Mit Herz und Einsatz  

Mit Herz und Einsatz
 

Antonia Rappolder und Christoph Zeitler von den Johannitern in Peißenberg

Ehrenamt – das bedeutet, Zeit und Energie zu verschenken, ohne dafür etwas zurückzuverlangen. Und doch bekommt man so viel zurück: Dankbarkeit, Gemeinschaft und das gute Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. In unserer Serie „Ehrensache“ stellen wir Menschen aus dem Oberland vor, die genau das leben. Heute geht es nach Peißenberg – zu Antonia Rappolder und Christoph Zeitler von den Johannitern.

Ein Ehrenamt mit vielen Gesichtern

Wenn man die beiden fragt, was sie eigentlich genau machen, fällt die Antwort umfangreich aus. Christoph beschreibt: „Das Aufgabenspektrum bei uns ist eigentlich relativ breit gefächert vom HVO, also Helfer vor Ort, über Sanitätsdienste, Rettungshundestaffel, Drohnenstaffel bis zum Bevölkerungsschutz. Also wirklich ein sehr, sehr umfassendes Gebiet.“ Antonia ergänzt: „Jeder hat so seine einzelnen Bereiche, wo er natürlich mehr tätig ist. Ich zum Beispiel relativ viel in der Jugend. Der Christoph ist relativ viel mit der Drohne unterwegs. Jede einzelne Person hat seinen Punkt, den man am meisten macht. Aber ansonsten ist eigentlich jeder überall so ein bisschen tätig.“

Erste Schritte – und dann sofort Feuer gefangen

Viele Ehrenamtliche erinnern sich noch ganz genau an ihren Einstieg. Auch Christoph erzählt mit einem Schmunzeln: „Damals in der achten Klasse war ein Schulkamerad schon bei den Johannitern. Der hat dann einfach mal gesagt: Komm mal mit! Dann war ich bei den ersten Jugendgruppen-Stunden und dann war man halt gefangen. Irgendwie hat es dann einfach Spaß gemacht.“ Ähnlich ging es auch Antonia, die früh in der Jugendgruppe aktiv wurde und dort ihre Leidenschaft für das Helfen entdeckt hat.

Gemeinschaft, die trägt – auch über Organisationen hinweg

Für beide ist eines besonders wertvoll: das Gefühl, Teil einer starken Gemeinschaft zu sein. Christoph beschreibt es wie eine große Familie. Und dieses Miteinander hört nicht an den Grenzen einer Organisation auf. Besonders stolz ist Christoph auf die Zusammenarbeit in Peißenberg:
„Den HVO Peißenberg bestreiten wir gemeinsam mit dem BRK zusammen, weil wir einfach gemerkt haben: Wir haben auf beiden Seiten zu wenig Fahrer. Und gerade, wo der HVO in Peißenberg umgestellt werden sollte, kam die Frage auf: Warum nicht zusammenarbeiten? Und es funktioniert wirklich gut. Wir können so tatsächlich mehr Einsätze abdecken, haben so Entlastungen für beide Organisationen.“

Lernen fürs Leben

Das Ehrenamt ist nicht nur Geben – es ist auch ein enormes persönliches Lernen. Christoph betont:
„Alles was, was du irgendwie lernst im Ehrenamt, das bringt dich auch privat weiter. Zum Beispiel, wenn ich privat irgendwo an einen Unfall komme und weiß, was zu tun ist. Dass ich eine adäquate Meldung an die Leitstelle abgeben kann. Wenn ich da an der 112 Anruf und sag: Wir haben so und so viele Autos, so viele Verletzte und die sind so und so verletzt, dann weiß derjenige am anderen Ende der Leitung natürlich auch besser, was er losschicken muss.“ Es sind Erfahrungen, die Sicherheit schenken – nicht nur im Einsatz, sondern auch im Alltag.

Nachwuchs willkommen – jeder kann mitmachen

Wer Lust hat, sich zu engagieren, ist jederzeit willkommen. Antonia macht es deutlich: „Bei uns ist’s eigentlich super einfach vorbeizukommen. Einfach zwei, drei Mal vorbeischauen und wenn man da Lust drauf hat, einfach wiederkommen. Wir sind auch niemandem böse, der danach sagt: Das ist vielleicht doch nichts für mich. Dann gibt es immer noch die Option in einen anderen Bereich reinzuschnuppern. Das ist gar kein Problem.“ Christoph fügt hinzu: „Platz haben wir immer, egal wer kommt, der kriegt einen Platz, wenn er einen haben möchte. Überall werden Leute gebraucht. Aber: auch Spenden. Gerade bei neuen Anschaffungen sind wir auf Spenden angewiesen, damit wir das optimale Equipment bereitstellen können, um der Bevölkerung zu helfen.“

Ein Vorbild für uns alle

Antonia Rappolder und Christoph Zeitler sind zwei Gesichter von vielen, die das Ehrenamt im Oberland lebendig machen. Ihr Engagement zeigt: Hier wird nicht nur geholfen, hier wird Gemeinschaft gelebt – über Altersgrenzen, Organisationen und Uniformen hinweg. Vielleicht inspiriert ihre Geschichte ja auch andere, den ersten Schritt zu wagen – sei es mit einer Spende oder mit der eigenen Zeit. Denn wie die beiden zeigen: Ehrenamt bedeutet, füreinander da zu sein. Immer.

Informationen für Interessierte:

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