. Bei Ausweisung neuer Gewerbegebiete halte ich zudem die Berücksichtigung von Flächen für Mitarbeiterwohnkonzepte für einen weiteren interessanten Ansatz. 

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Starnberg vorangetrieben werden? 

Ich bin davon überzeugt, dass wir mit neuen innovativen Technologien einen bedeutsamen Beitrag dazu leisten können, die Energieversorgung im Landkreis zu sichern, günstiger und klimafreundlich zu gestalten. Die Seethermie bietet hierbei unserem Landkreis eine große Chance, deren Machbarkeit weiter zu untersuchen ist. Aber auch die Oberflächen- und Tiefengeothermie steht grundsätzlich bei uns im Landkreis zur Verfügung und sollte - wo es wirtschaftlich darstellbar ist – weiter vorangetrieben werden. Anschlusszwänge halte ich in diesem Zusammenhang jedoch nicht für den richtigen Weg. Da sich der Strombedarf durch Wärmepumpen und E-Fahrzeuge deutlich erhöhen wird, befürworte ich unter Berücksichtigung der Landschaftsverträglichkeit die Realisierung weiterer Freiflächenphotovoltaikanlagen. Aber auch auf vielen privaten wie öffentlichen Hausdächern schlummert noch enorm viel Potential um günstigen Sonnenstrom zu ernten. Unser Landkreis zeichnet sich zudem durch weitläufige Waldflächen aus. Die im Rahmen der Bewirtschaftung unserer Wälder anfallende Biomasse (Hackschnitzel) kann eine weitere Säule auf dem Weg in Richtung zu einer nachhaltigen wie auch autarken Energieversorgung darstellen. Aktuell lässt sich dieses „Energieholz“ am Markt oft gar nicht absetzen. 

         

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Starnberg gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden? 

Um die Wirtschaft im Landkreis zu stärken, will ich mich dafür einsetzen bestehende Gewerbegebiete zu erweitern und neue Gewerbegebiete zügig zu realisieren. Hier denke ich insbesondere an das Gewerbegebiet „Schorn“ in Starnberg oder den „Galileo-Park“ in Gauting. Zudem möchte ich den Landkreis Starnberg auch als Gründungsstandort verstehen und fördern. Denn durch die Anbindung an München und die dortigen Hochschulen, den Flughafen Oberpfaffenhofen und unser schon bestehendes wertvolles Gewerbe in unseren Gemeinden verfügen wir über ideale Bedingungen für neue und innovative Startups. Wesentlich für die Entscheidung, sich als Unternehmen in unserem Landkreis anzusiedeln bzw. den Standort zu wahren, ist aber auch die Höhe des Gewerbesteuerhebesatzes. Um unsere Wettbewerbsfähigkeit beizubehalten setze ich mich dafür ein, die Gewerbesteuerhebesätze weiterhin möglichst attraktiv zu gestalten. Um auch künftig möglichst viele Nachwuchs-Fachkräfte in unserem Landkreis auszubilden, möchte ich zudem einen klaren Schwerpunkt auf die Ertüchtigung unserer Bildungseinrichtungen legen. Das bedeutet im konkreten Fall den Bau einer weiteren Realschule im westlichen Landkreis Starnberg sowie langfristig den Neubau unserer bestehenden FOS in Starnberg. Denn Bildung ist die wertvollste Ressource die wir haben. In Zeiten des Fachkräftemangels wird aber auch deutlich, dass wir auf ausländische Fachkräfte angewiesen sind. Ich würde mir wünschen, dass Ausbildungen und Abschlüsse aus anderen Ländern schneller anerkannt werden und Arbeitserlaubnisse zügiger erteilt werden. Für ausländische Fachkräfte könnte ich mir vorstellen, eine zentrale Stelle zur Ansprache und Koordination im Landratsamt einzurichten. 

         

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Starnberg aus? 

Ob zu Fuß, mit dem ÖPNV, dem Fahrrad oder eben dem Auto. Die Auswahl des Verkehrsmittels möchte ich grundsätzlich jedem Landkreisbewohner frei überlassen. Der öffentliche Nahverkehr, insbesondere die Buslinien, wurden im Landkreis Starnberg in den letzten Jahren gut ausgebaut. Bei manchen Buslinien würde ich mir zur Vermeidung von leeren „Geisterbussen“ jedoch eine bedarfsgerechtere und nachfrageorientiertere Ausgestaltung der Fahrpläne wünschen. Insbesondere die Expressbuslinien, die unsere Gewerbegebiete mit der U-Bahn verbinden sollten aufgrund ihrer hohen Akzeptanz weiter verstärkt werden. Offen stehe ich auch Pilotprojekten mit autonomen Bussen gegenüber. Zudem könnte ein öffentliches Ruftaxisystem zu Nebenzeiten bestehende Angebotslücken beim ÖPNV schließen. Da eine Vielzahl unserer Bürgerinnen und Bürger auf Elektroautos umsteigen halte ich die Schaffung einer flächendeckenden und verlässlichen Ladeinfrastruktur für notwendig. Die Tunnelplanung in Starnberg empfinde ich als „aus der Zeit gefallen“. Die Verkehrssituation in Starnberg sollte deshalb neu überdacht und geplant werden. Den Bau des immer teurer werdenden Tunnels lehne ich ab. Er teilt die Stadt Starnberg städtebaulich in nicht hinnehmbarer Weise und entlastet die Stadt angesichts des hohen Aufkommens an Ziel- und Quellverkehr nicht. Stattdessen präferiere ich weiter die Prüfung von Möglichkeiten einer Umfahrung. 

         

Wie wollen Sie im Landkreis Starnberg auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen? 

Leider ist die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Starnberger Kliniken in den vergangenen Jahren deutlich in Schieflage geraten. Dadurch entstandene Defizite müssen vom Landkreis Starnberg ausgeglichen werden und belasten unseren Handlungsspielraum bei anderen Aufgabenbereichen enorm. Zur Eindämmung der ausufernden Defizite unserer Kreiskliniken möchte ich daher ehrgeizigere Ziele setzen. Das bedeutet: Weitere Konsolidierung durch Abbau von Doppelstrukturen, Konzentration von Leistungen auf einzelne Standorte, keine Konkurrenz zu privaten Anbietern und letztendlich auch den Neuzuschnitt der Krankenhausstruktur im Sinne einer soliden wohnortnahen Klinikgrundversorgung auf qualitativ hohem Niveau. Um auch im Alter selbstbestimmt leben zu können, möchte ich außerdem die geriatrische Versorgung sowie Angebote der Kurzzeitpflege stärken. Zudem will ich mich für die Schaffung eines Hospizes im Landkreis einsetzen. 

         

Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Starnberg nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können? 

Er hat den Landkreis in den vergangen sechs Jahren besonnen und mit ruhiger Hand ein gutes Stück weit nach vorne gebracht und blieb als Mensch dabei immer nahbar und ansprechbar. 

Landsberg am Lech

Eichinger, Thomas (CSU)
Eichinger, Thomas (CSU)
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Thomas Eichinger ist der Landratskandidat für die CSU im Landkreis Landsberg am Lech

Ramdohr, Klaus (AfD)
Ramdohr, Klaus (AfD)
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Klaus Ramdohr ist der Landratskandidat für die AfD im Landkreis Landsberg am Lech

Groß, Daniela (Grüne)
Groß, Daniela (Grüne)
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Daniela Groß ist die Landratskandidatin für die Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis Landsberg am Lech

 

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Landsberg am Lech geschaffen werden?

Bezahlbarer Wohnraum ist eine der zentralen sozialen Fragen im Landkreis. Als Landrätin möchte ich die Gemeinden stärker unterstützen, etwa durch Beratung, Koordination und eine aktive Nutzung bestehender Förderprogramme. Wichtig ist, dass wir vorhandene Flächen klug nutzen, nachverdichten und bezahlbaren Wohnraum gezielt priorisieren, statt immer weiter nach außen zu wachsen. Der Landkreis kann außerdem eine stärkere Rolle bei kommunalem und genossenschaftlichem Wohnungsbau spielen. Ziel ist Wohnen, das sich Familien, Auszubildende, Pflegekräfte und Beschäftigte vor Ort leisten können.

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Landsberg am Lech vorangetrieben werden?

Die Energiewende gelingt nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Ich möchte den Ausbau erneuerbarer Energien planvoll, naturverträglich und mit echter Bürgerbeteiligung vorantreiben. Dazu gehören Photovoltaik auf Dächern, Windräder an geeigneten Standorten, die Nutzung bestehender Infrastruktur sowie Energiegenossenschaften, von denen Bürgerinnen und Bürger direkt profitieren. Gleichzeitig muss der Landkreis bei der Verbesserung der Energieeffizienz und Sanierung in seinen eigenen Gebäuden und Liegenschaften mit gutem Beispiel vorangehen. So verbinden wir Klimaschutz mit regionaler Wertschöpfung.

 

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Landsberg am Lech gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Ein starker Landkreis braucht eine starke regionale Wirtschaft. Mir ist wichtig, bestehende Betriebe zu sichern und weiterzuentwickeln, insbesondere Mittelstand und Handwerk. Dem Fachkräftemangel begegnen wir durch gute Kinderbetreuung, bezahlbaren Wohnraum, verlässliche Mobilität und einem familienfreundlichen Umfeld. Als Landrätin sehe ich mich auch als pragmatische und lösungsorientierte Brückenbauerin zwischen Wirtschaft, Bildungseinrichtungen und Verwaltung.

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Landsberg am Lech aus?

Ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept bedeutet für mich: echte Wahlfreiheit. Der öffentliche Nahverkehr muss zuverlässig, gut getaktet und für alle erreichbar sein, insbesondere im ländlichen Raum. Ich setze mich für bessere Busverbindungen, die Anbindung aller größerer Gemeinden an die Bahnknoten Kaufering und Geltendorf sowie für sichere Rad-und Fußwege ein. Ziel ist weniger Stau, mehr Lebensqualität und zukunftsorientierte Mobilität, die im Alltag funktioniert.

 

Wie wollen Sie im Landkreis Landsberg am Lech auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

Eine verlässliche Gesundheitsversorgung ist ein Kernbestandteil guterLebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land. Ich möchte die bestehenden Strukturen sichern und weiterentwickeln, vom Klinikum über die ärztliche Versorgung bis zur Pflege. Der Landkreis muss hier koordinierend, unterstützend und vorausschauend handeln, insbesondere bei der Gewinnung von Fachkräften und der Vernetzung von ambulanten und stationären Angeboten. Gesundheit darf keine Frage des Wohnorts sein.

 

Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Landsberg am Lech nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können?

Ich wünsche mir, dass die Menschen sagen: „Sie war nahbar, ehrlich und hat zugehört. Sie hat Entscheidungen transparent getroffen und den Landkreis gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern vorangebracht.“ Wenn die Familien sich gut unterstützt fühlen, Mobilität verlässlicher geworden ist und Politik wieder als lösungsorientiert und menschlich wahrgenommen wird, dann habe ich mein Ziel erreicht.

Wagner, Markus (Bayernpartei)
Wagner, Markus (Bayernpartei)
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Markus Wagner ist der Landratskandidat für die Bayernpartei im Landkreis Landsberg am Lech

Wie soll bezahlbarer Wohnraum im Landkreis Landsberg am Lech geschaffen werden?

Der Landrat kann nicht direkt Wohnraum – egal ob bezahlbar oder frei finanziert – schaffen. Die Ausweisung von Baugebieten liegt in der Hoheit der Gemeinden und kann vom Landkreis nicht veranlasst werden. Der Landrat kann jedoch indirekt Einfluss auf den Wohnungsmarkt nehmen, zum Beispiel durch die Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft oder durch Beteiligung an bereits bestehenden Gesellschaften in den Gemeinden – hierfür ist die Zustimmung des Kreistages erforderlich.

Darüber hinaus kann der Landkreis Maßnahmen zur Förderung von bezahlbarem Wohnraum koordinieren, zum Beispiel durch Beratung von Gemeinden bei Beantragung von Fördermitteln.

 

Wie kann die Energiewende im Landkreis Landsberg am Lech vorangetrieben werden?

Maßnahmen zur Energiewende gehören nicht zu den Pflichtaufgaben eines Landkreises. Deshalb unterliegt die Finanzierung solcher Maßnahmen der Zustimmung des Kreistages. Mit dieser Zustimmung kann der Landkreis beispielsweise auf kreiseigenen Gebäuden Anlagen zur Energieerzeugung installieren, etwa Solarpanels oder kleine Windkraftanlagen. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass die Gemeinden in ihren jeweiligen Bausatzungen bestimmte Standorte für solche Anlagen ausschließen oder Einschränkungen festlegen können. Der Landkreis ist also bei der Umsetzung von Energiewende-Projekten auf die Kooperation der Gemeinden angewiesen und muss die kommunalen Vorgaben berücksichtigen.

 

Wie sollen die Wirtschaft im Landkreis Landsberg am Lech gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert werden?

Das Handwerk ist das Rückgrat unserer regionalen Wirtschaft. Es schafft Arbeitsplätze, bildet junge Menschen aus, hält unsere Infrastruktur am Laufen und sorgt dafür, dass Wertschöpfung vor Ort bleibt. 

Ein zukunftsfähiger Landkreis braucht ein starkes, selbstbewusstes und innovatives Handwerk. Derzeit konzentriert sich die Kreisentwicklung in Landsberg auf den Ausbau von Radwegen und engagiert sich in kommunalen Entwicklungsprojekten. Hier müssen die Dienststellen vermehrt in das Gespräch mit den Handwerksbetrieben und der Industrie treten und deren Bedürfnisse erfragen. Der Landrat kann Unternehmen bei der Ansiedlung unterstützen, indem er bei der Standortsuche hilft und Fördermöglichkeiten aufzeigt. Durch den Zugang zur Staatsregierung entsteht die Möglichkeit, dass der Landrat in der Akquise von ansiedlungswilligen Unternehmen auftritt. 

Ganz wichtig, und ein sehr breites Betätigungsfeld des Landratsamtes, ist es, die berufliche Aus- und Weiterbildung zu stärken, um Fachkräfte zu sichern, denn ohne Nachwuchs verliert das Handwerk seine Zukunft. Hierzu zählt der Ausbau der beruflichen Schulen, deren moderne Ausstattung und eine stärkere Vernetzung mit den Betrieben. Eine engere Kooperationen zwischen Schulen, Betrieben und Berufsschulen muss angestrebt werden. 

Dem Fachkräftemangel kann gezielt aber nur durch Motivierung zur Leistungsbereitschaft in den Schulen entgegengetreten werden.

Ein wesentlicher Punkt ist zudem der Bürokratieabbau, beispielsweise durch die Verkürzung der Bearbeitungszeiten von Genehmigungen und Anfragen. Dabei sollten Digitalisierung und der Einsatz lernfähiger Software konsequent im Landratsamt genutzt werden, um Zeit für das Wesentliche schaffen. Handwerksbetriebe sollen arbeiten können, nicht Formulare ausfüllen müssen. Hier wäre es auch sehr zielführend, die Betriebe einfach mal in Ruhe zu lassen!

 

Wie sieht für Sie ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für den Landkreis Landsberg am Lech aus?

Die Bürgerinnen und Bürger im Flächenkreis Landsberg werden ohne Individualverkehr nicht auskommen. Wir leben nicht in einer „15-minutes-city“ und wollen dies auch gar nicht. Das Auto – egal ob Verbrenner oder E-Mobil – ist im Landkreis unverzichtbar. In vielen Familien sind sogar zwei notwendig. Die Fraktion der Bayernpartei setzt sich seit Jahren für die Reaktivierung der Fuchstalbahn ein. Dadurch kann der sogenannte „Ringschluss“ mit der Pfaffenwinkelbahn und Ammersee Bahn realisiert werden. Durch die BEG-Potentialanalyse wurde ganz klar die Sinnhaftigkeit der Streckenreaktivierung bestätigt. Zudem würde dies zu einer spürbaren Verkehrsentlastung der B17 führen.

 

Wie wollen Sie im Landkreis Landsberg am Lech auch in Zukunft eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherstellen?

Wir werden das Klinikum in Landsberg weiter ausbauen. Dazu ist es jedoch erforderlich, das derzeitige jährliche Defizit zu senken. Durch die konsequente Förderung der Tele-Chirurgie kann der Gesundheitscampus zu einem regionalen Zentrum für Mikrochirurgie werden, was zusätzlich zur Defizitreduzierung beiträgt. Auf diese Weise kann die Gesundheitsversorgung im gesamten Landkreis gesichert werden. Der Landkreis fungiert als Koordinator zwischen Klinikum, Gemeinden, Ärzten, Krankenkassen und der Staatsregierung, um Projekte schnell umzusetzen und regionale Besonderheiten zu berücksichtigen

 

Was wünschen Sie sich persönlich: Welches Fazit sollen die Menschen im Landkreis Landsberg am Lech nach sechs Jahren mit Ihnen als Landrat bzw. Landrätin ziehen können?

Die Verwaltung wurde durch den Einsatz moderner Software entschlackt und Personalkosten dadurch massiv gesenkt. Die Digitalisierung bringt zudem einen spürbaren Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger, da der Gang zum Amt unnötig geworden ist (z.B. Kfz-Zulassung) und Bearbeitungszeiten deutlich verkürzt wurden (z.B. Bauanträge). Alle freiwilligen Leistungen des Landratsamtes sind kritisch überprüft worden. Die Schulen wurden mit sinnvollem Lernmaterial ausgestatten und Schulgebäude funktionstüchtig gehalten. Der Haushaltsplan wurde so erstellt, dass der Landkreis finanziell handlungsfähig bleibt, ohne Schulden in Rekordhöhe aufzunehmen. Die Bürgerinnen und Bürger sollen wieder sagen können, dass die Politik im Landkreis Landsberg sich wieder um die Belange der eigenen Leute kümmert!