Überfüllte Ausflugsziele im Oberland - Tourismusverband setzt auf Gästeverteilung und Kommunikation
Auch dieser Sommer hat gezeigt: An schönen Tagen wird es an manchen Ausflugszielen im Oberland schnell eng. Besonders rund um bekannte Seen, Bergziele und Wanderparkplätze treffen viele Besucher auf begrenzte Straßen und Parkflächen. Der Tourismusverband Oberbayern will deshalb Gäste besser verteilen und schon vor der Anreise gezielter informieren.
Von einem flächendeckenden Overtourismus spricht der Verband trotzdem nicht. Die Belastung konzentriere sich vor allem auf bestimmte Orte und Zeiten, sagt Geschäftsführer Oswald Pehel:
„Da gibt es natürlich gerade in den Sommermonaten immer wieder Spitzen, zum Beispiel an den Seen, an den Strandbädern und an den Wanderparkplätzen. Das ist aber sehr abhängig von der Tageszeit, vom Wetter oder vom Wochentag. Aber im Großen und Ganzen gibt es keine Überlastung in der Fläche.“
Ausflugsticker soll Alternativen zeigen
Ein wichtiger Baustein der Besucherlenkung ist der Ausflugsticker Bayern. Dort können sich Ausflügler online über die Lage an beliebten Zielen informieren. Ergänzend wirbt der Tourismusverband mit den sogenannten „GeHEIMATorten“ für weniger bekannte Ausflugsziele.
Wie beide Angebote dabei zusammenspielen sollen, erklärt Pehel:
„Mit dem Ausflugsticker kann man ja immer abrufen, wo es überfüllte Parkplätze gibt und welche noch offen sind. Wir haben auch Kampagnen wie ‚GeHEIMATorte Oberbayern‘, mit denen wir dafür werben, vielleicht auch mal ein unbekannteres Ziel aufzusuchen.“
Zu diesen Zielen gehören unter anderem der Bergwalderlebnispfad bei Wolfratshausen oder die Schloss- und Kirchenroute in der Region Starnberger See. So sollen besonders stark besuchte Orte entlastet und Gäste gleichzeitig auf andere Ausflugsziele aufmerksam gemacht werden.
Informationen sollen früher ankommen
Ein Problem bleibt allerdings: immer noch zu oft erfahren Besucher erst vor Ort, dass ein Parkplatz voll oder eine Zufahrt überlastet ist. Genau deshalb will der Tourismusverband digitale Informationen künftig noch stärker nutzen. Pehel sieht hier noch Potenzial:
„Man sollte die Parkplatzauslastung dann nicht bloß vor Ort ausspielen, sondern auch digital, zum Beispiel über den Ausflugsticker, weil ich den Gast dann schon viel früher erreiche – nicht erst, wenn er quasi mit dem Auto schon vor dem Parkplatz steht. Das ist ganz wichtig, und da können wir sicher auch noch besser werden.“
Neben digitalen Angeboten spielt auch die Anreise eine Rolle. Der Tourismusverband sieht deshalb nicht nur bei der Wahl des Ausflugsziels Möglichkeiten, Besucherströme besser zu lenken:
„Das ist für uns auch eine Form der Besucherlenkung, eben das Auto einfach stehen zu lassen und mal mit Bus und Bahn unterwegs zu sein. Das alles hilft uns, Staus zu vermeiden, Parkflächen zu entlasten und eigentlich auch die Erlebnisqualität zu erhöhen.“
Damit setzt der Verband vor allem auf Information und Alternativen statt auf harte Einschränkungen wie Sperrungen oder Zufahrtsbeschränkungen. Ziel ist, besonders beliebte Ausflugsziele zu entlasten, ohne Besucher grundsätzlich fernzuhalten.