Anfeindungen gegen Politiker nehmen zu - wie die Lage im Oberland ist

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24.09.2025

Beleidigungen, Bedrohungen und Anfeindungen. An immer mehr Politikern in Bayern entlädt sich Hass. Das zeigen aktuelle Zahlen des Bundeskriminalamtes. Obwohl die Zahlen steigen, bei uns im Oberland haben viele Kommunalpolitiker solche Attacken noch nicht erlebt. Wie haben für euch bei mehreren Bürgermeistern in unserer Heimat nachgefragt, wie sie die Situation erleben. 

Enrico Corongiu, Bürgermeister in Mittenwald: 

„Dass sich der Ton allgemein ein wenig verschärft hat, in der Form, dass vielleicht nicht jeder immer sachlich irgendwo seine Kritik vorbringt, das ja, aber jetzt halt nicht in der Form, dass ich sage, das ist jetzt weit unter die Gürtellinie gegangen. Also, das habe ich jetzt noch nicht miterleben müssen“.  

„Also, es ist meistens in der ersten Kontaktaufnahme schon so, dass man sich da gewissen Vorwürfen irgendwo auch stellen muss, die jetzt halt nicht unbedingt immer sachlich wiedergegeben werden. Aber man weiß natürlich immer nie, was bewegt, dann auch die Leute. Aber kann man schon feststellen, dass der Ton ein wenig schärfer geworden ist über die letzten Jahre“. 

Fritz Egold, Bürgermeister in Seeshaupt: 

„So grundsätzliche Geschichten, wo es dann wirklich in so Hassgeschichten reingeht oder wo man dann irgendwo in irgendeiner Art und Weise auch bedroht wird. Also, das ist bei mir tatsächlich, Gott sei Dank, muss ich sagen, noch nicht passiert“.

„Ich hab ein Beispiel, das hab ich aber ehrlicherweise nicht so nah an mich rangelassen. Das war, als es die Diskussionen mit den Asylbewerberheimen gab. Da hab ich aus ganz Deutschland die skurrilsten E-Mails bekommen und auch Anrufe und so. Also, es geht nicht an die Persönlichkeit von einem ran, sondern einfach nur, man ist erschüttert, welches Gedankengut die Menschen haben“. 

Georg Leis, Bürgermeister in Eberfing: 

„Dass man natürlich in so einem politischen Amt nicht immer allen alles recht machen kann, das ist glaube ich klar. Aber ich habe zumindest nach meiner Wahrnehmung das große Glück, dass ich klassische Anfeindungen oder Beschimpfungen bisher noch nicht erlebt habe“.

„Den Kollegen im Gemeinderat geht es natürlich ganz genauso, dass es natürlich Diskussionen über Entscheidungen oder über Beratungen im Gemeinderat gibt. Aber jetzt, dass die Dimension erreicht worden ist, dass man tatsächlich von Anfeindungen sprechen wird, das habe ich jetzt so noch nicht mitbekommen. Aber wie gesagt, dass bestimmte Dinge kritisiert werden, das ist aber, glaube ich, auch ganz normal, solange es sachlich einigermaßen objektiv bleibt“. 

Orte
Seeshaupt Mittenwald Eberfing
Themen
Politik Bedrohung
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