Offizieller Baustart des Auerbergtunnels bei Eschenlohe

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16.07.2026

Bei Eschenlohe beginnt heute offiziell der Bau des Auerbergtunnels – eines der größten Verkehrsprojekte im Werdenfelser Land. Rund 240 Millionen Euro soll der 1,9 Kilometer lange Tunnel kosten, fertig sein soll er bis 2031. Das Staatliche Bauamt Weilheim sieht darin einen wichtigen Baustein, damit der Verkehr zwischen München und Garmisch-Partenkirchen künftig besser fließt. Der BUND Naturschutz kritisiert dagegen die Eingriffe in Natur und Landschaft und warnt vor neuen Verkehrsproblemen in Partenkirchen. Im Interview erklären beide Seiten ihre Sicht auf das umstrittene Projekt.

Welche verkehrlichen Auswirkungen hat der Auerbergtunnel für das Werdenfelser Land?

Stefan Scheckinger, Leitender Baudirektor des Staatlichen Bauamts Weilheim:

Der Auerbergtunnel ist ein unverzichtbarer Baustein im Verkehrskonzept Loisachtal. Dieses Konzept soll eine Verbindung zwischen München und dem Inntal schaffen, bei der sich der Verkehr nicht mehr wie bisher durch Ortsdurchfahrten quälen muss. Zwischen München und Garmisch-Partenkirchen sollen künftig durchgehend zwei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung stehen. Der Auerbergtunnel wird hier die letzte einspurige Lücke schließen“.

Warum lehnen Sie den Auerbergtunnel ab?

Harald Freese vom BUND Naturschutz, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe GAP:

„Wir lehnen den Auerbergtunnel ab, weil er eine weitere Belastung der Umwelt und einen weiteren Eingriff in Natur und Landschaft darstellt. Alleine die Baustelle, so wie sie zurzeit eingerichtet wird, zeigt, welche gravierenden Eingriffe dort getätigt werden. Besonders kritisch sehen wir, dass in den Planfeststellungsunterlagen solche Schäden überhaupt nicht thematisiert werden“.

Der Tunnel soll Bürger und das Tal vom Verkehr entlasten – was ist daran falsch?

Harald Freese vom BUND Naturschutz, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe GAP:

„Es wird durch den Auerbergtunnel kein einziger Bürger vom Verkehr entlastet, denn es gibt dort keine Anwohner. Der einzige Effekt ist, dass der Verkehr etwa eine halbe bis eine Minute schneller in Oberau ankommt“.

Der BN kritisiert, der Tunnelbau belaste vor allem die Umwelt und entlaste die Anwohner kaum. Wie entkräften Sie dieses Argument?

Stefan Scheckinger, Leitender Baudirektor des Staatlichen Bauamts Weilheim:

„Das Verkehrskonzept mit seinen insgesamt fünf Tunnels sorgt dafür, dass Autos und LKW weniger im Stau stehen und keine weiten Umwege fahren müssen, um diesen Staus auszuweichen. Die Umwelt wird dadurch nicht belastet, sondern entlastet. Dasselbe gilt natürlich auch für die Anwohner im Loisachtal“.

Mit der Fertigstellung des Auerbergtunnels soll der Verkehr bis nach Garmisch-Partenkirchen besser fließen. Wie lässt sich verhindern, dass Partenkirchen zum neuen Nadelöhr wird, wenn der Wanktunnel fehlt?

Stefan Scheckinger, Leitender Baudirektor des Staatlichen Bauamts Weilheim:

„Der Wank-Tunnel ist genauso notwendig wie der Auerberg- oder der Kramer-Tunnel. Deshalb treibt das Staatliche Bauamt die Planungen hier zügig voran. Zudem haben wir eine großräumige Verkehrsuntersuchung in Auftrag gegeben. Wir wollen untersuchen, was passiert, wenn z. B. Tunnel wegen Wartungsarbeiten oder wegen Unfällen gesperrt werden müssen. Oder auch, wie sich z. B. die Fertigstellung des Auerberg-Tunnels auswirkt, wenn der Wank-Tunnel noch im Bau ist“.

Welche Befürchtungen haben Sie für die Zukunft, wenn der Auerbergtunnel steht? 

Harald Freese vom BUND Naturschutz, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe GAP:

„Wenn der Auerbergtunnel fertiggestellt ist, haben wir die Situation, dass es dann den Auerbergtunnel, den Oberauer Tunnel und den Farchanter Tunnel gibt. Neue Straßen ziehen, wie mittlerweile oftmals wissenschaftlich belegt ist, auch neuen Verkehr an. Und weil der Wank-Tunnel noch lange nicht fertig ist, wird dieser Verkehr im Ortsteil Partenkirchen stehen“.

Der BN befürchtet, dass neue Straßen zusätzlichen Verkehr anziehen. Wie groß ist diese Gefahr?

Stefan Scheckinger, Leitender Baudirektor des Staatlichen Bauamts Weilheim:

„Die Tunnel im Loisachtal sollen in erster Linie den Verkehr verflüssigen und die Anwohner entlasten. Eine signifikante Verkehrszunahme erwarten wir aber nicht“.

Der Bau des Tunnels ist nicht zu stoppen – wie werden Sie von Seiten des BN, die Bauarbeiten beobachten?

Harald Freese vom BUND Naturschutz, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe GAP:

„Der BUND Naturschutz wird im Auge behalten, ob die Schäden, die wir befürchten, tatsächlich eintreten. Und sollte dies der Fall sein, werden wir uns darum bemühen, dass der Projektträger veranlasst wird, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen“.

 

Bild © Autobahn GmbH des Bundes
Orte
Eschenlohe Oberau Garmisch-Partenkirchen
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