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Dino-Metalband Heavysaurus geht mit neuem Album «Pommesgabel» auf Tour

Lesedauer 5 Minuten
Quelle: dpa/Janina Heinemann
02.02.2024

Die Rockband um Front-Dino Mr. Heavysaurus, Milli Pilli, Muffi Puffi, Riffi Raffi und Komppi Momppi sorgt bei Kindern und deren Eltern für Furore. Dabei sind die Kostüme eine Herausforderung.

Hamburg/Berlin (dpa) - Sie sind mehr als hundert Millionen Jahre alt, schuppig und die Stars vieler Kinder: Die Band Heavysaurus macht richtig guten Dino-Metal, der längst nicht nur die jungen Fans begeistert. Hinter Front-Dino Mr. Heavysaurus und seinen Bandkollegen Milli Pilli, Muffi Puffi, Riffi Raffi und Komppi Momppi stecken echte Musiker, die in coolen Saurierkostümen abrocken. Am Freitag ist ihr bereits drittes Album «Pommesgabel» erschienen – und auf Tour geht es auch direkt, mit Start in der Hauptstadt.

Klar, die «Pommesgabel» kennt jedes Kind – und auch jeder Dino. Denn mit Zeigefinger und kleinem Finger in die Höhe gereckt kann man gleich viel besser rocken. In den Songs geht es um Themen wie Angst («Der haarige Kobold») und Freundschaft («Der Freundschafts-Song»), aber es werden auch einfach Geschichten erzählt, etwa in «Laser Ninja» oder «Luna – unser Hund». Die Musik erinnert teils an Iron Maiden oder Metallica, aber auch an Guns'n'Roses oder AC/DC und ist somit durchaus erwachsenentauglich, auch wenn die Songs in Dauerschleife laufen, weil es nun mal gerade die Lieblingslieder der Kids sind.

Die Idee kommt aus der Heavy-Metal-Nation Finnland, wo die dortigen Dinos schon seit 2009 für Furore sorgen. Sony wollte das Projekt einige Jahre später auch in andere Länder exportieren. So fragte man bei Christof Leim, der als Journalist und Gitarrist bestens in der Szene vernetzt ist, an. 

«Als ich 2017 einen Anruf bekam, ob ich nicht Leute wüsste, die für dieses Bandprojekt infrage kämen, war meine erste Reaktion: Was ist das? Heavy Metal für Kinder im Saurierkostüm? Das kann nur cool sein, das möchte ich gern selbst machen», sagte Leim der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Also suchte er sich Mitstreiter und schnappte sich selbst das Kostüm von Riffi Raffi, dem einzigen Drachen in der Echsen-Combo. Seitdem sind die Dinos auch in deutschen Kinderzimmern los. 

Allein im vergangenen Jahr spielten sie 120 Konzerte, haben mehr als 200 000 Follower auf Social Media, einen eigenen Kinofilm, ein Musical und eine Tonie-Figur. «Ich habe schon gedacht, dass das ein Spaß für Groß und Klein ist, aber dass wir dann über hundert Shows im Jahr spielen, hat mich doch überrascht», sagte Christof Leim.

Viele seiner Bekannten hätten anfangs ungläubig auf sein neues Bandprojekt reagiert, seine Töchter (3 und 17 Jahre) sowie seine Neffen und Nichten hingegen fänden den Sauriermetal cool. Dass es immer mehr «coole» Musik für Kinder gibt, die auch Erwachsenen gefällt, erklärt sich der Musiker so: «Die Entwicklung ist einleuchtend. Denn wenn kleine Kinder ein Lied gut finden, muss das 200 Mal laufen. Und wenn das dann nicht Bi-Ba-Butzemann, sondern ein richtiger Rocksong oder eine coole Rapnummer ist, den die Großen auch goutieren können, ist das natürlich ein großer Vorteil.»

Und obwohl oder gerade weil die Dinos so groß und stark sind, setzen sie sich für die ein, denen es nicht so gut geht. Seit Juli sind Heavysaurus offizielle Botschafter von «Die Arche». Bei ihrer kommenden Tour geht ein Euro von jedem verkauften Ticket direkt an das Kinder- und Jugendwerk. «Früher hatten wir einen Porzellan-Dino als Spardose an der Kasse aufgestellt mit einem Zettel und der Bitte, dass die Leute für 'Die Arche' spenden», sagt Christof Leim. «Dann hat unser Management Kontakte geknüpft und wir haben auch schon in der Dependance in Berlin-Hellersdorf vor ein paar hundert Kindern gespielt. Das war echt toll, weil da viele dabei waren, die sonst nicht auf Konzerte kommen. Seit ich Papa geworden bin, berührt es mich noch mehr, zu wissen, dass es Kids gibt, die von Anfang an ein schlechteres Blatt haben. Deshalb unterstützen wir 'Die Arche'.»

Die große «Pommesgabel»-Tour zieht nach dem Auftakt am Freitag in Berlin bis kommendes Frühjahr durch die ganze Republik. Bis jetzt sind rund 160 Shows angekündigt, aber die Liste ist dynamisch, gut möglich, dass noch weitere Gigs dazukommen. 

Für die Künstler ist so ein Konzert richtig Arbeit, denn die Lederkostüme sind massiv, wiegen samt großem Plastikkopf um die elf Kilogramm. «Man bewegt sich anders darin, aber wir haben uns alle daran gewöhnt», sagt Christof Leim alias Riffi Raffi. «Ich muss meine Bewegungen an das Kostüm anpassen. Die Gesten müssen etwas größer sein. Dadurch, dass die Gesichter keine Mimik haben, muss man auf der Bühne anders kommunizieren. Die Konzerte sind Cardioworkout und Saunagang zusammen. Und die Frisur ist nach einer Show im Eimer.»

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