Mit Herzblut für den Nachwuchs
Peter Papistock vom SC Riessersee
Wenn es um das Ehrenamt geht, begegnet man immer wieder Menschen, die mit Leidenschaft, Zeit und Herzblut dabei sind. Einer von ihnen ist Peter Papistock aus Garmisch-Partenkirchen. Seit Jahrzehnten ist er dem Sport verbunden – früher als Fußballtrainer und Funktionär, heute beim SC Riessersee im Nachwuchsbereich. Wenn Peter von „seinen Kids“ spricht, dann leuchten seine Augen: „Wenn es um den Sport geht, hat man immer Zeit. Ich habe das schon so lange gemacht. 40 Jahre Sport. Und jetzt zum Schluss in meinem Alter eben immer noch beim SC Riessersee im Nachwuchsbereich als zweiter Vorstand. Macht riesig Spaß, wenn man die Entwicklung sieht, was jetzt in den letzten eineinhalb Jahren unter der neuen Vorstandschaft schon passiert ist.“
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Foto: © Privat
Ein Ehrenamt mit ganz viel Herz
Ehrenamt bedeutet Zeit, Engagement und Verantwortung. Beim SC Riessersee geht es nicht nur um Eishockey – es geht um die Kinder, um Gemeinschaft und um Werte. Peter erzählt begeistert von den vielen Ehrenamtlichen, die sich im Nachwuchs einbringen: „Wir haben die Trainer im U7 / U9, im U11 / U13 – Bereich bis rauf zu den Junioren (U20). Wir haben da auch Co-Trainer. Wir haben die Eltern, es gibt Leute, die helfen da einfach so mit. Rundum muss ich sagen, es ist eine tolle Geschichte, wie da mit angepackt wird.“
Wenn er davon spricht, hört man die Freude in seiner Stimme. „Wenn man sieht, gerade bei Turnieren, die wir jetzt veranstaltet haben und immer wieder aufziehen, wie die Kinder strahlen, wie die Kinder gut drauf sind, wie die Eltern emotional dabei sind, wenn ihre Kinder spielen, das ist was für mich, das gefällt mir und darum mache ich das auch.“
Vom Fußball zum Eishockey – und immer mittendrin
Dass Peter einmal so tief im Eishockey verwurzelt sein würde, war nicht immer klar: „Meine ersten Besuche im Eisstadion waren 1969, daher auch meine alten Freunde wie Franz Reindl oder Ignaz Berndaner, mit denen ich heute noch zusammen bin und die auch ein bisschen dran schuld sind, dass ich jetzt beim SC Riessersee im Jugendbereich im Vorstand bin.“
Nach vielen Jahren im Fußball – als Trainer, Vorstand und im Bayerischen Fußballverband – zog es ihn 2018 zurück aufs Eis. Heute ist er fast täglich im Stadion: „Ich schaue mir alles an. Ich bin auch mal auswärts, wenn ich Zeit habe. Ja, alles was anfällt, machen wir und ich bin auch, wie gesagt, so gut es geht bei den Spielen da.“
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Foto: © SCR / Daniel Weickel
Wenn 200 Kinder übers Eis flitzen
Der Nachwuchs beim SC Riessersee ist groß – rund 200 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen fünf und zwanzig Jahren trainieren hier: „Wir haben sieben Jugendmannschaften. Es geht los mit der U7, das sind die Jüngsten, die U20 spielt mittlerweile in der DNL 2, also zweite Jugend-Bundesliga, mit Fahrten bis nach Kassel, bis nach Chemnitz, bis nach Mannheim, bis nach Frankfurt, bis nach Freiburg.“
Solche Entfernungen bedeuten nicht nur organisatorischen Aufwand, sondern auch hohe Kosten: „Sagen wir mal eine halbe Million Euro pro Saison.“ So viel Geld braucht der Verein jede Spielzeit, um alles am Laufen zu halten. Doch Peter bleibt pragmatisch und positiv: „Wir haben es gebacken gekriegt. Das ist schon mal wichtig und es ist ja so, dass man da zufrieden sein muss und zufrieden sein kann.“
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Foto: © SCR / Daniel Weickel
Teamgeist, der verbindet
Für Peter ist klar: Ohne Gemeinschaft geht nichts. „Das ist Ehrenamt, das ist reines Ehrenamt. Die ganze Vorstandschaft.“, sagt er. Und diesen Zusammenhalt spürt man überall – ob bei Heimspielen, Turnieren oder langen Fahrten zu Auswärtsspielen.
Wenn er von den Eltern spricht, die beim Anziehen, Schlittschuhbinden und Mitfiebern helfen, merkt man, dass es ihm nicht nur um Sport geht: „Die Mütter, die Väter, wie die engagiert sind – das verdient Respekt! Die stehen regelmäßig eine Stunde, eineinhalb Stunden im Eisstadion und warten auf ihre Kinder, bis sie sie wieder mit heim nehmen können. Sie begleiten zu den Auswärtsfahrten. Also das muss ich sagen, ist eine tolle Geschichte.“
Motivation und Sinn
Was treibt jemanden an, so viel Zeit zu investieren? Peter sagt schlicht: „Wieviel Zeit ich reinstecke? Das möchte ich gar nicht ausrechnen. Das passt, das ist gut. Und ich sage es noch mal: wir alle im Vorstand machen beim SC Riessersee im Nachwuchsbereich eine super Arbeit.“
Er macht es nicht für Ruhm oder Geld, sondern für die Kinder – und für die Zukunft des Sports: „Wichtig ist, dass die Kids Sport machen, dass sie sich bewegen, dass sie unterwegs sind. Der eine ist im Eishockey besser, der andere im Fußball oder Handball. Egal wo, sie sollten alle was tun.“ Der dünn gesähte Schulsport reicht nicht aus für ein kindgerechtes, gesundes Leben. Mittlerweile ein gesamtgesellschaftliches Problem, das die Sportvereine bei uns in der Region füllen müssen.
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Foto: © SCR / Daniel Weickel
Wünsche für die Zukunft
Was er sich für die kommenden Jahre wünscht, weiß Peter genau: „Wir brauchen natürlich immer wieder Jungs und Mädels. Wer also Lust auf Eishockey hat, wer meint, er läuft nicht gut genug Schlittschuh, soll einfach zur Laufschule kommen.“ Das ist bei vielen Vereinen der erste Einstieg in diesen mitreißenden Sport.
Und natürlich dürfen auch neue Ehrenamtliche jederzeit dazukommen: „Wir können immer welche brauchen, es sind immer Leute herzlich willkommen, die im Verein Ehrenamt übernehmen wollen. Es gibt verschiedene Bereiche, verschiedene Funktionen, wo man immer jemanden installieren kann – herzlich willkommen!“
Ein Mann, der inspiriert
Wenn Peter Papistock im Eisstadion steht, die Kinder über das Eis rasen sieht und die Eltern jubeln, dann weiß er, warum er das alles tut: „Wenn du die Kinder siehst, wie sie übers Eis fallen, wieder aufstehen und weiter geht’s, wenn sie ein Tor schießen, ist die Freude riesig.“
Sein Engagement zeigt, wie wertvoll Ehrenamt ist – nicht nur für den Sport, sondern für unsere Gesellschaft insgesamt.
Und vielleicht denkt man nach diesem Gespräch ein kleines bisschen öfter daran, wie viel Herzblut Menschen wie Peter Papistock täglich schenken – einfach, weil sie an das glauben, was sie tun.
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Foto: © SCR / Daniel Weickel
Dieser Artikel wurde erstellt mit freundlicher Unterstüzung von
