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Viele bayerische Städte mit Verbotszonen zu Silvester

Lesedauer 3 Minuten
Quelle: dpa/lby
15.12.2025

In mindestens 29 bayerischen Städten mit mehr als 20.000 Einwohnern gibt es in diesem Jahr zum Jahreswechsel Verbotszonen für Feuerwerk. Das geht aus einer Umfrage des Bund Naturschutz (BN) unter den größten Städten im Freistaat hervor. Verbote gelten etwa innerhalb des mittleren Rings in München, in den Innenstädten von Nürnberg, Augsburg und Ingolstadt, in Teilen der Bamberger Altstadt, in der Fußgängerzone von Hof und in vielen Straßen und auf Plätzen in Würzburg. 

Umfrage unter 76 Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern

Insgesamt hatte der Umweltverband nach eigenen Angaben alle 76 Städte mit mehr als 10.000 Einwohnern abgefragt. 59 nahmen an der Umfrage teil, wobei 30 mitteilten, dass privates Feuerwerk im gesamten Stadtgebiet weiterhin möglich sei. Zehn Städte wollten laut BN nicht antworten und von sieben Städten habe es keinerlei Rückmeldung gegeben.   

«Unsere Umfrage verdeutlicht, dass viele Städte bereits alle möglichen Maßnahmen ausschöpfen. Sie zeigt aber auch, dass die rechtlichen Grenzen schnell erreicht sind», sagte der Vorsitzende des BN, Martin Geilhufe. «Kommunen tragen jedes Jahr die Folgen der Silvesternacht, haben aber nur eingeschränkte Möglichkeiten, wirksam gegenzusteuern.»

Rechtslage erlaubt unter Bedingungen punktuelle Verbote

Die geltende Rechtslage erlaube vor allem punktuelle Verbote nach bestimmten Kriterien – etwa in engen Altstädten, rund um Krankenhäuser oder besonders brandempfindlichen Gebäuden. Flächendeckende Verbote sind hingegen kaum rechtssicher durchsetzbar, hieß es weiter. 

«Gegen die Belastungen durch Lärm und Müll, für das Gesundheitswesen und die Tierwelt können sich die Kommunen also kaum wehren – auch wenn viele das sicherlich gerne wollen», sagte Geilhufe. Der BN fordere daher eine Länderöffnungsklausel für Bayern, um den Kommunen mehr Spielräume zu ermöglichen. Mittel- bis langfristig fordere der Bund Naturschutz ein komplettes Böllerverbot für ganz Deutschland.

LBV warnt vor Gefahren für Wildtiere durch Feuerwerk

Dies wünscht sich auch der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV). Feuerwerke führten nicht nur zu hohen Feinstaubbelastungen und enormen Abfallmengen, die laute Knallerei und die Lichtreflexionen hätten auch Auswirkungen auf die Natur und ihre Bewohner. «Bei Wildtieren löst der heftige unerwartete Lärm einen Fluchtreflex aus. Sie brauchen dann sehr lange, um wieder zur Ruhe zu kommen. Die nächtliche Unruhe kostet sie wertvolle Energie, die sie gerade in langen, kalten Winternächten zum Überleben brauchen», sagte LBV-Biologin Angelika Nelson. 

Aus Rücksicht vor Wild- und Haustieren fordert der LBV eine Beschränkung von für private Silvesterfeuerwerke auf Kleinstfeuerwerke, wie Knallerbsen, Wunderkerzen, Bodenwirbel und Eisfontänen. Diese hätten nur eine begrenzte Lautstärke und reduzierten so den Stress für die Natur. Silvesterfeuerwerke der Kategorie 2 und höher sollten auf zentral organisierte Veranstaltungen von Städten und Gemeinden beschränkt sein.

Vor allem Vögel reagieren mit Panik und verlieren oft ihr Leben

«Vögel reagieren heftig auf Böller und Raketen. Sie fliehen in große Höhen von mehreren hundert Metern, landen für lange Zeit nicht und kehren nur zögerlich zu ihren Rast- und Schlafplätzen zurück», betonte Nelson. Wenn Vögel in Schwärmen in großer Panik flüchten, könnten sie gegen Glasscheiben oder andere Hindernisse prallen, die in der Dunkelheit nicht sichtbar sind. So wie in der Nähe von Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen keine Raketen
oder Böller gezündet werden dürfen, sollte es aus Sicht des LBV auch zum Schutz der Wildtiere Feuerwerks-Verbote geben: in einem Abstand von mindestens zwei Kilometern zu Schutzgebieten sowie von mindestens vier Kilometern zu Kranich- und Gänseschlafplätzen.

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