Weitere Kritik nach Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen
Knapp zwei Monate nach dem Zugunglück von Garmisch-Partenkirchen mit fünf Toten ist noch immer unklar, wann auf der Strecke wieder Züge rollen. Auch zur Schadenshöhe äußerte sich die Deutsche Bahn bisher nicht. Experten kritisieren die Verzögerungen.
Wenn die Baustelle Priorität hätte, wäre das binnen weniger Wochen fertig, sagte der Professor für das Fachgebiet Schienenfahrzeuge an der TU Berlin, Markus Hecht, der Deutschen Presse-Agentur. Er brachte zudem Sensoren ins Spiel, die Veränderungen am Gleis frühzeitig anzeigen und so Unfälle verhindern helfen könnten.
Thomas Strang, Experte für Kommunikation und Navigation am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, kritisiert die Informationspolitik der Bahn. Die Öffentlichkeit habe ein berechtigtes Interesse, informiert zu werden, auch über Zwischenstände. Der Sanierungsstau aus Jahrzehnten lasse sich nicht kurzfristig beheben, sagte Strang. Er sprach sich deshalb für Messtechnik an normalen Zügen aus. Mit preiswerten Sensoren könnten bei regulären Fahrten permanent mögliche Schwachstellen frühzeitig erkannt werden.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach dem Unglück gegen vier Mitarbeiter der Deutschen Bahn wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Dabei sind zwei Fahrdienstleiter im Visier der Ermittler.