© Gemeinde Königsdorf v.l. Toni Egold, Baumbesitzer & Rainer Kopnicky, Erster Bürgermeister
Bild © Gemeinde Königsdorf v.l. Toni Egold, Baumbesitzer & Rainer Kopnicky, Erster Bürgermeister

Ein Mann ein Wort – ein Dorf ein Baum!

Lesedauer 5 Minuten
Quelle: Gemeinde Königsdorf
07.11.2023

Ungefähr 20 Jahre ist es her, dass ein engagierter Königsdorfer Gemeinderat die Idee hatte, Königsdorf könne sich für die Spende des Christbaums auf dem Münchner Marienplatz bewerben. Gesagt – getan! Und so stand unser kleines 3.000-Seelen Dorf auf der langen Liste der „Christbaumspenderanwärter“ bis im vergangenen Jahr im Rathaus das Telefon klingelte und seitens der Münchner Protokollabteilung gefragt wurde, ob denn noch Interesse bestünde. Zwischenzeitlich war die Liste an großen, bekannten und touristischen Baumspender-Städten, -Gemeinden und -Landkreisen lang geworden – was für ein Vergleich! Und dennoch war man sich in Königsdorf schnell sicher: das schaffen wir auch! Und das wird nicht nur ein unheimlich schönes Projekt im Hinblick auf den zum Schluss dann festlich geschmückten Baum auf dem Marienplatz der Landeshauptstadt. Da mit dieser Spende der vierwöchige Betrieb eines Glühweinstandes im Innenhof des Münchner Rathauses einhergeht, wird das vielmehr ein wunderbares Projekt, um als Dorfgemeinschaft etwas wirklich Einmaliges auf die Beine zu stellen.

So begann das Beraten, Konferieren und Organisieren und als eines der Ergebnisse wurde im Februar 2023 der Königsdorfer Gesamtverein als organisatorisches Dach für dieses Projekt gegründet. 22 Vereine schlossen sich zusammen und boten an, mit den eigenen Mitgliedern mindestens einen Tag „Glühweindienst“ zu übernehmen. Lorenz Stöger, Vorstand des Gesamtvereins erzählt begeistert von den vielen Aufgaben, die von vielen Schultern getragen schlussendlich zu einem wunderbaren Gesamtergebnis führen würden: „Von der schönen Gestaltung unserer Glühweintassen mit QR-Code durch eine Grafikerin aus Königsdorf, über die Schicht- und Einsatzpläne für die 27 Markttage für alle teilnehmenden Vereine bis hin zum Angebot an Speisen und Getränken von denen fast alle direkt aus unserer wunderschönen Heimat kommen, hat es wirklich unheimlich viel Freude gemacht mit so vielen engagierten Protagonisten aus dem Dorf an so einem Projekt zu arbeiten und wir sind schon jetzt voller Vorfreude auf unseren geschmückten Baum und die vier Wochen Glühweinstandbetrieb.“

Die Gemeinde zeichnete wiederum hauptverantwortlich für die Suche nach einem geeigneten Baum und den – nicht ganz einfachen – Transport desselbigen. Auch die Suche stellte sich als spannend heraus, galt es schließlich nicht nur konkrete Vorgaben zu Höhe und Stammdurchmesser zu erfüllen: Der Landeshauptstadt ist es zudem sehr wichtig, dass nicht ein kerngesunder Baum aus dem schönsten Wald ausgesucht und nur aufgrund des Christkindlmarktes gefällt wird. So waren die Fachleute gefragt, welche Bäume in den nächsten Monaten denn sowieso zu weichen hatten, da sie entweder Schaden anrichten oder gar eine Gefahr darstellen würden. Der zweite Bürgermeister der Gemeinde, Sebastian Seidl, selbst Landwirt, nahm sich dieser Sache an und sprach mit vielen Königsdorfern über Fichten, Tannen und Douglasien, so dass Ende Juni der Delegation der Landeshauptstadt München nicht nur EIN potentieller Baum, sondern gleich FÜNF Kandidaten vorgestellt werden konnten. Alle fünf waren dem kritischen Augenmaß gewachsen und man überließ die Entscheidung der Spendergemeinde.

Die Wahl fiel schlussendlich auf eine wunderschöne, dicht gewachsene und stattliche serbische Fichte, die seit gut 50 Jahren als Schattenspender am Campingplatz am Bibisee ihren Dienst getan hatte und nun an die 25 Meter groß war. Als Flachwurzler auf Kiesboden war ihr Lebenshöhepunkt jedoch erreicht und es war nur eine Frage der Zeit bis ein Sturm sie umwerfen und damit großen Schaden anrichten würde. Umso schöner, dass dieser wunderbare Baum noch einen großen Auftrag erfüllen kann und am Christkindlmarkt in München die Augen von Groß und Klein zum Leuchten bringen wird.

„Es ist tatsächlich mehr als ein Baum, den wir mit Freude heute hier verabschieden und der Landeshauptstadt München zum Geschenk machen möchten. Es ist ein wunderbares Zeichen der Zusammenarbeit, des Zusammenhalts und des Miteinanders – für unser Dorf, aber eben auch als Botschaft für eigentlich alle Menschen von nah und fern, die den Baum am Marienplatz bestaunen werden.“ zeigt sich Erster Bürgermeister Rainer Kopnicky stolz über den Baum und die Leistung der Dorfgemeinschaft. „Und ich bin mir sicher, dass diese Stimmung, der Spaß und die Freude, die wir bei diesem Projekt hatten, auch am Glühweinstand zu spüren sein wird und wir mit den Gästen dort eine wunderbare Vorweihnachtszeit verbringen werden.“

Der Baum wird in einem kleinen Festakt am 8.11.2023 in Anwesenheit des Wirtschaftsreferenten der Landeshauptstadt München, Herrn Clemens Baumgärtner auf dem Marienplatz durch die Berufsfeuerwehr München aufgestellt, anschließend geschmückt und am 27.11.2023 bei der Eröffnung des Christkindlmarktes feierlich übergeben.

 

 

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