Sturmtief «Elli» bringt Glatteis und Schnee nach Bayern
Quelle: dpa/lby
Der eisige Winter hat Bayern fest im Griff. Unangenehm könnte es vor allem in der kommenden Nacht und am Freitag werden. Denn dann erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Teilen des Freistaats Schnee und später gefrierenden Regen, der Straßen und Fußwege in spiegelglatte Rutschbahnen verwandeln könnte. Andernorts könnten Schneeverwehungen und Sturmböen für schwierige Straßenverhältnisse sorgen. Der DWD sprach deshalb eine Unwetterwarnung aus.
Bis etwa Freitagvormittag sei über mehrere Stunden hinweg mit anhaltendem gefrierendem Regen zu rechnen, teilt der DWD mit. Betroffen sei ein Band vom Allgäu über Oberbayern bis in das südliche Mittelfranken und die Oberpfalz - und vor allem Niederbayern. Im westlichen Franken und in Schwaben sei dagegen nur vorübergehend Glatteis zu erwarten, während es im Alpenvorland aufgelockert und meist trocken bleiben könnte.
Vorbereitungen bei der Bahn
Die Deutsche Bahn (DB) in Bayern hat ihre Wintervorbereitungen dieses Jahr intensiviert. Von den mehr als 10.000 Weichen in Bayern können laut DB rund 8.140 beheizt werden, damit sie nicht einfrieren. Bei Schneeverwehungen würden schwere Loks über verschneite Gleise fahren und eine Spur für nachfolgende Züge ziehen, sagte eine Sprecherin. Auch eine dünne Eisschicht auf der Oberleitung etwa bei gefrierendem Regen sei meist kein Problem. Allerdings sei man selbst bei bestmöglicher Vorbereitung nicht gegen alle Witterungen gefeit.
Im Landkreis Bayreuth sollen am Freitag vorsichtshalber keine Bürgerbusse verkehren, die das öffentliche Verkehrsnetz für mobilitätseingeschränkte und ältere Menschen ergänzen. Auch im Wintersportgebiet am Großen Kornberg im Landkreis Hof gibt es Einschränkungen.
Polizei lobt umsichtige Autofahrer
Bei den Autofahrern kamen die Warnungen offenbar an. Das Polizeipräsidium Niederbayern lobte die Umsicht der Verkehrsteilnehmer am Donnerstag. Dennoch ereigneten sich seit dem frühen Morgen mehrere witterungsbedingte Unfälle, darunter ein schwerer Unfall auf der Bundesstraße 299 bei Neustadt an der Donau, wo ein 43-Jähriger in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn geriet und mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kollidierte.
Scheußliches Wetter dank «Elli»
Schuld an der ungemütlichen Wetterlage ist Sturmtief «Elli». Es sorgt dafür, dass am Abend von Südwesten her neue Niederschläge den Freistaat erreichen, die in der Nacht zu Freitag vielerorts in Regen übergehen.
Im westlichen Franken und Schwaben werde es nur vorübergehend Glatteis geben. In nördlichen Landesteilen kann es schneien, auch tagsüber. Im unterfränkischen Mittelgebirgsraum, in Oberfranken und der Oberpfalz bis nach Niederbayern, aber auch im Oberallgäu erwarten die Meteorologen zwischen 10 und 20 Zentimeter Neuschnee.
Die Temperaturen liegen knapp über dem Gefrierpunkt und könnten im Alpenvorland laut DWD milde 10 Grad erreichen, in der Nacht minus 6 Grad. Vor allem auf den Bergen könnte es stürmisch werden. In den mittleren Lagen der Alpen seien auch orkanartige Böen möglich, hieß es.
Frost kehrt zurück
In der Nacht zu Samstag erwarten die Wetterexperten dann wieder Schnee, vor allem in den Mittelgebirgen und den Alpen. Und das bei Werten zwischen minus 1 und plus 4 Grad. Doch die Kältepause ist nur vorübergehend. Bereits in der Nacht zum Sonntag erwartet der DWD frostige minus 4 bis minus 9 Grad, in Teilen Nordbayerns sogar bis minus 13 Grad.
