Helfer vor Ort: professionelle ehrenamtliche Ersthelfer

Lesedauer 2 Minuten
Quelle: ro/Marina Meirich
17.01.2024

Vor Ort, bevor die Rettungskräfte es sind – Die ehrenamtlichen „Helfer vor Ort“ (oder auch „First Responder“) kommen zum Einsatz, wenn sie einen Notfall schneller erreichen können als der Rettungsdienst. Oder, wenn das nächste Rettungsfahrzeug noch im Einsatz ist. Sie übernehmen die Versorgung, bis der Rettungsdienst eintrifft, führen lebenserhaltende Sofortmaßnahmen wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung durch und betreuen die Patienten.

Die Helfer vor Ort gibt es in mehreren Orten bei uns im Oberland, seit kurzem auch in Wessobrunn. Melanie Frühholz, Intensivkrankenschwester von Beruf, hat sich dafür eingesetzt. Denn vor eineinhalb Jahren hat sie selbst erlebt: Bei einem Notfall fühlen sich Minuten wie Stunden an. Damals kollabierte ihre Tochter und der Rettungsdienst lies auf sich warten. Danach entschloss sie sich, gerade auch für Menschen, die beruflich nicht vom Fach sind, ein professionelles Team aufzustellen.

Das „Helfer vor Ort“-System ist jetzt seit November im Einsatz, unterstützt vom Bayerischen Roten Kreuz. Dabei steht jedem Helfer vor Ort eine Notfallausrüstung zur Verfügung, unter anderem ein Blutdruck- sowie Blutzuckermessgerät, Verband- und Beatmungsmaterial. Außerdem werden sie entsprechend ausgebildet, in einer 10-12-tägigen Schulung beim BRK.

Der Helfer vor Ort leistet professionelle Erste Hilfe vor Ort und kann zwar den Rettungsdienst nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Da es sich bei den Mitgliedern der BRK-Bereitschaften Helfer handelt, die freiwillig und unentgeltlich arbeiten, ist die Tätigkeit der Helfer vor Ort mit einem geringen Kostenaufwand möglich. In Wessobrunn läuft das System bisher gut, erzählt Melanie Frühholz.

Die Menschen in der Region sind froh, dass es die „Helfer vor Ort“ gibt. Die ehrenamtlichen Helfer geben mehr Sicherheit in Notfällen. Außerdem sind sie nicht nur schneller als der Krankenwagen vor Ort, sondern auch länger. Sie nehmen sich Zeit, auch die zurückbleibenden Angehörigen zu betreuen. Dafür ernten Melanie Frühholz und ihr Team viel Dankbarkeit.

Ehrenamt ist Ehrensache! Das „Helfer-vor-Ort-System“ gibt es auch in anderen Orten im Oberland. Wer mitmachen will, ist immer willkommen – aktuell sind besonders im Raum Huglfing und Oberhausen neue Helfer vor Ort gesucht.

Mehr Infos: helfer-vor-ort

 

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