"Vorrang für die Trinkwasserversorgung" - Politiker aus dem Landkreis Landsberg wenden sich an Wirtschaftsminister Aiwanger
Mehrere Politiker aus dem Landkreis Landsberg am Lech fordern, die Trinkwasserversorgung höher zu gewichten als mögliche Erdgaserkundungen. In einem offenen Brief an Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bitten Landrätin Daniela Groß sowie mehrere Bürgermeister, eine Entscheidung über die beantragte Verlängerung der Erdgaserkundung im Gebiet „Lech Ost“ erst dann zu treffen, wenn die laufenden Untersuchungen zur langfristigen Sicherung der Trinkwasserversorgung abgeschlossen sind. In mehreren Gemeinden werden derzeit neue Trinkwasservorkommen und Einzugsgebiete untersucht. Die Kommunen befürchten, dass mögliche Erdgaserkundungen diese Arbeiten beeinträchtigen könnten. Trinkwasser sei Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und müsse deshalb Vorrang haben, begründet Landrätin Groß die gemeinsame Initiative.
Der Bund Naturschutz Bayern hat auf das Schreiben bereits reagiert und sich auch zu dem Thema geäußert. Der Landesvorsitzende, Martin Geilhufe, sagt: „Die Gasbohrungen in Reichling und der Region schaden der Allgemeinheit. Die Ende dieses Monats auslaufende Konzession darf nicht verlängert werden, das Gas muss im Boden bleiben!“.
Laut Geilhufe würden die Bohrungen die Gemeinden in der Region doppelt schädigen: „Zum einen tragen Förderung und Verbrennung des Gases zur Erderhitzung und damit zum steigenden Wasserbedarf in der Region bei. Und zum anderen gefährden sie ganz direkt die Versorgung mit dem benötigten Wasser.“, so Geilhufe.