Altkleidersammlung beim BRK weiter unter Druck - So ist die Lage im Oberland
Die Altkleidersammlung steht beim Bayerischen Roten Kreuz weiter unter Druck. In einigen Landkreisen verschwinden Container, andere Standorte bleiben bestehen. Auch im Oberland ist die Entwicklung unterschiedlich.
Garmisch-Partenkirchen: Alle BRK-Container abgebaut
Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen hat das BRK seine letzten Altkleidercontainer abgebaut. Grund waren laut Kreisverband erhebliche Probleme bei der Leerung. Damit gibt es dort aktuell keine eigenen BRK-Sammelcontainer mehr.
Ganz aus der Altkleidersammlung zieht sich das Rote Kreuz aber nicht zurück: Gut erhaltene und hochwertige Kleidung wird weiterhin über den BRK-Sozialshop „Die Kleiderretter“ gesammelt und vermarktet.
Auch im Landkreis Weilheim-Schongau betreibt das BRK bereits seit einigen Jahren keine eigenen Altkleidercontainer mehr. Überschüssige Kleidung aus dem dortigen Kleidermarkt wird vom Kreisverband Garmisch-Partenkirchen übernommen und weiterverwertet.
In Landsberg und Starnberg läuft die Sammlung weiter
Anders sieht es in den Nachbarlandkreisen aus. Im Landkreis Landsberg am Lech stehen weiterhin rund 60 BRK-Altkleidercontainer, im Landkreis Starnberg sind es 56. Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen kommen weitere 18 Container hinzu.
In Landsberg stand die Sammlung zuletzt allerdings vor einer schwierigen Situation: Der bisherige Betreiber der Container wechselte. Das BRK konnte nach eigenen Angaben einen Nachfolger finden, der die Sammlung ohne zusätzliche Zahlungen fortführt. Damit konnte eine Einstellung verhindert werden.
In Starnberg ist die Zahl der Container leicht zurückgegangen. Hauptgrund sind laut BRK unter anderem Bauarbeiten und dadurch weggefallene Stellplätze. Betrieb und Verwertung der gesammelten Kleidung laufen dort weiterhin problemlos.
Warum werden überhaupt Container abgebaut?
Hinter der Entwicklung steckt eine bundesweite Krise auf dem Altkleidermarkt. Die Sammlung ist für das BRK wirtschaftlich schon seit Jahren kein lohnendes Geschäft mehr. Gleichzeitig wird es schwieriger, gebrauchte Kleidung zu verwerten und geeignete Partner zu finden.
Hinzu kommt: Ein Teil der Kleidung ist nicht mehr tragbar oder wird durch falsche Entsorgung unbrauchbar. In den Containern landen immer wieder stark verschmutzte Textilien oder sogar Restmüll. Die Entsorgung dieser nicht verwertbaren Materialien kostet Geld.
Deshalb geht es für die BRK-Kreisverbände inzwischen vor allem um die Frage, unter welchen Bedingungen die Sammlung noch verantwortbar betrieben werden kann.
BRK sucht gemeinsam mit Kommunen nach Lösungen
Von einem flächendeckenden Rückzug des BRK aus der Altkleidersammlung könne derzeit nicht gesprochen werden, betont der Verband. Die Situation sei von Landkreis zu Landkreis unterschiedlich.
Wo es möglich ist, versucht das BRK, bestehende Strukturen zu erhalten. Dazu gehören Vereinbarungen mit Entsorgern, Kooperationen zwischen Kreisverbänden und Gespräche mit Kommunen und Landkreisen. Auch alternative Formen der Sammlung und Wiederverwendung werden geprüft.
Was können Bürger tun?
Wer Kleidung abgeben möchte, sollte darauf achten, saubere und gut erhaltene Kleidung nur an dafür vorgesehenen Sammelstellen abzugeben. Stark verschmutzte oder nicht mehr verwertbare Textilien gehören nicht automatisch in einen Altkleidercontainer.
Wo BRK-Container verschwunden sind, sollten sich Bürger über die örtlichen Möglichkeiten informieren – zum Beispiel bei Wertstoffhöfen, kommunalen Sammelstellen oder den weiterhin bestehenden Kleiderläden.