Hitze kann zur Gefahr für Senioren werden - was ihr dazu wissen müsst
Nach einer kurzen Verschnaufpause meldet sich in den nächsten Tagen die Hitze zurück bei uns im Oberland. Für ältere Menschen kann sie schnell zur Gefahr werden, sagt Antje Lau, Pflegedienstleitung bei der Sozialagentur Oberbayern. Wir haben mit ihr ausführlich über das Thema gesprochen.
Warum ist Hitze für ältere Menschen besonders gefährlich?
„Weil sie einfach kein Durstgefühl mehr haben. Also Sie vergessen zu trinken, Sie haben kein Durstgefühl und dann ist es gerade bei 30, 40 Grad einfach sehr gefährlich, weil sie dann dehydrieren, austrocknen sozusagen. Außerdem haben ältere Menschen, die vielleicht Kreislaufmedikamente nehmen, ein vermindertes Schweißausbruchsgefühl und deswegen sind sie oftmals viel dicker angezogen, als wir es sind. So kommt es zum Beispiel zu einem Hitzestau, der zu Kreislaufproblemen führen kann.“
Welche Warnzeichen sollten Angehörige unbedingt kennen?
„Wenn man zum Beispiel eine Hautfalte am Handrücken des älteren Menschen macht - einfach mal zwischen Zeigefinger und Daumen die Haut nehmen – und diese Falte stehen bleibt, dann hat derjenige zu wenig Flüssigkeit. Anzeichen können aber auch ein trockener Mund, Schwindelgefühl oder Halluzinationen sein.“
Wie lassen sich Dehydrierung und Kreislaufprobleme vermeiden?
„Durch vermehrtes Anbieten von kleinen Mahlzeiten. Wir sollten darauf achten, dass jemand nicht in der akuten Mittagssonne draußen ist. Viel Trinken anbieten und dabei darauf achten, nicht das klassische Glas Wasser zu verwenden, denn ein Glas ist durchsichtig, Wasser ist auch durchsichtig und ein älterer Mensch nimmt dann nicht wahr, dass da überhaupt etwas zum Trinken steht.“
Welche einfachen Maßnahmen helfen sofort?
„Erste Maßnahmen können immer sein, etwas zum Trinken anzubieten, aber dann auch feuchte Tücher in den Nacken und auf die Handgelenke zu legen. Damit jemand, der überhitzt ist relativ schnell runter gekühlt wird.“