If you want to say thank you for the free photo content, i'd appreciate a small donation :) Merry Christmas! DONATE HERE -> https://tinyurl.com/3ucsnvch | © Unsplash / Kira auf der Heide

Spielwarenbranche spürt Kaufzurückhaltung - und hofft auf Weihnachten

Lesedauer 3 Minuten
Quelle: dpa
28.11.2023

Eigentlich ist die Spielwarenbranche ziemlich krisenresistent. Doch angesichts der vielen Unsicherheiten und der gebremsten Kauflust erwartet diese weniger Umsätze in diesem Jahr. Nun hoffen viele Händlerinnen und Händler auf das für die Branche so wichtige Weihnachtsgeschäft. Denn dass die Kinder auf ihre Geschenke verzichten müssen, damit rechnet niemand. Allerdings könnten Eltern und Großeltern in diesem Jahr zu günstigeren Produkten greifen.

Dass viele Menschen in Deutschland sparen, bekommt auch die Spielwarenbranche zu spüren - Marktforschern zufolge jedoch nicht so sehr wie viele andere Bereiche. Nach einer Prognose des Handelsverbands Spielwaren (BVS) werden die Verbraucherinnen und Verbraucher in diesem Jahr 4,5 Milliarden Euro für Spielzeug ausgeben - und damit etwa 4 Prozent weniger als im Vorjahr. «Wir gehen mit Blick auf Weihnachten trotzdem optimistisch in die heiße Phase», sagte Geschäftsführer Steffen Kahnt am Dienstag in Nürnberg. «Beim Kind wird zuletzt gespart.»

148 Euro gaben die Verbraucherinnen und Verbraucher vergangenes Weihnachten nach einer Umfrage im Auftrag des BVS im Durchschnitt pro Kind für Spielzeuge aus. Ob das in diesem Jahr wieder so sein wird, ist allerdings fraglich. Es werde nicht nur weniger gekauft, sondern auch verstärkt auf den Preis geachtet, erläuterte Joachim Stempfle vom Marktforschungsinstitut Circana. Hochpreisige Spielzeuge entpuppten sich aktuell eher als Ladenhüter. Besonders gefragt seien dagegen Action- und Spielfiguren, Sammelkarten, Brettspiele, Puzzles und Plüschartikel.

Viele große Spielwarenhersteller wie Lego, Mattel, Simba, Playmobil oder Schleich verzeichnen nach Angaben von Circana in diesem Jahr ein rückläufiges Ergebnis - nicht nur in Deutschland, weltweit ist demnach der Spielzeugmarkt angespannt. So gaben in einer Umfrage des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie (DSVI) mehr als die Hälfte der Hersteller an, dass die schwächelnde Nachfrage und die wirtschaftlichen Belastungen Spuren in ihren Bilanzen hinterlassen werden.

Schlechte Nachrichten verkündeten jüngst zwei deutsche Traditionshersteller: Der Playmobil-Mutterkonzern kündigte im Herbst an, weltweit rund 700 Stellen abbauen zu wollen. Das für Holzspielzeuge bekannte Unternehmen Haba aus Oberfranken hatte bereits im Sommer das Ende der Marke Jako-o und einen großangelegten Stellenabbau angekündigt und kurz danach einen Insolvenzantrag gestellt.

«Die Spielwarenbranche an sich steckt nicht in der Krise», betonte DSVI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil. «Die Branche ist robust und für die nächsten Jahre gut aufgestellt.» Es seien einzelne Unternehmensmodelle, die zurzeit auf dem Prüfstand stehen.

Ein Problem für die ganze Branche - und am Ende auch für die Verbraucherinnen und Verbraucher - sieht Brobeil allerdings bei Direktimporten aus dem Ausland übers Internet. Dabei könne es sich um unsichere und mit Chemikalien belastete Spielzeuge oder Plagiate handeln. Ein erster Schritt in die richtige Richtung sei die neue EU-Spielzeugverordnung. Diese könne das Problem aber alleine nicht lösen.

Themen
Teilen

WEITERE ARTIKEL

22.10.2024
Deutsche Wildtier Stiftung warnt: Anfang November steigt die Zahl der Wildunfälle
Wildtiere kennen keine Zeitumstellung! Die Tiere überqueren besonders oft in Waldabschnitten und an Feldrändern die Straßen. Daher heißt es , vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung: Fuß vom Gas, vorausschauend fahren und immer bremsbereit sein.
21.11.2023
BGH kassiert Kosten-Klausel in Riester-Vertrag
Die Riester-Rente ist ein Auslaufmodell, doch bestehende Verträge sollen weiter gelten können. Über einen Passus zu anfallenden Kosten hat nun der BGH entschieden. Das Urteil dazu dürfte viele Verbraucher interessieren.
18.04.2024
Trotz Kritik und Zweifeln: Mit «Blitzermarathon» gegen Temposünder
Viele Menschen sind im vergangenen Jahr in Bayern ums Leben gekommen, weil sie oder andere zu schnell unterwegs waren. Jahr für Jahr soll ein «Blitzermarathon» sensibilisieren. Bringt das was?
30.11.2023
Faire Preise für heimischen Honig
Deutscher Imkerbund fordert faire Honigpreise für heimische Imkereien
10.04.2024
160 Kilometer eingleisige Bahnstrecken in Bayern sollen verschwinden
Bahnfahrten auf den vielen eingleisigen Strecken in Bayern erinnern oft an Zeitreisen. Um die Zahl der Dauerverspätungsherde zu reduzieren, nimmt der Freistaat nun eigenes Geld in die Hand.
10.07.2024
Höhere Pflegekosten in Bayerns Heimen - Zuzahlungen steigen
Für Pflegebedürftige im Heim sind die selbst zu tragenden Kosten weiter gestiegen. In Bayern betrug der Eigenanteil zum 1. Juli für das erste Jahr im Heim 2.814 Euro pro Monat - ein Anstieg um 564 Euro im Vergleich zu Mitte 2023, wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen in Hannover ergab.