Mit dem Schlauchboot auf der Isar - Welche Regeln für den Sommerspaß gelten

Lesedauer 3 Minuten
14.08.2025

Mit dem Schlauchboot aus dem Oberland bis nach München fahren – die Isar machts möglich und sorgt an heißen Sommertagen für willkommene Abkühlung. Was viele dabei vergessen: die Isar ist ein Wildfluss und entsprechend gefährlich. Deshalb gilt im Landkreis München eine Verordnung, von der vermutlich noch nicht jeder gehört hat. Aus diesem Grund haben wir uns mit Ralf Kästle von der Polizei München darüber ausgetauscht: 

Herr Kästle, die Isar verläuft durch mehrere Landkreise. In jedem gelten separate Verordnungen. Wie ist die Lage im Landkreis München?

Ralf Kästle, Polizei München:

„Zunächst Mal sind nur bestimmte Fahrzeuge zugelassen. Das sind entweder Schlauchboote, Kajaks oder SUPs, die einer bestimmten Vorgabe entsprechen müssen. Außerdem ist es nicht erlaubt mehrere Fahrzeuge aneinander zu hängen oder zum Beispiel einen Kasten Bier in einem Beiboot zu hängen, um den kühl zu halten. Der Betrieb von lauten Lautsprechern ist untersagt und man darf auch keine Glasflaschen mit sich führen. Außerdem gilt eine Schwimmwestenpflicht für Nichtschwimmer und für Kinder bis acht Jahren. Auch bei Erwachsenen kann eine Schwimmweste durchaus Sinn machen, wenn man nicht ganz so fit ist. Wichtig ist allem voran sich an die geltenden Regeln zu halten, um sich selbst nicht in Gefahr zu bringen aber auch keine anderen.  Verboten ist auch: auf einem SUP oder in einem Boot auf der Isar zu fahren, wenn man mehr als 0,5 Promille Alkohol hat oder unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln steht.“

Sie sprechen die Alkoholgrenze an – für wen gilt diese?

Ralf Kästle, Polizei München:

„Das Besondere ist, die Grenze gilt für alle Personen, die sich in einem Schlauchboot befinden. Dabei geht es vor allem darum, dass Personen einfach noch geistig und körperlich fit sind, sollte man mal hängen bleiben oder kentern. Dass es eben nicht durch die Alkoholisierung zu Unfällen kommt, wie wir sie auch im letzten Jahr schon hatten.“

Warum ist eine solche Verordnung so wichtig?

Ralf Kästle, Polizei München:

„Wir hatten im vergangenen Jahr mehrere schwere Bootsunfälle bei denen auch Personen ums Leben gekommen sind. Das haben wir bereits im letzten Jahr und auch 2025 zum Anlass genommen, Kontrollen durchzuführen und zu überprüfen, ob die geltenden Vorschriften eingehalten werden.“

Wie führen Sie solche Kontrollen durch?

Ralf Kästle, Polizei München:

„Also es ist nicht so, dass wir auch mit einem Schlauchboot auf dem Fluss schippern und dann mit der Kelle rechts ran winken. Sondern: im Bereich Baierbrunn / Grünwald gibt es eine Stelle wo die Bootsfahrer aus dem Fluss aussteigen müssen, kurz zu Fuß über eine Kiesbank laufen und an einer anderen Stelle wieder einsteigen müssen, weil sich dort an Wehr befindet. Und da stellen wir uns auf und führen entsprechende Kontrollen durch.“

Welche Art von Verstößen finden Sie am häufigsten vor?

Ralf Kästle, Polizei München:

„Die häufigsten Verstöße - die wir feststellen - sind tatsächlich ein Überschreiten der 0,5 Promille Grenze. Vereinzelt haben wir auch Personen sanktioniert, die Glasflaschen mitführen oder Lautsprecherboxen sehr laut betrieben haben. In einem Fall im vergangenen Jahr mussten wir auch eine Bußgeldanzeige erstellen, weil eine Familie mit einem kleinen Mädchen unterwegs war und die trug keine Schwimmweste.“

Nochmal von Ihnen zusammengefasst: welche Gefahren gibt es beim Bootfahren auf der Isar?

Ralf Kästle, Polizei München:

„Also die Isar ist ein Wildfluss. Das ist kein Schwimmbad mit Rettungsschwimmern. Da gibt es manchmal unvorhergesehene Strömungen, es gibt Wasserwalzen, es gibt umgestürzte Bäume, die ins Wasser hängen und das birgt alles natürlich gewisse Gefahren mit sich. Man kann unbesorgt auf der Isar Spaß haben und mit dem Boot unterwegs sein. Man muss aber ein paar Sachen beachten. Zunächst mal sollte man sich im Vorfeld über die Verhältnisse auf dem Fluss informieren. Man sollte sich auch nochmal in den entsprechenden Bereichen wo man fährt die geltenden Regeln anschauen.“

Zum Abschluss: Zuletzt hat es viele starke Regenfälle gegeben in der Region – wie wirkt sich das aus?

Ralf Kästle, Polizei München:

„Das wirkt sich auch auf den Pegel des Flusses aus. Teilweise werden dann auch Verbote zum Verfahren verhängt. Da sollte man sich im Vorfeld auf jeden Fall drüber informieren. Teilweise ändert sich dadurch auch der Strömungs- und Flussverlauf ein bisschen.  Deswegen sollte man schon auch immer konzentriert am Werke sein.“ 

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