Knapp ein Monat bis zu den Kommunalwahlen im Oberland - Interview mit Politikwissenschaftlerin Dr. Ursula Münch

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05.02.2026

Der Kommunalwahlkampf im Oberland geht in die heiße Phase. Am 8. März entscheiden wir über Bürgermeister, Landräte sowie Stadt- und Gemeinderäte. Wir können also direkt Einfluss nehmen auf das, was vor unserer Haustür passiert. Wie wir uns auf die Wahl vorbereiten können, welche Informationsmöglichkeiten es gibt und warum wir bei Wahlwerbung im Internet vorsichtig sein sollten – erfahrt ihr im Interview mit Politikwissenschaftlerin Dr. Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing.

Warum sollten wir uns vor der Wahl mit dem Kommunalwahlrecht in Bayern befassen?

Politikwissenschaftlerin Dr. Ursula Münch:

„Bei uns ist es ein bisschen kompliziert. Wir können verschiedene Listen wählen, wir können als Wähler eine Auswahl treffen, wir können jemanden von unten in der Liste nach oben befördern. Also die Möglichkeiten sollte man sich schon mal im Vorhinein zur Gemüte führen und sich darüber informieren“.

Warum ist es so wichtig, dass wir zur Wahl gehen und von dem Recht Gebrauch machen?

Politikwissenschaftlerin Dr. Ursula Münch:

„Wie wir uns fühlen, ob wir im Stau stehen, ob wir einen Parkplatz finden, ob es für die Kinder einen Kindergartenplatz gibt, ob die Musikschule weiter finanziert wird – das wird in den Kommunen vor Ort entschieden. Aus diesem Grund sollten wir als Wähler auf diese Entscheidungen Einfluss nehmen“.

Wie wichtig ist es, im aktuellen Wahlkampf Podiumsdiskussionen zu besuchen?

Politikwissenschaftlerin Dr. Ursula Münch:

„Kommunalwahlen sind ja doch schon auch ganz stark Persönlichkeitswahlen. Man kriegt mit, welche Themen besonders wichtig sind. Und aus diesem Grund ist das eigentlich ein Pflichttermin, der ja aber auch interessante Informationen und vielleicht sogar etwas Unterhaltsames bietet“.

Den Wahl-O-Mat gibt es bei der Kommunalwahl nicht. Was kann bei der Entscheidung helfen?

Politikwissenschaftlerin Dr. Ursula Münch:

 „Ich kann mir vorher Gedanken machen, ob ich will, dass mehr reguliert wird, oder ob ich eher dafür bin, dass alles ein bisschen offener ist. Danach kann ich zum Beispiel schon mal eine Parteientscheidung treffen. Und dann ist es natürlich schön, wenn ich auch noch ein Bild von den Kandidaten vor Ort habe, falls ich dazu eine Meinung habe“.

Der Wahlkampf findet immer häufiger im Internet statt. Warum sollten wir uns nicht nur darauf verlassen?

Politikwissenschaftlerin Dr. Ursula Münch:

 „Da ist ganz viel Verzerrung womöglich mit dabei. Also insofern kann ich nur empfehlen, das örtliche Radioprogramm mitzuverfolgen und natürlich auch eine Tageszeitung zu lesen, weil dann kann ich es viel besser einordnen, was da über die sozialen Netzwerke auf mich einprasselt“.

Welche Gefahren sehen Sie bei Social Media?

Politikwissenschaftlerin Dr. Ursula Münch:

 „Gerade Parteien, die so ein bisschen schon völkisches Denken haben oder populistisch arbeiten, die nehmen dann künstlich hergestellte Bilder mithilfe von KI, hergestellte Videosequenzen. Also da muss man schon ganz arg aufpassen. Das darf man nicht immer alles für bare Münze nehmen. Deshalb lieber selbst mal zu einem Informationsabend oder zu einer Wahlveranstaltung gehen und auch mal in der Fußgängerzone ein Gespräch mit den Kandidaten und Kandidatinnen führen. Die sollen ja nicht umsonst die Füße in den Bauch stehen. Sie freuen sich, wenn man mit ihnen sachlich diskutiert“.

Bild © Akademie für Politische Bildung Tutzing
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