"Quagga-Muschel" - eine Gefahr für die Seen im Oberland
Sie besiedelt Schiffsrümpfe, verstopft die Trinkwasserversorgung und sorgt für hohe Kosten. Die Quagga-Muschel sorgt in einigen Seen in Bayern bereits für Ärger. Im Oberland ist die invasive Art noch nicht heimisch geworden. Warum da so ist, was die Muschel so gefährlich macht und wie wir mithelfen können, die Ausbreitung zu verhindern, darüber haben wir für euch mit Professor Herwig Stibor gesprochen, Leiter des Departments für Aquatische Ökologie der LMU München.
Was sind die Gründe dafür, dass die Quagga-Muschel im Oberland noch nicht präsent ist?
Professor Herwig Stibor von der LMU München:
„Sie ist in einem frühen Ausbreitungsstadium. Das heißt: etliche Seen hat sie noch nicht erreicht oder in diesen Seen sind die Umweltbedingungen für sie nicht optimal, dass sie sich dort etablieren kann“.
Wie wahrscheinlich ist es, dass sie auch bei uns auftaucht?
Professor Herwig Stibor von der LMU München:
„Es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis sich die Quagga-Muschel zwischen Bodensee und Chiemsee ausbreiten wird. Je näher die Art kommt, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass sie noch in anderen Seen auftauchen wird“.
Wie kann sie sich überhaupt verbreiten?
Professor Herwig Stibor von der LMU München:
„Sie verbreitet sich entweder über das Larvenstadium, das im Freiwasser ist und von See zu See transportiert wird, oder die ganz kleinen Muscheln haften sich an Oberflächen an und werden mit Booten weiter verbreitet“.
Was macht die Quagga-Muschel so gefährlich?
Professor Herwig Stibor von der LMU München:
„Sie hat eine sehr hohe Reproduktionsleistung und sie wachst in kurzer Zeit Strukturen im Wasser schnell zu. Ein anderes Problem ist, dass sie Plankton aus dem Wasser filtriert und als Nahrungskonkurrent Probleme machen kann“.
Wie können Wassersportler helfen, die Ausbreitung zu verhindern?
Professor Herwig Stibor von der LMU München:
„Wenn man den See wechselt, sollte man die Gerätschaften oberflächenreinigen, an denen sich die Quagga-Muschel anheften kann. Vor allem ist es wichtig, dass man alle Hohlräume, die Wasser halten können, direkt am See noch ausleert und reinigt“.