A negative covid 19 / corona virus test on a wooden table  | © Unsplash / Greenvalley Pictures

Bayern schafft Corona-Isolationspflicht ab

Lesedauer 1 Minute
11.11.2022

Bayern schafft die generelle fünftägige Isolationspflicht für Corona-Infizierte ab - und zwar bereits ab nächsten Mittwoch, den 16. November. Positiv Getestete sollen aber außerhalb der eigenen Wohnung eine Maske aufsetzen müssen, wie Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Freitag in München mitteilte.

«Und natürlich gilt weiter der Grundsatz: Wer krank ist, bleibt zu Hause», sagte Holetschek. Vulnerable Gruppen sollten durch andere Maßnahmen weiter geschützt werden. «Die Entscheidung bedeutet nicht, dass wir dem Infektionsgeschehen freien Lauf lassen», betonte der Minister.

 

"Der richtige Zeitpunkt"

«Leider hat sich die Bundesregierung bislang einer gemeinsamen Lösung in der Isolationsfrage verweigert», sagte Holetschek. «Deshalb gehen wir jetzt mit Blick auf die veränderte Pandemie-Lage diesen wichtigen Schritt für einen eigenverantwortlichen Umgang mit Corona voran.» Es sei der richtige Zeitpunkt für mehr Eigenverantwortung der Menschen. Grundlage dieser Entscheidung – auch im Einklang mit den drei anderen Bundesländern – sei eine wissenschaftliche Bewertung des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sowie vieler Experten.

 

Lauterbach kritisiert Pläne

Kritik gibt es wiederum von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. «Das kommt jetzt zur Unzeit und findet nicht die Billigung der Bundesregierung», sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Er sprach von einem Fehler und warnte vor einem «Flickenteppich» mit verschiedenen Isolationsregeln in den Bundesländern.

«Es gibt auch keinen medizinischen Grund, jetzt auf die Isolationspflicht zu verzichten», sagte Lauterbach. Es gebe etwa 1000 Todesfälle durch Covid pro Woche, man stehe vor einer «wahrscheinlich schweren Winterwelle» und sei «am Vorabend einer ansteckenderen Variante». Es sei deshalb nicht wirklich verantwortbar, die Isolationspflicht wegzunehmen. Er fügte hinzu, der Arbeitsplatz müsse sicher bleiben und es müsse verhindert werden, dass Menschen infiziert zur Arbeit gedrängt würden.

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