Ein Herzensprojekt für die Musik
Helmut Fietzek und Ursula Hauer vom Podium Musicale in Weilheim
Musik verbindet, berührt und öffnet Türen – und manchmal auch Herzen. In unserer Serie „Ehrensache“ stellen wir Menschen aus dem Oberland vor, die sich mit Leidenschaft und Zeit ehrenamtlich engagieren. Dieses Mal geht es nach Weilheim, wo Helmut Fietzek und Ursula Hauer mit dem Podium Musicale jungen Musikerinnen und Musikern eine Bühne schenken – und damit Klassik lebendig machen.

Ein Ort, an dem Musik auf Menschen trifft
Jeden Monat verwandelt sich der Saal im Kloster Polling in einen besonderen Raum: Hier spielen Studierende, Nachwuchskünstler und Ensembles aus ganz Europa – und das Publikum darf eintauchen in eine Welt aus Klangfarben, Instrumenten und neuen Entdeckungen. Es sind die ganz besonderen Momente, die das Podium Musicale ausmachen – Konzerte, die überraschen, inspirieren und neugierig machen.“
Ehrenamt wie eine kleine Konzertagentur
Was von außen so leicht und selbstverständlich wirkt, bedeutet hinter den Kulissen viel Arbeit. Helmut und Ursula stemmen einen großen Teil davon – und das mit Hingabe. „Um nicht zu übertreibe, aber wir sind eigentlich eine kleine Konzertagentur. Wir müssen das machen, was eine große Konzertagentur auch macht. Wir müssen zunächst mal die Leute akquirieren, dann gehört natürlich auch die Programmabsprache dazu. Die ganze Werbung mit Plakaten, Presse und dann kommt der entscheidende Teil. Nämlich: Wer setzt die Werbung um?“ Diese Werbung ist echte Handarbeit: Ursula ist Grafikdesignerin und gestaltet liebevoll Plakate und Programme, recherchiert Texte und Bilder. Und auch die Instrumente wollen gepflegt und gestimmt sein, manchmal sogar in spezieller Barockstimmung.

Musik für alle – unabhängig vom Geldbeutel
Wichtig ist den beiden, dass niemand außen vor bleibt. Musik soll kein Luxusgut sein, sondern etwas, das alle erleben dürfen. „Der soziale Aspekt steht im Vordergrund. Wirklich jeder auch, der kein Geld hat, kann kommen, kann den Saal sehen, kann tolle Musik hören und muss nachher auch nix reinwerfen.“ Dieses Solidaritätsprinzip schafft Nähe – auch Familien mit Kindern sind ausdrücklich willkommen. „Wir hatten sogar mal eine junge Familie, die kam dann an mit ihrem Kinderwagen. Das Einzige ist, sie müssen still sein und dürfen nicht in der Gegend rumlaufen. Das ist die einzige Bedingung.“
Besondere Instrumente, besondere Klänge
Für Helmut und Ursula sind die Konzerte selbst immer wieder eine Reise zu neuen Entdeckungen. Ob Truhenorgel, Traverso oder Bandoneon – das Podium Musicale bringt Klangwelten ins Oberland, die man sonst kaum erleben könnte.
Offen für Neues – lebendig bleiben
Trotz aller Tradition wagt das Podium Musicale auch Experimente. „Es gibt da keine Vorschrift. Ihr müsst nicht unbedingt das traditionelle klassische Programm liefern, sondern könnt auch neue Dinge ausprobieren.“ Dazu gehört auch mal ein Konzert wie „Tatort Barock“, bei dem gemeinsam mit dem Publikum ein Mörder gesucht wurde. Gerade diese Offenheit macht das Podium lebendig. Helmut bringt es auf den Punkt: „Never change a winning team. Es gibt keine Probleme, nur Lösungen.“
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Wünsche für die Zukunft
Und was wünschen sich die beiden für die nächsten Jahre? „Ich würde sagen, dass es so weitergeht, wie es jetzt im Moment ist. Dass die Leute kommen und sich freuen an den Konzerten. Dass es uns gelingt, weiterhin ein abwechslungsreiches Programm zu gestalten.“ Und Ursula ergänzt mit Blick auf die finanzielle Seite: „Ich würde mir wünschen, nachdem ich mich ja auch um die Finanzen kümmere, dass wir ab und zu mal so eine kleine Finanzspritze erhalten. Dann tun wir uns natürlich auch leichter.“
Ein Engagement, das ansteckt
Wer Helmut Fietzek und Ursula Hauer zuhört, spürt sofort: Hier sind zwei Menschen am Werk, die ihr Herz an die Musik verschenkt haben. Sie schenken nicht nur Konzerte, sie schenken Gemeinschaft, Entdeckungen und Freude. Das Podium Musicale ist ein Beispiel dafür, wie wertvoll Ehrenamt sein kann – wenn Menschen ihre Leidenschaft teilen und dadurch eine ganze Region bereichern. Vielleicht inspiriert diese Geschichte auch andere, selbst ein Stück ihrer Zeit einzubringen. Denn ohne Ehrenamt wäre das Oberland um viele solche Herzensprojekte ärmer.
Kontakt für Interessierte:
Helmut Fietzek, 1. Vorstand:
Ursula Hauer, 2. Vorstand:
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