Garmisch-Partenkirchen: Antrag zur Wolfsentnahme wird derzeit geprüft
Seit Samstag geht Tirol einen neuen Weg im Streit um den Abschuss von Wölfen. Durch eine neue Verordnung ist es jetzt leichter die streng geschützten Wölfe zu töten. Auch der Landkreis Garmisch-Partenkirchen hatte zuletzt einen Antrag zur Entnahme gestellt – dieser „wird derzeit von der Regierung von Oberbayern geprüft“, sagte jetzt der Sprecher der Bezirksregierung in München, Wolfgang Rupp. Derzeit sei es noch nicht absehbar, wie lange das Verfahren dauern werde.
Im Kreis Garmisch-Partenkirchen hatte Landrat Anton Speer vor einer Rudelbildung gewarnt und eine Tötung von Wölfen beantragt, um die Almwirtschaft zu schützen. Das Landesamt für Umwelt in Augsburg hatte zuletzt besonders viele Wolfsnachweise aus dem Landkreis dokumentiert, dabei handelte es sich aber mehrfach auch um ein identisches männliches Tier. Im Januar gab es zudem zwei Nachweise für ein standorttreues Pärchen.
Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) hält von Abschussplänen nichts und wirbt «für eine friedliche Koexistenz von Mensch und Wolf». Der Freistaat eigne sich sehr gut als Lebensraum für die Tiere. «Erfahrungen in den benachbarten Bundesländern und europäischen Ländern zeigen, dass ein Zusammenleben von Mensch und Wolf auch in Gebieten möglich ist, die intensiv von Nutztieren beweidet werden», betont der BN. Nötig sei ein guter Schutz von Herden beispielsweise durch Hunde und ein funktionierendes Entschädigungssystem.