Mit Teamgeist und Technik
Zwei Gesichter des THW im Oberland
Wenn es brennt, das Wasser steigt oder einfach helfende Hände gebraucht werden, ist das Technische Hilfswerk (THW) nicht weit. Zwei Menschen, die dieses Ehrenamt im Oberland mit Leben füllen, sind Harald Wörnzhofer aus Schongau und Bettina Schilling-Stich aus Weilheim. In der Aktion Ehrensache von Radio Oberland geben sie Einblick in ihre Arbeit – und ihre Begeisterung für das gemeinsame Anpacken.


Ein Ehrenamt, das bleibt
Was als Pflicht begann, wurde zur Berufung: Harald Wörnzhofer kam 1999 zum THW – ursprünglich, um eine zivile Alternative zum Wehrdienst zu nutzen. „Ich habe mich entschieden, mich für 10 Jahre zu verpflichten und seitdem bin ich dabei.“, sagt er. Heute ist er Ortsbeauftragter des THW Schongau und verantwortlich für die Koordination des gesamten Ortsverbands.
Für Bettina Schilling-Stich war der Einstieg ein anderer. Sie hatte schon lange überlegt, sich ehrenamtlich zu engagieren. Der Impuls kam schließlich über den Freund ihrer Tochter: „Er meinte sie würden dringend einen Schatzmeister im Förderverein vom THW brauchen.“ Daraus wurde mehr. Heute kümmert sie sich als Verwaltungsbeauftragte im Ortsverband Weilheim um alles Organisatorische – von Ausbildungsnachweisen bis zu Einsatzdokumentationen.
Wenn Ehrenamt zum Lebensweg wird
Beide verbindet eines: Sie sind nicht nur dabeigeblieben, sie sind in ihrer Aufgabe aufgegangen. „Ich habe meine Frau da kennengelernt“, erzählt Wörnzhofer. Ihre gemeinsame Tochter ist inzwischen selbst Helferin – das THW ist für ihn längst ein Familienprojekt. Einsätze wie das Hochwasser in Dresden 2002, bei dem er die Semperoper mit leer pumpen half, bleiben unvergessen. „Als wir aufgewacht sind, waren die Leute um uns herum, haben uns Kaffee gebracht und belegte Semmeln gebracht. Das war schon ein bewegender Moment.“
Auch Schilling-Stich erlebte kürzlich einen solchen Moment. Beim Faschingstreiben in Weilheim half das THW bei der Absicherung – und wurde von der Bevölkerung herzlich empfangen. „Die Leute sind hergekommen, haben uns Krapfen gebracht, was zu trinken gebracht.“, sagt sie: „Die waren sehr, sehr dankbar dafür, dass wir dieses Ehrenamt ausüben. Ich finde das macht’s einfach aus, da weiß man, ich mach genau das Richtige.“
Helfen im Team
Was beim THW zählt, ist das Miteinander. Ob bei Einsätzen mit Feuerwehr, Polizei oder Rettungsdienst – es ist das funktionierende Zusammenspiel, das den Unterschied macht. Die Arbeit im THW ist oft ernst und fordernd, aber auch geprägt von Gemeinschaft und Zusammenhalt. Auch leichtere Einsätze wie Festabsicherungen zeigen: Teamarbeit ist immer der Schlüssel.
Herausforderung Zivilschutz
Ein Thema, das beide derzeit besonders beschäftigt, ist der Zivilschutz – gerade angesichts weltpolitischer Entwicklungen. „Früher fragte man sich, ob man das THW überhaupt noch braucht. Heute weiß man: mehr denn je“, so Wörnzhofer. Das THW bereitet sich aktuell verstärkt darauf vor, im Krisenfall schnell und wirkungsvoll helfen zu können. Dafür werden engagierte Menschen gesucht – Männer wie Frauen, mit technischem Interesse oder Organisationstalent.
Lust auf Mitmachen?
Der Einstieg ins THW beginnt mit einer Grundausbildung, die Theorie, Praxis und Teamtraining verbindet. Je nach Zeit und Tempo dauert sie zwischen drei Monaten und einem Jahr – danach ist man bereit für den Einsatz. „Man muss nicht sofort alles können“, sagt Schilling-Stich. „Wichtig ist der Wille, sich einzubringen.“
Was sie allen mitgeben möchte: „Einfach mal reinschauen. Viele wissen gar nicht, was das THW alles macht.“ Und Wörnzhofer ergänzt mit einem Satz, der auch im Berufsleben seiner Firma gilt – und zum THW perfekt passt: „Mach’s einfach.“
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