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Die Kosten im Blick – wie teuer ist der Betrieb einer Wärmepumpe?

Unabhängig von Öl und Gas und dabei auch noch gut fürs Klima. Es gibt viele Gründe, die für den Einbau einer Wärmepumpe sprechen. Doch welche Kosten kommen langfristig auf Sie zu?

Lesedauer 4 Minuten
Quelle: ro/Marion Jetter
22.02.2023

Welche Wärmepumpe am besten passt, hängt von verschiedenen Parametern ab, die individuell geprüft und abgewogen werden müssen. Neben dem Standort und baulichen Gegebenheiten, also Neubau oder Bestandgebäude, spielen natürlich die Betriebskosten einer Wärmepumpe eine ganz erhebliche Rolle. Also was muss nach erfolgter Installation Monat für Monat bezahlt werden. Der Stromverbrauch und damit ein großer Teil der Betriebskosten hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählen neben dem gewählten Modell etwa die Außentemperaturen und die Anpassung der Wärmequelle an den tatsächlichen Heizbedarf. Anna Barnickel von WECHNER Wärmepumpen GmbH aus Peiting: „Bei der Wärmepumpe handelt es sich um ein „Niedertemperatur-System: Das bedeutet, wir versuchen mit einer niedrigen Vorlauftemperaturen einen möglichst großen Output zu kriegen. Bei einem Neubau genügen beispielweise 27 bis 32 Grad um das Haus auf 22 Grad zu heizen. Bei einem Altbau sind unter Umständen höhere Temperaturen notwendig. Und genau das macht die Effizienz aus: je geringer die Differenz, desto niedriger die Stromkosten.“ Die hängen laut Anna Barnickel aber auch noch von weiteren Faktoren ab. Also wie groß ist die zu beheizende Wohnfläche, handelt es sich um eine Fußboden- oder eine Wandheizung und ist vielleicht sogar eine großflächige Deckenheizung verlegt. „Letzteres ist natürlich der Idealfall und senkt die Stromkosten am deutlichsten, weil die Vorlauftemperatur viel niedriger sein kann.“

Luft, Wasser oder Erdwärme?

Es gibt drei Arten von Wärmepumpenheizungen: die Luftwärmepumpe, die Grundwasserwärmepumpe und die Erdwärmepumpe. Sie unterscheiden sich aber deutlich in Effizienz, Installationsaufwand und Kosten. Am meisten Wärme pro Kilowattstunde Strom können Grundwasserwärmepumpen liefern. Dann folgen Erdwärmepumpen. Die beliebten und einfach zu installierenden Luftwärmepumpen haben die geringste Effizienz. Anna Barnickel: „Vor allem bei uns in der Gegend, wo es im Winter auch mal richtig kalt werden kann. Da sind die Temperaturunterschiede zwischen Außenbereich und zu beheizendem Innenraum deutlich größer als in tiefer liegender Erde oder im Grundwasser.“

Wärme aus der Tiefe

Grundwasserwärmepumpen nutzen das Grundwasser als Wärmequelle. Dies ist auch im Winter selten kälter als 10 Grad Celsius. Dadurch können diese Systeme vergleichsweise effizient arbeiten. Anna Barnickel: „Wenn Sie das Grundwasser als Wärmequelle nutzen möchten, müssen Sie zwei Brunnen bohren lassen: Aus einem wird das Wasser zum Wärmetauscher der Heizung geführt (Förderbrunnen bzw. Saugbrunnen). Durch den anderen fließt es zurück ins Grundwasser (Schluckbrunnen).“ Solche Brunnenbohrungen sind übrigens genehmigungspflichtig und nicht überall erlaubt, zum Beispiel in Wasserschutzgebieten.

Sparsame Erdwärme

Erdwärmepumpen können die Effienzwerte von Grundwasserwärmepumpen nicht erreichen, arbeiten aber auch sparsam. Denn die Temperaturen im Erdreich sind in den Wintermonaten ebenfalls nicht besonders niedrig und schwanken jahreszeitlich kaum. „Um dem Erdboden Wärme abzugewinnen, kann entweder in die Tiefe gebohrt werden, oder es werden Kollektoren oberflächennah auf großen Flächen vergraben.“ so Anna Barnickel. „Je mehr Wärme ein Haus braucht, desto tiefer muss gebohrt werden oder desto mehr parallel arbeitende Sonden müssen eingesetzt werden. Als grobe Orientierung sind circa 20 Meter pro Kilowatt Heizleistung zu veranschlagen.“ Erdwärmekollektoren werden nur etwa bis zu 2 Meter unter der Erdoberfläche, dafür auf großer Fläche verlegt. Als grobe Faustformel berechnet man rund 40 Quadratmeter pro Kilowatt Heizleistung.

Jahresarbeitszahl und COP-Wert überprüfen

Wärmepumpen unterscheiden sich auch bei gleicher Bauart hinsichtlich der Effizienz. Anna Barnickel: „Da gibt es seitens der Hersteller große Unterschiede. Am besten orientiert man sich an der Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie beschreibt, wie viele Einheiten Wärme die Heizung im Jahresschnitt mit einer eingesetzten Einheit Energie gewinnt. Je höher die JAZ ist, desto besser.“ Die JAZ 4 bedeutet, dass die Wärmepumpe pro Kilowattstunde Strom im Schnitt 4 Kilowattstunden Wärme ans Haus abgibt. Erst ab einer JAZ von mindestens 3 kann eine Wärmepumpe aktuell als effizient gelten. Die Leistungszahl (abgekürzt CO) benennt ebenfalls das Verhältnis von eingesetzter Energie und gewonnener Wärme, ist aber nicht so aussagekräftig. „Die Leistungszahl stellt eine Momentaufnahme dar, während die Jahresarbeitszahl, die sich ändernden Bedingungen im Jahresverlauf berücksichtigt.“ lenkt die Wärmepumpen-Expertin aus Peiting ein.

 

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