Hitze am Arbeitsplatz: Was Beschäftigte jetzt wissen müssen

Lesedauer 2 Minuten
13.08.2025

Die Sonne brennt aufs Oberland herunter - aber nicht zur Freude aller. Immer mehr Menschen melden sich bundesweit wegen der steigenden Temperaturen und daraus resultierenden gesundheitlichen Problemen mit der Hitze krank. Das zeigen aktuelle Zahlen der Krankenkasse IKK Südwest. Eine große Gefahr - etwa auf Baustellen: UV-Strahlung. Dazu Alois Keller von der IG BAU.

Keller: 
„Gegen die UV-Strahlung ist wichtig: Kopfbedeckung zu tragen – am besten mit Nackenschutz. Für die Augen, UV-Schutzbrillen. Für Stellen, die man nicht immer so im Blick hat, zum Beispiel die Ohren oder die Nase, aber auch die Lippen empfiehlt sich Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50, um auch die Gefahr vom hellen Hautkrebs und dunklen Hautkrebs zu verringern.“

Wie ernst ist die Lage aktuell auf den Baustellen im Oberland?

Keller:
„Sehr ernst. Die direkte Gefahr ist die Möglichkeit vom Hitzschlag oder Hitzeerschöpfung. Langfristig gesehen erhöht man das Risiko des hellen und dunklen Hautkrebs ganz stark. Bei so einer starken Hitze draußen arbeitet man auch wesentlich unkonzentrierter. Damit erhöht sich auch die Gefahr für Arbeitsunfälle.“

Welche Maßnahmen können getroffen werde, um sich vor der Hitze und den Sonnenstrahlen zu schützen?

Keller: 
„Auf der Baustelle kann UV-beständige, luftdurchlässige Kleidung getragen werden. Es gibt auch sogenannte Kühlkleidung, welche im Idealfall vom Arbeitgeber gestellt wird. Diese reduziert die Hitzebelastung für die Bauarbeiter und Bauarbeiterinnen noch weiter.“

Was ist sonst noch wichtig?

Keller: 
„Den Flüssigkeitsverlust bei großer Hitze auszugleichen, darum: Trinken, trinken, trinken. Die Bereitstellung von Trinkwasser ist auch Pflicht des Arbeitgebers.“

Auch Mitarbeitern in der Metallbranche macht die Hitzewelle aktuell zu schaffen, gibt Karl Musiol von der IG Metall zu. Wichtig zu wissen: Arbeitgeber sind verpflichtet gegen die Bedingungen Maßnahmen zu unternehmen, sagt Musiol im Radio Oberland Interview.

Musiol:
„Ab 26 Grad muss der Arbeitgeber für Abkühlung sorgen. Bei über 35 Grad in Räumen kann ohne Hitzeschutz nicht mehr gearbeitet werden. Ein neuer Trend in unseren Betrieben sind Kühlwesten. Diese Westen kühlen einen ganzen Tag um bis zu 12 Grad runter.“ 

Mitarbeiter können sich auch selbst schützen, indem trotz Hitze jede Stunde drei Minuten stoßgelüftet wird. Das vertreibt Viren und Bakterien in der Luft und schützt vor Sommergrippe, sagt Musiol.

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